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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2379 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Dienstag, 4. Januar 1870

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Regierungsrat BE, Regierungsrat LU, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeehrter Herr

Ich habe letzter Tage mit Herrn Regierungspräsident Weber eine Besprechung wegen der Gotthardfrage gepflogen u von demselben vernommen, dass die Regierung des Cantons Bern nur dann eine Subvention beantragen werde, wenn der Canton Luzern sich vorher eventuell d. h. auf den Fall des Zustandekommens der Gotthardbahn zu einer Subvention von wenigstens zwei Millionen Franken an die Entlebucherbahn werde verpflichtet haben. Ich brauche Ihnen wohl nicht auseinanderzusetzen, was ich ihm darauf geantwortet habe.| Vielleicht auch ohne eine Verpflichtung von Luzern die Subvention beschliessen aber dann bei der Volksabstimmung Gefahr laufen u ersuchte mich Ihnen dringend ans Herz zu legen einer Vereinbarung nicht aus dem Wege zu gehen. Ich habe ihm versprochen Ihnen darüber zu schreiben u entledige mich hiemit meiner Pflicht.

Wir werden nächster Tage mit einer Abordnung der Berner-Regierung aufs Neue unterhandlen u sie zu einer bedingungslosen Subventionirung zu bestimmen suchen. Über das Resultat | werde ich Ihnen berichten. Unterdessen thun Sie was Sie können. Ich kenne Ihre Lage nicht gut genug um Ihnen einen Rath geben zu können.

Aus Italien haben wir gar keinen Bericht. In Berlin stehen die Sachen nach den neuesten Nachrichten gut.

Mit freundlichem Gruss

Ihr ergebenster

E Welti

Bern 4. Jan. 1870.