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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B1984 | FA Tschudi

Alfred Escher an Johann Jakob Blumer, Belvoir (Enge, Zürich), Sonntag, 1. März 1863

Schlagwörter: Bankwesen (allgemein), Familiäres und Persönliches, Feiern und Anlässe, Freundschaften, Personelle Angelegenheiten, Schweizerische Kreditanstalt (SKA)

Briefe

Mein theurer Freund!

In Erwiederung Deiner lieben Zeilen von letzthin muß auch ich neuerdings meine & der l. Meinigen Freude darüber bezeugen, daß Du uns mein Geburtsfest mitfeiern halfst. Wer hätte bei diesem Anlasse besser in unsern Kreis gepaßt als mein liebster Jugendfreund? Clementine hat es sich nicht nehmen lassen wollen, dir & Deiner l. Frau das Gedicht, das Du zu erhalten wünschtest, selbst abzuschreiben. Ich lege es diesen Zeilen bei.

Dein Neffe Tschudi kann als Lehrling in die Creditanstalt aufgenommen werden. Ich werde darauf hinzuwirken suchen, daß er so bald als möglich nach Ostern eintreten könne. Einige Wo| chen Verzug dürften immerhin in Aussicht zu nehmen sein. Ich denke, es läge darin übrigens kein großer Übelstand. Die Bedingungen sind folgende: Eine Probezeit von 3 Monaten,, nach deren Ablauf über die definitive Aufnahme entschieden wird. (Wird in dem vorliegenden Falle ohne Bedeutung sein.) Sodann eine dreijährige Lehrzeit. Lehrgeld ist keines zu bezalen. – Es hat etwas schwer gehalten, Deinem Neffen den Eintritt zu ermöglichen, da bereits eine Überfüllung vorhanden ist & seit längerer Zeit eine Masse Anmeldungen vorliegen. Ich habe dann aber eine kathegorische Forderung, wie ich sie in derartigen Materien sonst nicht stelle, an die Direction gerichtet & damit war die Sache abgemacht. Herr Director Huber | wird Deinem Neffen die freundlichste Aufnahme bereiten, da ich ihn ihm aufs wärmste emphohlen habe. Ich gedenke übrigens Deinen Neffen seiner Zeit selbst bei ihm einzuführen.

Da ich gerade an dich schreibe, so erlaube ich mir, dir die Abschrift eines Passus aus einem Briefe eines gewissen H. J. [P.?] Blumer an die Creditanstalt zu übermachen. Ich nehme zwar an, daß es nicht in der Absicht des Briefstellers, der wahrscheinlich ein «Halbherer» ist, liege, daß Dir, ohne Zweifel einem der «Herren», deren in dem Briefe gedacht ist, der letztere zu Gesicht komme. Es soll mich dieß aber nicht abhalten, Dir den Brief vorzulegen & Dich zu bitten, mir Deine Meinung über die Frage mittheilen zu wollen, ob dieser Vorschuß- & Leihcasse Fr. 30/m blanco creditirt werden | können.

Ich hoffe, Ihr Alle befindet Euch wohl. Von uns kann ich dir im Ganzen gute Nachrichten geben.

Mit herzlichen Grüßen von uns Allen an Euch Alle verbleibe ich in unwandelbarer Freundschaft

Dein

A Escher

Belvoir

1. März 1863.

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