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Korrespondenz: Alfred Escher – Abraham Louis Tourte
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    1. von Abraham Louis Tourte, 22. Januar 1854 Schlagwörter: Nationalrat, Kommissionen (eidgenössische), Eidgenössische Universität (Projekt) AES B1299
    2. von Abraham Louis Tourte, 27. Januar 1854 Schlagwörter: Kommissionen (eidgenössische), Vereinigte Bundesversammlung, Krankheiten, Wahlen, Familiäres und Persönliches, Religion, Eidgenössischer Schulrat, Freiburger Konflikte (1848 ff.) AES B1301
    3. von Abraham Louis Tourte, 6. August 1854 Schlagwörter: Bundesrat, Wahlen, Eidgenössischer Schulrat, Eidgenössisches Polytechnikum, Universitäten und Hochschulen (diverse), Familiäres und Persönliches AES B1342
    4. von Abraham Louis Tourte, 30. November 1854 Schlagwörter: Politische Lage GE, Wahlen, Rechtliches, Parteienstreitigkeiten, Grosser Rat GE, Regierungsrat GE, Zollwesen, Eidgenössisches Polytechnikum, Nationalrat, Ständerat, Vereinigte Bundesversammlung, Presse (allgemein), Bundesrat, Familiäres und Persönliches, Personelle Angelegenheiten AES B1377
    5. von Abraham Louis Tourte, 4. Dezember 1854 Schlagwörter: Eisenbahntarife, Bundesrat, Vereinigte Bundesversammlung, Eisenbahnen Betrieb, Politische Lage GE AES B1379
    6. von Abraham Louis Tourte, 12. Dezember 1854 Schlagwörter: Liberale Presse, Wahlen, Eidgenössisches Polytechnikum (Projekt), Bundesrat, Nationalrat, Regierungsrat GE, Politische Lage GE, Rechtliches, Kommissionen (eidgenössische) AES B1384
    7. von Abraham Louis Tourte, 29. Dezember 1854 Schlagwörter: Wahlen, Rechtliches, Liberale Presse, Nationalrat, Eidgenössisches Polytechnikum (Projekt) AES B1388
    1. von Abraham Louis Tourte, 7. Januar 1855 Schlagwörter: Krankheiten, Eidgenössisches Polytechnikum, Grosser Rat GE, Universitäten und Hochschulen (diverse), Politische Lage GE AES B0973
    2. von Abraham Louis Tourte, 28. Februar 1855 Schlagwörter: Eidgenössischer Schulrat, Eidgenössisches Polytechnikum (Projekt), Bundesrat, Familiäres und Persönliches, Kommissionen (eidgenössische), Politische Lage GE, Presse (allgemein) AES B1177
    3. von Abraham Louis Tourte, 25. März 1855 Schlagwörter: Parteienstreitigkeiten, Compagnie du chemin de fer de Paris à Lyon (CPL), Eisenbahnen Finanzierung, Grosser Rat GE, Presse (allgemein), Bundesrat, Personelle Angelegenheiten, Eidgenössisches Polytechnikum, Wahlen AES B1410
  • von Abraham Louis Tourte, 10. März 1857 Schlagwörter: Familiäres und Persönliches, Neuenburger Frage (1848–1857), Eidgenössischer Schulrat, Compagnie du chemin de fer Victor-Emmanuel (CVE), Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Finanzierung, Crédit Mobilier AES B1580
    1. von Abraham Louis Tourte, 15. Juli 1860 Schlagwörter: Gesandtschaft in Turin/Florenz/Rom, Bundesrat, Diplomatische Aktivitäten, Gesandtschaften und Delegationen (diverse), Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Savoyer Frage (1859–1864) AES B1823+
    2. an Abraham Louis Tourte, 19. Juli 1860 Schlagwörter: Diplomatische Aktivitäten, Gesandtschaft in Turin/Florenz/Rom, Nationalrat, Kommissionen (eidgenössische), Bundesrat, Savoyer Frage (1859–1864) AES B1824+
    1860
  • 1870
  • 1880
  • o. J.

AES B1824 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#81* (Entwurf)

In: Jung, Escher Briefe, Band 5, Nr. 81

Alfred Escher an Abraham Louis Tourte, Bern, Donnerstag, 19. Juli 1860

Schlagwörter: Bundesrat, Diplomatische Aktivitäten, Gesandtschaft in Turin/Florenz/Rom, Kommissionen (eidgenössische), Nationalrat, Savoyer Frage (1859–1864)

Briefe

Bern 19 Juli 60.

M. l. Tourte!

Es scheint mir Pflicht zu sein, Ihr Schreiben v. 15 dß., das mir so eben zukömmt, mit aller Offenht. zu beantworten. Wenn ich diese Freimüthigkt. gegenüber jedermann jeweilen in Anwendung zu bringen die Gewohnheit habe, so glaube ich sie in doppeltem Maaße Ihnen, dem Freunde, gegenüber beobachten zu sollen.

Ich kann Ihnen n. verhehlen, daß v. Anfang an, als ich hörte, es soll Ihnen e. diplomatische Mission übertragen werden, die Besorgniß in mir wach gerufen wurde, es dürfte Ihr ganzes Naturell Sie zu dieser Art von Thät. n. vorzugsweise befähigen. Ich habe befürchtet, daß jene Gemessenht & Zurückhaltg., welche unerläßliche Eigenschaften einer erfolgreichen diplomatischen Wirksamkt sind, Ihnen nun einmal gemäß Ihrer ganzen Individualität n. in dem Maaße innewohnen, wie es wünschbar wäre.

