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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B1950 | FA Tschudi

Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, Glarus, Samstag, 4. Oktober 1862

Schlagwörter: Bankwesen (allgemein), Brand von Glarus (1861), Familiäres und Persönliches, Schweizerische Kreditanstalt (SKA)

Briefe

Glarus den 4. Oktober 1862.

Mein theurer Freund!

Vor Allem danke ich Dir u. den verehrten Deinigen nochmals herzlich für den sehr angenehmen Aufenthalt, den Ihr meiner l. Frau in Belvoir bereitet habt. Es wirken solche Besuche bei auswärtigen Freunden – namentlich in unsern jetzigen, vielfach gestörten Verhältnißen – immer sehr günstig auf die Gemüthsstimmung u. damit auch auf die Gesundheit meiner Frau ein; daher bin ich Euch um so mehr zum Dank verpflichtet. Mir geht es jetzt auch wieder etwas beßer mit den Ohrenschmerzen u. ich hoffe nun das Beste von dem «solidern» Charakter, den das Wetter angenommen zu haben scheint.

Was nun das Anleihen für die Gemeinde Glarus betrifft, für welches ich früher Deine gefälligen | Bemühungen in Anspruch nahm, so bin ich nun, nachdem der Gemeindrath die Sache behandelt hat, im Falle Dir zu melden, daß wir für den Augenblick durch annehmbare Offerten, die uns im Kanton selbst gemacht wurden, für unser Geldbedürfniß gedeckt sind. Wahrscheinlich werden wir indeßen nächstes Jahr doch noch die gütige Verwendung der Kreditanstalt für ein alsdann aufzunehmendes Anleihen beanspruchen müßen u. ich hoffe, dieselbe werde alsdann die nämlichen wohlwollenden Gesinnungen gegen uns bethätigen, welche sie in den von Dir mir mitgetheilten Bedingungen kund gegeben hat. Vielleicht könnt Ihr auch später unser Anleihen beßer placiren, als es jetzt, bei den vielen andern Anleihen, welche in letzter Zeit ausgeschrieben waren u. noch sind, der Fall wäre.

Mit vielen Empfehlungen von uns Allen an Euch Alle verbleibe

Dein treuer Freund

J J Blumer.

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