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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Blumer

AES B1923 | FA Tschudi

Alfred Escher an Johann Jakob Blumer, Zürich, Montag, 17. Februar 1862

Schlagwörter: Familiäres und Persönliches, Krankheiten

Briefe

Mein theurer Freund!

Bei meiner Rückkehr nach Belvoir habe ich meine Mutter leider tief im Bette gefunden & sie ist seither von zwei neuen heftigen Anfällen jener Magenschmerzen, die sie von Zeit zu Zeit heimsuchen, befallen worden. Unter diesen Umständen darf ich dir nicht zumuthen, bei Deiner bevorstehenden Anwesenheit in Zürich Deinen Wohnsitz in – einem Spitale aufzuschlagen, während ich unter erfreulichern Verhältnissen gehofft hätte, daß Du in Deiner wahren Heimat in Zürich Wohnung | nehmen werdest. Dagegen verzichten meine Frau & ich nicht auf die Freude, wenigstens einen Theil der Zeit, die Du in Zürich zubringen wirst, en petit comité mit dir zu verleben. Wir hoffen daher, Du werdest Mitwoch Abends dem Theater in unserer Loge beiwohnen & nachher in Belvoir in trautem Kreise, wie letzthin, mit uns zu Nacht essen.

Ich wünsche sehr, daß Du die l. deinigen besser wieder gefunden, als dieß bei mir wenigstens in Betreff meiner Mutter der Fall gewesen. Es wird uns sehr freuen, günstige Nachrichten von Deiner l. Familie durch Dich zu erhalten. Augusta be| findet sich wohl & die Kleinen auch, abgesehen von dem geringfügigen Tribute etwelchen Schnupfens, den sie der Jahreszeit bezalen müssen.

Ich will Dich übrigens nicht länger aufhalten mit meinem Geschwätze, werden wir uns ja übermorgen die Hand drücken & alles weitere mündlich verhandeln können. Also auf Wiedersehen.

Mit herzlichen Grüßen von uns Allen an Euch Alle

Dein

A Escher

Zürich
17 Febr 1862.