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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B1732 | ZBZ FA Escher vG 207.103

Alfred Escher an Franz Hagenbuch, Bern, Mittwoch, 7. Juli 1858

Schlagwörter: Brückenbau, Bundesfinanzen, Bundesrat, Expropriationen, Gewässerkorrekturen, Postwesen, Regierungsrat ZH, Vereinigte Bundesversammlung

Briefe

CHANCELLERIE
FEDERALE SUISSE

Mein lieber Freund!

Der Bundesrath muthet der Bundesversammlung zu, in Bern & St. Gallen Postgebäude für je Fr. 500,000. zu bauen & dieß in der gegenwärtigen Zeit, in welcher die Post lediglich noch eine Briefpost ist! Es ist in der That, wie wenn man mit dem Gelde in der Eidg. Casse nicht fertig werden könnte! Wir haben im Sinne, uns diesen Verschwendungen zu widersetzen & sammeln zu dem Zwecke das erforderliche Material. Ich bitte Dich deshalb, mir zu melden, welche Summe der Ctn. Zürich auf sein Postgebäude verwendet hat.

Ist in Sachen des Arrangements mit der Gemeinde Außersihl po Hardstraße & Überbrückung der Sihl etwas Neues geschehen? Diese Angelegenheit muß einmal zum Ziele geführt werden. Am Ende, wenn trotz aller Anstrengungen eine gütliche Vereinbarung nicht erzielt werden kann, so wird in Gottes Namen hier wie anderwärts das Expropriationsverfahren in Anwendung zu bringen sein.

Das Begehren der Tieferlegung des Zürichsees & der Störung aller Etablissemente us. f. an der Limmat in Zürich wird Dich auch erbaut haben. Ich höre | eine dießfällige Zuschrift des Bundesrathes an die Regierung von Zürich sei der Direction der öffentlichen Arbeiten zur Antragstellung überwiesen worden. Ich ersuche Dich, mir Deine sachbezüglichen Ansichten mittheilen zu wollen, da ich vielfach angefragt werde, was die Regierung von Zürich zu diesen Sachen sage.

Ich hoffe, Ihr befindet Euch alle wohl bei Euerm Landaufenthalte, & grüße Dich herzlich als

Dein alter Freund

A Escher

Bern
7 Juli. 1858.