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Korrespondenz: Alfred Escher – Karl Wilhelm von Graffenried

AES B2191 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#229*

Karl Wilhelm von Graffenried an Alfred Escher, Zürich, Samstag, 30. März 1867

Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Personelle Angelegenheiten

Briefe

MHerrn Präsidenten Dr A. Escher, Zürich1

Hochgeachteter Herr Präsident

Es bleibt mir vor meiner Abreise die erforderliche Zeit, um Sie noch einmal besuchen zu können, nicht mehr übrig; daher erlaube ich mir die Freiheit, hiemit schriftlich auf den Gegenstand, deßen Sie gesternmir gegenüber Erwähnung zu thun die Güte hatten, bei Ihnen zurückzukommen. Ich habe seit gestern Abend über Herrn T.,, und über dasjenige, was mir bei verschiedenen Anläßen in Betreff seiner Fähigkeiten mitgetheil wurde, sehr viel nachgedacht: und ich kann mich nicht enthalten, Ihnen meine Ueberzeugung, daß derselbe zur bewußten Stelle keineswegs paßen würde, nachdrücklich auszusprechen; das Vertrauen, womit Sie mich bei diesem Anlaße beehrten, macht es mir zur Pflicht, Ihnen meine Ansicht darüber nicht vorzuenthalten. Ich könnte in Bern Gelegenheit finden, über den Eindruck, welchen Herr T. in Triest machte & zurückließ, genaue Auskunft zu erhalten; und ich werde Ihnen gerne, wenn Sie es mir gestatten, hievon Mittheilung machen. Wenn aber eine Meinung in Betreff der Angelegenheit bei mir fest steht, so ist es die, daß Sie von der Wahl des H. T. Umgang nehmen sollten. Je mehr ich dagegen über Herrn E. W. und über seine Befähigung zur Bekleidung des fraglichen Amtes nachdenke, desto fester bildet sich bei mir die Ueberzeugung, daß Sie mit der Wahl deßelben einen in jeder Beziehung sehr glücklichen Griff thun würden. Herr E. W. kennt Zürich durch & durch: er ist gründlich, gewandt, liebenswürdig & energisch: er würde mit größter Leichtigkeit & in kürzester Frist die Einzelheiten und speciellen Seiten des neuen Geschäfts sich zu eigen machen: &, was die Hauptsache ist, Sie würden in demselben die tüchtige Vertrauensperson besitzen, welche ich Ihnen zur Vermittlung Ihrer Leistung das großen Unternehmens von Herzen wünschte.|

Verzeihen Sie mir, hochgeachteter Herr Präsident, diese nachträgliche sehr eilige Bemerkung, & genehmigen Sie den aufrichtigen Ausdruck meiner vollkommensten Hochachtung und dankbaren Anhänglichkeit.

C Wilhelm von Graffenried

Zürich, 30. März 1867.

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