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Korrespondenz: Alfred Escher – Maximilian Heinrich von Roeder

AES B2421 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#412*

Maximilian Heinrich von Roeder an Alfred Escher, Bern, Mittwoch, 30. März 1870

Schlagwörter: Bankinstitute, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Bern den 30ten März 1870.

Zunächst, mein verehrter Gönner und Freund, meinen herzlichen Glückwunsch zu dem gestrigen wahrhaft groszartigen Succes, der auch als politischer Barometer sehr bezeichnend zu sein scheint. Ferner bitte ich Sie meinen erneuerten Dank zu empfangen für die Wahl des Herrn Weiss, welcher auf mich wie auf meinen Sohn einen gleich sympathischen Eindruck gemacht hat, so dasz der Letztere sich ungemein freut unter demselben tüchtig zu arbeiten.

Durch ihn erfuhr ich auch dasz | man durch das Credit Institut in Zürich Werthe auf Santa Fe in New. Mexico erhalten kann, und würden Sie verehrter Freund mich sehr verpflichten, wenn Sie Ordre geben wollten mir einen Werth von Hundert Dollars für diesen Platz zuzusenden.

Ob gleich unsere Gotthardsache da se vorwärts geht, bohre ich doch unaufhörlich mit der Stahl feder – La Revue suisse dit que ces Messieurs travaillent à la déchéance du pays. – Ihr | Redacteur glaubt sich von Bismarck angefeindet!! welche rührende Selbstverblendung. Bei aller Gelehrsamkeit versetzt er aber die Stimmen der Cassandra in den Homer statt dieselbe im Virgil zu suchen und zu finden.

Grafenrieds Verlust bedauern wir sehr, doch begleiten ihn unsere besten Wünsche nach Zürich. Er hat in Berlin sehr gut gefallen, und habe ich nur bedauert dasz Ihr Erscheinen so vorübergehend gewesen, dasz Sie nicht unserem lieben | König haben persönlich vorgestellt werden können.

Welti und Dubs waren sehr erfreut Gestern über die frohe Botschaft Ihres Sieges.

In freundschaftlicher Verehrung

Ihr aufrichtig ergebenster

Roeder