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Korrespondenz: Alfred Escher – Ferdinand von Dusch
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • 1850
  • von Ferdinand von Dusch, 7. August 1859 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Feiern und Anlässe, Eisenbahnen Betrieb, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Brückenbau, Bundesrat, Familiäres und Persönliches, Personelle Angelegenheiten, Universität Zürich, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B1773
  • von Ferdinand von Dusch, 14. November 1860 Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Betrieb, Universitäten und Hochschulen (diverse), Universitäre Studien AES B1843
    1860
    1. von Ferdinand von Dusch, 24. Mai 1864 Schlagwörter: Kommissionen (kantonale), Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Bodenseegürtelbahn, Schifffahrt, Gotthardbahnprojekt, Bundesrat, Lukmanierbahnprojekt, Krankheiten, Familiäres und Persönliches AES B2079
    2. von Ferdinand von Dusch, 20. Oktober 1864 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt AES B6046
  • 1870
    1. von Ferdinand von Dusch, 17. März 1871 Schlagwörter: Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Presse (allgemein), Deutsch-Französischer Krieg (1870/71), Familiäres und Persönliches AES B2414
    2. an Ferdinand von Dusch, 9. Juni 1871 Schlagwörter: Einladungsbriefe (diverse), Deutsch-Französischer Krieg (1870/71), Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Bundesrat, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Bodenseegürtelbahn AES B2526
    3. von Ferdinand von Dusch, 12. Juni 1871 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Bodenseegürtelbahn AES B2527
  • 1880
  • o. J.

AES B2079 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#177*

Ferdinand von Dusch an Alfred Escher, Stuttgart, Dienstag, 24. Mai 1864

Schlagwörter: Bodenseegürtelbahn, Bundesrat, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Familiäres und Persönliches, Gotthardbahnprojekt, Kommissionen (kantonale), Krankheiten, Lukmanierbahnprojekt, Schifffahrt

Briefe

Stuttgart 24 Mai 1864.

Lieber Freund!

Da ich völlig ausser Stand bin die in Ihrem Schreiben vom 20 d. M. enthaltene Anfrage zu beantworten, so habe ich dieselbe nach Karlsruhe weiter befördert und muß nun abwarten, ob und was man mir in dieser Beziehung für Sie mittheilen werde. Einstweilen sollen Sie aber doch wenigstens erfahren, daß ich Ihre Zuschrift in Händen habe und daß ich bei diesem Anlasse in Karlsruhe aufs Neue die §.§. 3 und 40 der thurgauischen Comission vom 8 Decbr 1852 in Erinnerung gebracht habe.

Ich meine (für mich persönlich) man werde sich am Ende über die Linie über Amriswyl verständigen. Denn gegen diese Linie haben Sie ja kein Ausschluß- sondern nur ein Vorzugsrecht und von Amriswyl nach Rorschach | wollen Sie selbst bauen, wie Sie mir früher sagten, sobald die Gürtelbahn über Bregenz nach Lindau gesichert sein wird. Würden Sie sich erbieten dann auch von Amriswyl nach Konstanz Bau und Betrieb zu übernehmen oder Andern zu überlassen die sich dafür melden wollten, so wäre wohl die Seelinie über Romanshorn, die Sie nicht wollen, für immer beseitigt.

Die Denkschriften über die Vortheile der Gotthardsbahn und über deren Ausführbarkeit werde ich wohl im Herbste bei Ihnen in Zürich selbst abholen dürfen? Wenigstens sagte mir Ihr Freund Ehrhardt, den in Heidelberg kürzlich zu sehen mich sehr gefreut hat, daß jene Arbeiten noch nicht vollendet seien.

Der Bundesrath hat in seiner neulich an die auswärtigen Regierungen gerichteten Mittheilungen eine ganz unparteeische | Stellung zwischen Gotthard und Lucmanier eingenommen und wird wohl schwerlich zum einen oder zum andern Geld hergeben. Ganz dieselbe Haltung scheint diejenige der württembergischen Regierung bleiben zu sollen, beide Pässe sind ihr recht und Geld hat sie für keinen. Ich fürchte es werde bei uns ebenso sich gestalten, nachdem von einer Wuttachlinie keine Rede mehr ist, was im vorigen Jahre die Wagschaale für den Gotthard neigen machte. Wir werden nun von Villingen herunter über Donaueschingen, Engen nach Singen einmünden, und ausserdem von MesskirchStokach her nach Radolphzell. An die Gebirgsbahn von Hausach nach Villingen, die sogenannte Kinzigthal bahn, werden wir, wie Sie der beiliegenden Notiz entnehmen wollen, die ich als richtig bestätigen kann,| in den nächsten Jahren noch nicht kommen. Die Nachrichten die mir Herr Ehrhardt von Ihrer Frau geben konnte waren leider nicht so gut als ich sie gewünscht hätte. Möge der Sommer zur Herstellung ihrer Gesundheit führen.

Von meinem Bruder Gottfried in Karlsruhe werden Sie vor 6 Wochen die traurige Nachricht erhalten haben, daß er seine Frau, von der ihm zwei Kinder von 2 und 4 Jahren bleiben, verloren hat. Mein Vater befindet sich unverändert in dem Zustande wie in den lezten Jahren. Er sieht beinahe gar nicht mehr und es läst sich nach dem Ausspruch unserer besten Augenärzte, auch Gräfe's in Berlin, nichts thun um zu helfen. Sonst geht es in der Familie nicht schlecht. Wenn ich wieder nach Zürich komme könnte ich Ihnen meine zwei nun schon hoch herangewachsnen Kinder vorstellen. Wer weiß ob ich sie nicht mit meiner Frau noch einmal mitbringe.

Mit der Bitte mich der verehrten Frau Mutter Gemahlin und Schwester bestens zu empfehlen

Ihr freundschaftlich ergebenster

F v Dusch.