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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B2008 | FA Tschudi

Alfred Escher an Johann Jakob Blumer, Zürich, Freitag, 26. Juni 1863

Schlagwörter: Bundesgericht, Familiäres und Persönliches, Haus und Garten (Bewirtschaftung), Krankheiten, Reisen und Ausflüge, Vereinigte Bundesversammlung

Briefe

Zürich 26 Juni 1863

Mein theurer Freund!

Wie selbstverständlich auch ist, was ich dir in Antwort auf Deine l. Zeilen v. 24. dß. zu schreiben habe, so wäre es mir doch geradezu unmöglich, die Feder ruhen zu lassen. Es drängt mich, dir zu sagen, wie unendlich die in Deinem Briefe enthaltenen Nachrichten über den Zustand Deines Beines mich erfreut haben. Wahrhaftig, der beklagenswerthe Unfall hat den unter den gegebenen Umständen möglichst günstigen Verlauf gehabt! Möge es nun Gott bei den vielen Heimsuchungen der schwersten Art, die er über dich kommen ließ, bewenden lassen!|

Meiner Mutter & Schwester hat Dein Brief auch eine lebhafte Freude verursacht. Ich sende ihn nun Augusten auf den Rigi. Hat auch Deine l. Frau ihr ohne Zweifel genaue Nachricht von Deinem Gesundheitszustande gegeben, so enthält Dein Brief doch eine so einläßliche & anschauliche Darstellung deines Zustandes seit der Lösung des Verbandes, daß ich bei dem großen Interesse, das Augusta fortwährend an Herrn Blumig nimmt, nicht unterlassen darf, ihn Originaliter an sie gelangen zu lassen.

Daß Du während des Bundesgerichtes & während der ersten Woche der Bundesversammlung noch zu Hause bleibst, begreife ich vollkommen. Du wirst auch während dieser Zeit an den Verhandlungen in Bern nicht viel verlieren. Desto herzlicher freue ich mich dann | aber darauf, dich von der zweiten Woche der Bundesversammlung an in der Bundesstadt zu sehen.

Ich gehe bei gutem Wetter über den Sontag auf den Rigi. Ich kann dabei Clementinen als Begleiter dienen, welche für etwa 4 Wochen das Kalte Bad zu beziehen gedenkt. Augusta wird mit ihrer Mutter & Schwester etwa bis zum 13 Juli auf dem Rigi bleiben & dann mit ihnen nach Belvoir gehen, wo das bald vollendete Badhäuschen ihrer wartet, um ihr, wie ich hoffe, sehr gute Dienste zu leisten. – Ich werde bis zur Bundesversammlung, wie gewöhnlich, noch eine fürchterliche Zeit durchzumachen haben.

Und nun lebe wohl! Empfange meine wärmsten Glückwünsche zu Deiner Genesung & mit den verehrten deinigen die herzlichsten Grüße von

von Deinem

A Escher