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Korrespondenz: Alfred Escher – Eduard Häberlin

AES B2069 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#591*

Eduard Häberlin an Alfred Escher, Bern, Donnerstag, 24. März 1864

Schlagwörter: Bankwesen (allgemein), Eidgenössische Bank, Schweizerische Kreditanstalt (SKA)

Briefe

SCHWEIZERISCHE
BUNDESCANZLEI

Bern d. 24t März 1864

Mein lieber Freund!

Die Sache steht nun ungefähr so, daß die feste Uebernahme der Aktien Emißion für die Spinnerei Bürglen an dem Punkte hängt, ob die schweizer. Creditanstalt die von der eidg. Bank zu emmittirenden Aktien (Conzeßions weise ) ebenfalls auflegen wird oder nicht. Und gegen ihre Verbindlichkeit und gegen angemeßene Provision desj. Betrages, deßen Zeichnung die Creditanstalt effektuiren würde. Hr St. meint nämlich, daß, wenn die Creditanstalt, welche dem Unternehmen näher steht, die Auflage ver weigern würde, dieß dem Gelingen hinderlich wäre, und umgekehrt. Ja, es scheint mir, daß er die Abweichung als einen Akt der Unfreundlichkeit auffaßen wird, während er seinerSeits erklärt, daß er keine solche Gesinnung habe &. beurkunden wolle.

Ich will mir kein Urtheil anmaßen; aber, da die Creditanstalt absolut keine Gefährde läuft, so dencke ich doch, Ihr solltet in dieser letzten Form es nicht verschmähen, uns unter die Arme zu greifen. Fast möchte ich aus dem Gegentheil weitergehende unverwünschte Konsequenzen (für andere Fragen, wo St. ebenfalls nicht zu verschmähen ist) befürchten. | Ich melde Dir diese Sachlage, damit Du sie in Muße überlegen magst. Wolltest Du, was ich sehnlichst wünsche, entsprechen, so wäre Dir für die rasche Zusage sehr dankbar.

Ich werde Morgen ( Freitag) Mittags 2 Uhr im Bahnhof Zürich ankommen. Wäre es Dir möglich, daselbst einzutreffen &. nöthigenfalls bis Winterthur mitzureisen, so wäre es sehr erwünscht. Doch will ich Dir keine Zumuthungen machen. Auch eine schriftl. Antwort wäre mir lieb.

Herzliche Grüße
von Deinem

Ed. Häberlin

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