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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2425 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 129

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 18. April 1870

Schlagwörter: Deutscher Bundesrat, Gotthardbahnprojekt, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeehrter Herr

Vor allem aus hoffe ich dass diese Zeilen Sie wiederum gesund finden; ich wünsche diess vor allem von ganzem Herzen für Ihre Person und darf für unser Werk nicht an die Folgen denken die ohne Sie über uns kommen müssten.

Leider erhielt ich Ihren Brief1 wegen Abwesenheit erst heute u heute ist es mir erst Nachmittags gelungen Herrn Dubs zu sehen, der mit einer Besprechung nächsten Donnstag ganz einverstanden ist. Herr Schenk wird die ganze Woche abwesend sein, was aber wie mir scheint unsere Arbeit nicht verzögern darf.

Von Berlin gieng letzten Samstag noch der Bericht ein dass nunmehr die Verhältnisse zu den| rheinischen Bahnen geordnet seien und der Vorlage an den Bundesrath nichts mehr entgegen stehe.2 Herr Hammer3 berichtet auch heute noch nichts über den Inhalt der Vorlage. Ein Gesuch NDeutschlands um Verlängerung des Termins ist noch nicht gestellt.4 Sonst sind wir ohne Nachrichten.

Haben Sie nun die Güte mir zu berichten ob es bei der Verabredung auf Donnerstag bleibt; Die proponirte Stunde (2 Uhr Nachmittag) ist uns ganz recht;5 ebenso stehe ich Vormittags 9 Uhr zu Ihren Diensten.

Mit freundschaftlicher Hochschätzung

Ihr ergebenster

E Welti

Bern
18. April 1870.

Kommentareinträge

1Brief nicht ermittelt.

2Am 12. Mai 1870 legte das Bundeskanzleramt dem Bundesrat des Norddeutschen Bundes den Antrag vor, das Bundespräsidium zum Beitritt zum Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Italien vom 15. Oktober 1869 zu ermächtigen und zugleich eine Subvention des Norddeutschen Bundes in der Höhe von 10 Mio. Franken zuzusichern. Diese Summe sollte auch Beiträge der Bergisch-Märkischen sowie der Rheinischen Eisenbahngesellschaft beinhalten. Vgl. Emil Welti an Alfred Escher, 15. Mai 1870; Die Gotthardvereinigung, Absatz 33.

3 Bernhard Hammer (1822–1907), ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der Schweiz in Berlin.

4Die im Staatsvertrag von 1869 bezeichnete Frist für den Beitritt der anderen Subventionsstaaten wurde bis zum 31. Juli 1870 verlängert, indem Bevollmächtigte der Schweiz und der italienische Gesandte Luigi Amedeo Melegari am 26. April in Bern entsprechende Zusatzartikel unterzeichneten; eine angekündigte Note des norddeutschen Bundeskanzleramtes an seinen Gesandten Maximilian Heinrich von Roeder mit dem entsprechenden Gesuch war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Schweiz eingetroffen. Vgl. Emil Welti an Alfred Escher, 27. April 1870; Prot. BR, 20. April 1870; Prot. BR, 27. April 1870; Zusaz-Artikel zu dem zwischen der Schweiz und Italien wegen Erstellung der Gotthardeisenbahn abgeschlossenen und am 15. Oktober 1869 in Bern unterzeichneten Vertrage (vom 26. April 1870), in: BBl 1870 II, S. 876.

5Welti informierte Escher am 19. April telegraphisch, dass die Gotthardbahnkommission des Bundesrates, d. h. Schenk, Dubs und er selbst, «mit der Conferenz Donnerstags 2 Uhr einverstanden» sei. Telegramm Emil Welti an Escher, 19. April 1870 (BAR J I.2).