Daß meine Besorgniß nicht ganz unbegründet war, bewies mir Ihre Correspondenz mit d. Bdsrathe1, welche ich als Mitglied der nationalräthl. Commiss. betr. d. Savoyerfrage einläßlich zu prüfen im Falle war. Ich muß Ihnen auch sagen – denn der Freund soll dem Freunde die volle Wahrheit Kund thun –, daß fast alle Mitglieder der Commission2 sich dahin äußerten, daß Ihre Correspondenz sie durchaus n. befriedigt habe. Wohl habe ich nicht nöthig hinzuzufügen, daß ich mich in dieser Bez. sowol im Schooße der Commiss. als außerhalb derselben entweder gar n. oder nur mit d. größten Zurückhaltg. aussprach.

Was nun den Bdsrath anlangt, so höre ich, daß manche Mitglieder mit der v. Ihnen beobachteten Haltg. n. einverstanden seien. Gemäß dem Urthle, das sich, wie bereits angegeben, auch mir aufgedrängt hat & da ich nicht gegen e. Freund da sprechen möchte, wo ich ke. Pflicht dazu habe, vermied ich es, direct mit den Mitgliedern des Bdsrathes über Ihre Leistungen in Turin Rücksprache zu nehmen.

Welches Verfahren nun der Bdsr. Ihnen gegenüber einzuschlagen gedenkt, ist mir unter diesen Umständen durchaus unbekannt. Ganz | abgesehen hievon & auch angenommen, der Bundesrath wolle Ihnen die Geschäftsträgerstelle in Turin übertragen3, möchte ich Ihnen als Freund emphehlen , selbst in Erwägg. ziehen zu wollen, ob Sie nicht glauben, die Ihnen verliehenen Kräfte in andern Wirkungskreisen zu vollerer & erfolgreicherer Entfaltg. bringen zu können, als in dem diplomatischen. Wenn Sie erklären würden, Sie haben nur die außerord. Mission übernehmen wollen & gedenken n., sich der diplomatischen Carrière bleibend zu wiedmen, so sehe ich n. ein, daß e. solche Erklärg. irgend etwas compromittirendes für Sie haben könnte.

Prüfen Sie nun den Inhalt dieses Briefes in aller Ruhe & wenn andere Ihrer Freunde Ihnen ein v. dem meinigen abweichendes Befinden abgeben4, so wollen Sie davon überzeugt sein, daß es gleichwol kr. besser mit Ihnen meint als Ihr Sie aufs freundschaftlichste grüßender

Dr A E.

Kommentareinträge

1Zu Tourtes Korrespondenz mit dem Bundesrat von Februar bis Juni 1860 vgl. Akten zur Savoyer Frage (BAR E2, 1000/44-1629; BAR E2, 1000/44-1630; BAR E2, 1000/44-1631; BAR E2, 1000/44-1632).

2Zur Beratung der Savoyer Frage wurden Kommissionen gebildet. In die nationalrätliche Kommission wurden Alfred Escher, Johann Jakob Stehlin, James Fazy, August von Gonzenbach, Alexis Allet, Johann Matthias Hungerbühler, Jules Martin, Friedrich Peyer im Hof und Joachim Heer gewählt. Die ständerätliche Kommission bestand aus Jakob Dubs, Emil Welti, François Briatte, Johann Jakob Blumer, Eduard Häberlin, Karl Schenk, Alexandre-Félix Alméras, Josef Arnold-Muheim und Josef Wilhelm Vigier. Vgl. Prot. NR, 29. März 1860; Prot. SR, 29. März 1860.

3Da die Bedeutung des Königreichs Sardinien-Piemont seit dessen Einverleibung der Lombardei zugenommen habe, stellte der Bundesrat in der Sommersession 1860 den Antrag, in Turin eine Geschäftsträgerstelle zu errichten. Der schweizerische Repräsentant in Turin sollte denselben Rang wie der schweizerische Repräsentant in Wien erhalten und mit 18 000 Franken im Jahr entschädigt werden. In der Meinung, dass es sich nur um eine vorübergehende Beamtung handle, nahm die Bundesversammlung den bundesrätlichen Antrag an. Der Bundesbeschluss kam dennoch einer Degradation gleich: Tourte hatte zuvor den Titel eines ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers getragen. Der Bundesrat erlaubte ihm, diesen Titel weiterhin zu tragen, was jedoch am geschmälerten Gehalt nichts änderte. Vgl. Prot. NR, 9. Juli 1860; Prot. SR, 12. Juli 1860; Le Conseil fédéral à l'Assemblée fédérale, 3. Juli 1860, in: DDS I, S. 779–780; Bericht der Kommission des Ständerathes über die Botschaft des Bundesrathes vom 3. Juli und den Beschluß des Nationalrathes vom 9. gleichen Monats, betreffend die diplomatische Vertretung der Schweiz bei der Regierung des Königreichs Sardinien (vom 11. Juli 1860) in: BBl 1860 III, S. 69–71; Altermatt, Diplomatie, S. 48–52; Heckner, Pioda, S. 34.

4Der Zürcher Ständerat Jakob Dubs bezeichnete Tourte als «diplomat. Springinsfeld». Dubs, Tagebücher, 30. März 1860.