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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2278 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 91

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 27. April 1868

Schlagwörter: Bundesrat, Handelsverträge, Staatsverträge

Briefe

Hochgeehrter Herr

Von unsern Abgeordneten1 ist der Bericht2 eingegangen der sich nach dem Briefe3 des Herrn Stähelin4 erwarten liess.

Die Deutschen erklären dass Sie den Handelsvertrag als gescheitert betrachten wenn wir auf der Aufnahme des Eisenbahnartikels bestehen. Die Süddeutschen bestritten dem Zollverein die Competenz eine derartige Verbindlichkeit einzugehen und der Nordbund erklärte er werde sie solange nicht eingehen bis von Seite des Bundesrathes positivere Vorschläge gemacht haben werde, welche sich auf Richtung, Bau| zeit und Baucapital beziehen.

Unter diesen Umständen blieb dem Bundesrath nur übrig heute die Abgeordneten durch nachstehendes Telegramm zu instruiren:

Erklärung des Nordbundes wenigstens in Form einer Note wünschbar welche als Anknüpfungspunct für spätere Separatverhandlungen dienen kann im Fall von der Schweiz bestimmtere Vorlagen gemacht werden.

Ich bin überzeugt dass das Resultat ein anderes gewesen wäre wenn man von hier aus die richtigen Mittel benützt oder | wenigstens nur Herrn Heer zur rechten Zeit instruirt d. h. in die Unmöglichkeit versetzt hätte seine eigenen Ideen zur Geltung zu bringen.

Mit Hochachtung u ergebenst

E Welti

Bern
27. April 1868.

Kommentareinträge

1Gemeint sind August Stähelin-Brunner und Joachim Heer. Emil Welti an Alfred Escher, 7. April 1868.

2 Vgl. Prot. BR, 27. April 1868.

3Besagter Brief Stähelin-Brunners war wohl an Johann Jakob Stehlin gerichtet. Dieser hatte ihn Escher geschickt mit der Anweisung, den Brief an Welti weiterzuleiten. Alfred Escher an Johann Jakob Stehlin, 24. April 1868.

4 August Stähelin-Brunner (1812–1886), Grossrat (BS), Verwaltungsrat der Schweizerischen Centralbahn und der Basler Handelsbank.

Kontexte