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Korrespondenz: Alfred Escher – Felix Wild
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • von Felix Wild, 30. Juli 1850 Schlagwörter: Regierungsrat ZH, Landesverteidigung und Militär, Währungssystem, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Rechtliches, Kommissionen (eidgenössische) AES B0813
    1850
  • von Felix Wild, 16. Juli 1852 Schlagwörter: Religion, Personelle Angelegenheiten, Kirchenrat ZH, Regierungsrat ZH, Bildungswesen, Klöster (Aufhebungen), Rechtliches AES B1046
  • 1860
  • von Felix Wild, 17. Dezember 1863 Schlagwörter: Eidgenössisches Polytechnikum, Kommissionen (kantonale), Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Regierungsrat ZH AES B2057
  • 1870
  • von Felix Wild, 24. Dezember 1876 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Eisenbahnen Betrieb, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion AES B2889
  • 1880
  • o. J.

AES B2057 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#12*

Felix Wild an Alfred Escher, Zürich, Donnerstag, 17. Dezember 1863

Schlagwörter: Eidgenössisches Polytechnikum, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Kommissionen (kantonale), Regierungsrat ZH

Hochgeachteter Herr Regierungspräsident!

Ich habe viele Nachfragen gehalten um Ihnen alles für Sie nothwendige Material betr. das Polytechnikum zu bekommen, dennoch ist das was ich Ihnen jezt bringe nicht ganz vollständig, da mir namentlich die annähernd richtigen Zahlen betr. das Mobiliar abgehen. Ich sage die annähernd richtigen, weil der Gesammtkostenbetrag wie sich derselbe auf Staat Stadt & Bund vertheilen wird nicht ganz mit Bestimmtheit jezt schon sich berechnen läßt. Indeßen kann Ihnen über diesen Punkt Herr Dr Suter wie Herr Kappeler, vielleicht auch Herr Stadtschrbr Escher nähere Auskunft geben.

Ich stelle folgende Rechnung auf: Wir haben bezahlt für das Schienhutgebäude nebst Land Fr. 265000. Wir haben ferner von eigenem Staatsland eine Fläche von 157800 □' oberhalb des Schienhuts bis an die Landstrasse abgetreten, welches Land per □' nach Verhältniß des SchienhutAnbauss auf mindestens 2½ frk zu werthen ist, macht " 394500. Der Kredit für den Bau beträgt mit Innbegriff der Zinsen des Baucontos.............. " 1,780,000. Die Baute wird aber im Ganzen wahrscheinlich eine Kreditüberschreitung ergeben, die wofern die innere Ausstattung nach dem Semperschen Plan durchgeführt wird, zu berechnen ist auf 240,000. Das Mobiliar rechne ich für Staat und Stadt bessere Belehrung durch Herr Suter vorbehalten auf je Fr. 30,000... . .... 60.000. So ergibt sich ein Gesammtkostenaufwand von... . Fr. 2,739,500. Das ist aber noch nicht Alles. Gemäß Vertrag betreffend die Sternwarte haben wir| für Landankauf und Servitutenübernahme theils schon ausgegeben theils noch zu bezahlen Fr. 25000 ungerechnet des Kunzischen Legats von Fr. 25000 das als [zürch. ?] Gabe ebenfalls zu würdigen ist. Gemäß Vertrag betr. den botanischen Garten werden im Laufe dieses Jahres daselbst Bauten ausgeführt & jedenfalls im nächsten Jahre auch im Innern ganz vollendet in einem Kostenaufwande von Fr. 90000 und vielleicht Fr 100,000. Daran erhalten wir zwar Beiträge von der Eidgenoßenschaft, jedenfalls aber wird die Leistung des Cantons hier auf mindestens Fr 60,000 sich belaufen und er wird auch einen Theil des Restes noch einige Zeit vorschießen müßen. Dann aber ist auch der Grund und Boden des botanischen Gartens etwas werth, ich denke es würde nicht schwer halten hiefür allein ½ Million zu erhalten, ferner stehen in wenigen Jahren neue Bauten im botanischen Garten in Aussicht, die wieder mindestens Fr 50000 in Anspruch nehmen werden. Und All das gehört am Ende doch auch zum Polytechnikum.

Demnach rekapitulire ich: Fr. 2,739,500. Polytechnikum nebst Landentschädigung
" 50,000. Sternwarte beiträge
" 60000. bot. Garten beiträge des Cantons an die Bauten
" 500000. Werth des botanischen Gartens
und erhalte so die Summe v Fr. 3,349,500 oder nach Abzug von
" 349,500 für den Bau der Hochschule
eine Leistung von Zürich v Fr. 3,000,000. für Erhalt der eidg. Unterrichtsanstalten.

Nun aber kömmt noch ein Häklein rüksichtlich der Frage in wie weit es zwekmäßig sei dieß alles der Öffentlichkeit zu übergeben. Gegenwärtig weis hier noch niemand, daß der Kredit für den Bau des Polytechnikums überschritten wird. Ebenso könnte ich mich bei den angegebenen Fr 240,000 noch nicht behaften laßen. Und es würde wahrscheinlich im hiesigen Canton höchst unangenehm berühren wenn diese Neuigkeit im gegenwärtigen Momente, am Vorabend der Irrenhausbaute,| und bei der ohnehin reizbaren Stimmung einzelner Großräthe, von Bern her vernommen werden müßte. Ich habe im Berichte der Staatsrechnungsprüfungscomißion zu dem Voranschlage einstweilen nur angedeutet daß eine solche Kreditüberschreitung in Aussicht stehe, allein nicht in welchem Betrage, und mit dem Beifügen daß über diesen Punkt dem Gr. Rathe später spezielle Vorlagen werden gemacht werden. Ganz ignoriren konnte ich die Sache gegenwärtig nicht, aber nähere Daten konnte ich auch nicht geben, sie müßen mit den Anträgen über deren Dekung später zusammenfallen.

Auf der andern Seite begreife ich daß Sie den Anlaß benutzen möchten bei Gelegenheit des Jahreskredits für die polytechnische Schule auch die kantonalen Leistungen zu erwähnen, und da dürfte es vielleicht am besten sein einen ganz summarischen Weg einzuschlagen etwa in dem Sinne, daß die Leistungen des Kantons & der Stadt Zürich an die hiesigen eidgenößischen Lehranstalten Polytechnikum botanischer Garten & Sternwarte, Bauten & Landwerth zusammen, alles in Allem einen Betrag von ca 3 Millionen erreichen werden. Wie gesagt wenn nur die Form so gewählt wird, daß einstweilen die fragliche Kreditüberschreitung nicht speziell hervortritt.

Das Material haben Sie nun. Nehmen Sie daraus was Ihnen am angenehmsten erscheint.

Jederzeit zu jedweder Auskunftsertheilung gerne bereit zeichne mit ausgezeichneter Hochachtung & Ergebenheit

F Wild

Zch 17 Dezbr 1863 –

Kommentareinträge

Nachträgliche Notiz unten links auf Seite 3 von Eschers Hand: «Ausgaben Zürichs für d. Hochschule im letzten Jahre vor der Eröffng. ds Polytechnicums ca Fr. 100,000. Büdget f. d. Hochschule pr. 1864 ca 143,000.»

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