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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B2091 | FA Tschudi

Alfred Escher an Johann Jakob Blumer, Zürich, Donnerstag, 13. Oktober 1864

Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, Freundschaften, Reisen und Ausflüge, Schifffahrt, Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Mein theurer Freund!

Wohl brauche ich Dir nicht zu sagen, daß ich nicht ins Glarnerland gekommen wäre, ohne Dich &die l. Deinigen zu begrüßen. Mein Plan war der: Am Samstag mit dem letzten Zuge nach Glarus. Am Sontage früh in einem zu meiner Verfügung bleibenden Wagen nach Obstalden. Am Nachmittage Abreise von Obstalden um ca 2 ½ Uhr & Eintreffen in Glarus ca um 4 Uhr. Besuch in Deinem lieben Hause & Abreise nach Zürich mit dem letzten Zuge.

Erlaube mir, bei diesem Plane zu verbleiben. Ich bin heute in Luzern, Donnerstag & Freitag | in Bern. Am Samstag Vormittag habe ich einer Sitzung der Direction der N.O.B. beizuwohnen. Um 11 Uhr findet eine Conferenz der N.O.B. mit der Dampfschiffgesellschaft auf dem Zürichsee po Schienenverbindung zwischen Bahnhof & See Statt. Diese Conferenz dürfte bis 1 Uhr & noch länger andauern. Unter diesen Umständen wirst Du begreifen, daß ich erst mit dem letzten Zuge nach Glarus abreisen kann. Wenn ich dort so spät eintreffe & am Morgen so früh nach Obstalden abreisen muß, so ist es gewiß am angemessensten, im Glarnerhofe mein Nachtquartier aufzuschlagen & Euch nicht zu so ungelegener Zeit in Eurer häuslichen Ruhe zu stören. Dagegen wird es mir eine Herzens| freude sein, am Sontage Abend ein Paar Stunden bei Euch zu verweilen. Wo in der Welt sollte ich mich lieber aufhalten?

Ich hoffe, Du werdest Dich nach Kenntnißnahme von den Verhältnissen mit meinem Programme einverstanden erklären. Herzlichen Dank an Dich & Deine l. Frau für Eure Freundschaft. Auf Wiedersehen!

Ganz Dein

A Escher

Zürich
13 Oct. 1864.