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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2424 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Donnerstag, 14. April 1870

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat TI, Regierungsrat TI, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeehrter Herr

Eben war Oberstlieutnant Fratecolla bei mir der zur Sitzung des Grossen Rathes nach Bellinzona verreist. Ich war erstaunt und empört von ihm zu hören, dass ein Antrag auf Verminderung der Subvention nicht unmöglich sei, es werde von verschiedenen Seiten darauf hin gearbeitet ebenso werde die Änderung der Zahlungsbedingungen auf Schwierigkeiten stossen. Was ich ihm gesagt habe brauche ich nicht zu wiederholen aber ich möchte Sie bitten noch Ihr Möglichstes zu thun, dass uns eine solche Calamität erspart bleibt. Ich schreibe | heute noch an Staatsrath Pioda.

Der Ausgang der Verhandlungen mit der Südbahn war mir unerwartet und ebenso unangenehm, und, zwar ich gestehe es offen, auch meiner Person wegen. Ich habe mir alle Mühe gegeben die Aarauer seinerzeit von der Billigkeit einer eventuellen Entlastung zu überzeugen und nun soll Herr Schmidlin in der Sitzung erklärt haben, es sei ihm darum gar nie zu thun gewesen. Solche Erklärungen sind zum Mindesten sehr unklug.

Heute Nachmittag haben wir eine Sitzung des Ausschusses über die Statutenfrage.

Mit wahrer Hochschätzung

Ihr ganz ergebenster

E Welti

Bern den 14 April 1870.

Kontexte