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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2359 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 113

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Dienstag, 31. August 1869

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahnkonferenzen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeehrter Herr

Gestern Abend brachte mir Herr v. Röder die neue Depesche;1 er wollte sich das Vergnügen nicht nehmen lassen Ihnen selbst telegraphisch Kenntniss zu geben. Der Inhalt lautet denn auch wirklich erfreulicher, wie Sie den beiliegenden Abschriften2 entnehmen wollen deren anlässliche Rückgabe ich mir höflich erbitte.

Ich stelle nun heute noch den Antrag die Conferenz auf den 15t. dss. ein| zuberufen und ersuche die hiesigen Gesandten vorläufig telegraph. Anzeige an ihre Regierungen zu machen.

Die Instruction habe ich entworfen; sie liegt bei Herrn Schenk mit dem ich sie heute durchsprechen will um sie Ihnen dann sofort mit zu theilen. Ich hoffe die Sache ist nun auf besseren Wegen u die schlimmsten Tage sind hinter uns, wenn ich mich auch noch auf schlimme gefasst mache. Nach der heutigen Sitzung melde ich den Beschluss des Bundesrathes | telegraphisch.

Mit ausgezeichneter Hochschätzung

Ihr ergbnster

E Welti

Bern
31. Aug. 1869.

Der Bundesrath hat so eben meinem Antrag zugestimmt (15. Sept. )3 Der Eindruck den die Depesche machte war trotz ihrer Reserven nicht ungünstig; es ist auch bei den Gegnern das Gefühl dass die Sache trotzdem vorwärts gehe.

Kommentareinträge

1Vermutlich ist damit die Note des Kanzlers des Norddeutschen Bundes gemeint, die an der Bundesratssitzung vom 31. August besprochen wurde. Otto von Bismarck hielt darin zwar fest, dass der Zeitpunkt noch nicht gekommen sei, «eine bestimmte Stellung in der Frage einzunehmen, ob an einer mittel- oder unmittelbaren Subventionirung Theil genommen werden soll» , da aufgrund der Pläne kein sicheres Urteil über den Kostenaufwand und den Beitrag der Schweiz möglich sei. Der Norddeutsche Bund erkläre sich aber zur Teilnahme an der Konferenz bereit, um die Vorlagen zu vervollständigen. Über die Geldfrage könne ohne Genehmigung des Reichstages jedoch nicht verhandelt werden. Prot. BR, 31. August 1869.

2Beilagen nicht ermittelt.

3 «Es sei die Konferenz auf den 15ten September nächsthin nach Bern einzuladen.» Prot. BR, 31. August 1869.

Kontexte