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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B1948 | FA Tschudi

Alfred Escher an Johann Jakob Blumer, Belvoir (Enge, Zürich), Sonntag, 14. September 1862

Schlagwörter: Bankwesen (allgemein), Brand von Glarus (1861), Familiäres und Persönliches, Schweizerische Kreditanstalt (SKA)

Briefe

Mein theurer Freund!

Nochmaligen herzlichen Dank für Deinen letzten lieben Besuch. Ich habe mit Vergnügen gehört, daß Dein Correferat sehr gut gefallen habe & daß Du in dem 2ten Acte der Juristenversammlung große Heiterkeit an den Tag gelegt habest.

Wir sind der Anzeige des Tages Eurer Ankunft in Belvoir gewärtig: wenn nur das Wetter bis zu Euerm Eintreffen sich freundlicher gestaltet! Wir freuen uns sehr, daß Euer schon längst gegebenes Versprechen endlich zur Ausführung kommt!

Und nun das Anleihen, in Betreff dessen ich dir Bericht versprochen. Ich habe nunmehr noch mit dem Director der | Creditanstalt sachbezügliche Rücksprache gepflogen & dabei die Ansicht einer ausnahmsweise günstigen Behandlung dieses Anleihens vertreten. Ich mache dir nun Namens der Creditanstalt folgendes Anerbieten: Die Creditanstalt übernimmt das Anleihen von 3–400/m Fr. fest. Das Anleihen ist ein 4½ prozentiges, wird auf 6–10 Jahre (nach Euerm Belieben) unaufkündbar abgeschlossen. Nach Ablauf dieser Zeit ist es in 2 gleichen Raten zurückzuzalen. (Wünscht Ihr in dieser Beziehung andere Bestimmungen, so sind wir ganz geneigt, auf Eure Wünsche einzugehen.) Die Zalung der ½jährigen Zinscoupons & die Rückzalung des Capitales erfolgt in Glarus & bei der Creditanstalt in Zürich. Für die von | letzterer bezalten Zinsen erhält sie die übliche Provision von ½ p%, für das durch sie zurückbezalte Capital eine Provision von ¼ p%. Die Obligationen, die auf Fr. 1000 & den Inhaber lauten würden, wären auf Eure Kosten anzufertigen. Für die Übernahme des ganzen Anleihens würde die Creditanstalt eine Provision von bloß ½ p% berechnen. Die Einzalungen Seitens der Creditanstalt an Euch hätten vom 20 Novbr–31 Dez. dieses Jahres zu erfolgen, wenn Ihr sie nicht in das neue Jahr hinüberschieben könnt, was uns lieber wäre.

Ich glaube nicht, daß Euch irgend jemand für die feste Übernahme des Anleihens günstigere oder ebenso günstige Propositionen machen werde, & sehe nun Euern sachbezüglichen Entschließungen entgegen.|

Auf Wiedersehen! Mit herzlichen Grüßen von uns Allen an Euch alle

ganz Dein

A Escher

Belvoir
14. Sept. 62.