Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2285 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 93

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Freitag, 5. Juni 1868

Schlagwörter: Alpenbahn (allgemein), Bundesrat, Handelsverträge, Staatsverträge

Briefe

Hochgeehrter Herr

Leider habe ich Ihnen seit längerer Zeit nichts über den Fortgang der Alpenbahnfrage berichten können.1 Heute haben wir endlich die Instruction für Herrn Pioda behandelt und beschlossen folgenden Artikel zur Aufnahme in den Handelsvertrag vorzuschlagen:2

«Der schweiz. Bundesrath und die königl. italienische Regierung bestrebt die Verkehrsbeziehungen zwischen der Schweiz und Italien zu vervollkommnen und auszudehnen verpflichten sich, die Erstellung | von Verbindungswegen zwischen den beiden Ländern nach Kräften zu fördern und namentlich Unternehmungen zu begünstigen, welche zum Zwecke haben durch Überschienung der schweiz. Alpen die Eisenbahnnetze südlich und nördlich derselben in unmittelbare Verbindung zu bringen.»3

Hr Ruffy4 hat sich dagegen zu Protocoll erklärt.5 Dagegen waren die Herrn Challet-Venel6 und Näf7 damit einverstanden während der Discussion, stimmten aber nachträglich dagegen. Eine Erklärung zu dieser Sonderbarkeit kann ich nicht geben. |

Mit Hochschätzung und freundlichem Gruss.

Ihr ergebenster

E Welti

Bern
5. Juni 1868.

Kommentareinträge

1Der letzte ermittelte Brief Weltis in der Korrespondenz mit Escher zur Alpenbahnfrage stammt vom 4. Mai 1868. Emil Welti an Alfred Escher, 4. Mai 1868.

2 Vgl. Prot. BR, 15. Mai 1868; Prot. BR, 5. Juni 1868.

3Der schliesslich in den Vertrag aufgenommene Artikel lehnte sich stark an diesen Schweizer Vorschlag an.Vgl. Handelsvertrag zwischen der Schweiz und Italien (vom 22. Juli 1868), Art. 17, in: AS IX, S. 673.

4 Victor Ruffy (1823–1869), Bundesrat (VD).

5 Vgl. Prot. BR, 5. Juni 1868.

6 Jean-Jacques Challet-Venel (1811–1893), Bundesrat (GE).

7 Wilhelm Matthias Näff (1802–1881), Bundesrat (SG).

Kontexte