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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2443 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Sonntag, 15. Mai 1870

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahnprojekt, Staatsverträge, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeehrter Herr

Die gestrige Nachricht wird durch einen eben eingegangenen Brief des Herrn Hammer bestätigt. Der Antrag des Bundeskanzleramtes vom 12 Mai lautet wörtlich:

Es sei das Bundespräsidium zu ermächtigen dem zwischenItalien u der Schweiz am 15. Oct. 1869 über die Herstellung und Subventionirung der Gotthardbahn abgeschlossenen Staatsvertrag beizutreten und dem Unternehmen eine nach Massgabe des Art. 17. des Vertrages zahlbare Subvention in Höhe von 10 Millionen Francs zuzusichern. | Von dieser Summe sind von Preussen als Eigentümer der im Verkehrsgebiet der Gotthardbahn gelegenen Kohlenbergwerke an der Saar sowie als Eigentümer einiger die westlichen Provinzen durchziehenden Eisenbahnen vorbehaltlich der Zustimmung der preuss. Landesvertretung 1½ Millionen Francs vorweg übernommen. Ausserdem haben die Gesellschaftsvorstände der bergisch-märkischen und rheinischen Eisenbahngesellschaft vorbehaltlich der Genehmigung durch ihre Generalversammlungen sich bereit erklärt je eine Million Franken beizusteuern, so dass von der in Antrag gebrachten Summe auf Bundesfonds noch 6½ Million Franken entfallen würden etc.

Sig. Delbrück. |

Herr Hammer weiss sich diesen Antrag nicht zu erklären und will Herrn Delbrück zu sprechen suchen, indem er glaubt in wenigen Tagen soweit hergestellt zu sein.

Ich unterlasse jede weitere Erörterung u schreibe Ihnen morgen was der Ausschuss des Bundesrathes zu thun gedenkt.

Ihr ganz ergebenster

E Welti

Bern
15. Mai 1870.