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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B1924 | FA Tschudi

Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, Glarus, Samstag, 22. Februar 1862

Schlagwörter: Familiäres und Persönliches, Krankheiten, Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Schweizerische Lebensversicherungs- und Rentenanstalt

Briefe

Glarus den 22. Februar 1862.

Mein theurer Freund!

Ich bin Dir doch noch einige Zeilen schuldig, theils um Dir Deine freundschaftliche Zuschrift vom 17. bestens zu verdanken, theils um Dich wegen meines längst vorübergegangnen Unwohlseyns zu beruhigen. Von Herzen leid thut es mir zu vernehmen, daß Deine Frau Mutter in der letzten Zeit wieder von so schmerzlichen Anfällen heimgesucht worden ist; möge es ihr bald beßer gehen! Ich meinerseits habe meine l. Mutter,die ich Anfangs Januar noch sehr krank verließ, bei meiner Rückkehr von Bern fast vollständig wiederhergestellt gefunden; ist sie auch immer noch etwas schwach, so hat sie doch weit | mehr Kräfte wiedergewonnen als ich erwartet hatte. Auch sonst ist bei mir Gottlob! Alles wohl. Daß ich Mittwochs nicht nach Zürich kommen konnte, bedauerte ich um so mehr als meine l. Frau mich begleiten wollte. Ich wurde indeßen Dienstag Abends von meinem bekannten Ohrenweh befallen, was mich veranlaßte auf die kleine Reise zu verzichten; glücklicher Weise dauerte das Uebel nicht lange u. geht es seither wieder ganz gut. Ich will mich nun schriftlich dem Danke anschließen, den der Aufsichtsrath der Rentenanstalt gegenüber der Kreditanstalt ausgesprochen hat; die freiwillige Verzichtleistung auf die Hälfte des der letztern zukommenden Gewinnantheils kann nicht verfehlen allenthalben einen sehr günstigen Eindruck hervorzurufen, welcher namentlich der noch jungen u. größerer Konsolidirung bedürftigen Rentenanstalt zugut kommen wird. Viel| leicht führt mich etwa im nächsten Monat eine andere Veranlaßung nach Zürich u. jedenfalls werde ich dann nicht unterlaßen Dich zu besuchen.

Mit den herzlichsten Wünschen für die Genesung Deiner guten Mutter u. mit vielen Grüßen von uns beiden u. an Dich u. Deine l. Frau verbleibe

Dein treuer

J J Blumer.