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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2318 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Samstag, 24. April 1869

Schlagwörter: Alpenbahn (allgemein), Bundesrat, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeehrter Herr

Ich habe Ihnen so eben telegraphisch berichtet, dass es mir morgen (Sonntag) wegen Abwesenheit unmöglich sein werde mit Ihnen in Sachen der Alpenbahn zu conferiren. So sehr ich, wie Sie wohl wissen, alles was mit dieser Frage zusammehängt zu befördern wünsche, muss ich gleichwol dafür halten dass diese Verzögerung unserer Besprechung der Entwicklung der Sache nur günstig sein kann. Wie die Angelegenheit heute steht, treten alle Schritte | und auch alle Erklärungen die von unserer Seite geschehen aus dem bisherigen préparatorischen Stadium heraus und nehmen einen entscheidenden Character an. Ich bin es daher der Sache und Ihnen schuldig vorerst die Anschauungen und Entschliessungen meiner Collegen kennen zu lernen bevor ich mich namentlich über die Stellung des Bundesrathes zu der Organisation der Unternehmung äussere. Die Regelung dieses Verhältnisses wird unsere nächste wichtige Aufgabe sein | bei deren, wenn auch nur vorläufigen Besprechung meine rein persönliche Meinung keinen genügenden Werth haben kann.

Ich werde mich bemühen durch wiederholte Besprechungen das gewünschte Resultat in kürzester Frist zu erzielen und mich darauf ungesäumt Ihnen zur Disposition zu stellen. Da Herr Dubs bis Montag Abend abwesend sein wird, werde ich Ihnen wohl kaum vor Dienstag berichten können. Für die Mittheilung des von der Gotthardvereinigung erlassenen Schreibens sage | ich Ihnen den verbindlichsten Dank.

Mit bekannter Hochschätzung

Ihr ergebenster

E Welti

Bern
24. April 1869.

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