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Korrespondenz: Alfred Escher – Friedrich Gustav Ehrhardt

AES B1583 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#183*

Friedrich Gustav Ehrhardt an Alfred Escher, Zürich, Donnerstag, 19. März 1857

Schlagwörter: Chemin de fer de Lausanne à Fribourg et à la frontière bernoise, Compagnie Franco-Suisse (FS), Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS), Eisenbahnen Fusionen, Familiäres und Persönliches, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

F. G. EHRHARDT
Cantonsfürsprech
ZÜRICH

Mein bester Freund!

Nur mit zwei Worten bitte ich Dich, mir durch Herrn Dr. Graffenried schreiben zu lassen, ob die Vorlegung des Geschäftsberichtes in der Direction bis zu Deiner Rückkehr u. Anwesenheit verschoben werden soll – oder nicht? Mir wäre es natürlich lieber, doch accomodire ich mich – u. die Direction wird es wohl auch thun oder thun müssen – Deiner Willen. Ich habe Deinen Rath befolgt, kurz zu sein u. bin über die Fusionsbestrebungen nur so weit gegangen als es mir absolut erforderlich schien; denn etwas mußte ich doch sagen, um so mehr da die Sache schon mehrfach im Verwaltungsrathe besprochen wurde u. somit kein Geheimniß ist. Rath kann ich mir bei den beiden Mitgliedern der Direction, die hier sind nicht holen. Ich habe in Gottes Namen die Sache nach meinem Ermessen machen müssen, wobei es mich freilich genirt daß ich nicht die Tendenzen der Direction d. h. Deine, genau kennen kann u in vielen homo novus bin.|

Um die Post nicht zu versäumen, beschränke ich mich auf diese Anfrage. Ueber domestica & familiaria werde ich dir wahrscheinlich am nächsten Montag schreiben, da deine gute Mutter Sonntags eine bereits gestern begonnene Unterredung mit mir fortzusetzen beabsichtigt u. zu wünschen scheint, daß ich dir schreibe. Nur das glaube ich dir schon sagen zu sollen, sie mit einer herzlichen u. warmen Theilnahme u. Anerkennung von Deiner Braut wiederholt zu mir gesprochen hat. Hier hast Du gewiß keinerlei Unangenehmes zu befürchten, sondern Euer häusliches Leben wird ein Bild der besten u. aufrichtigsten Harmonie werden.

Die herzlichsten Grüsse an Dich, mein guter E. mit der Bitte, Dich zu schonen.

Grüsse an die Herren P. K. u. Gr.

Stets Dein

E.

Zürich 19. März 1857.