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Korrespondenz: Alfred Escher – Oswald Heer

AES B1461 | ZBZ Nachl. O. Heer 184.1

Alfred Escher an Oswald Heer, Belvoir (Enge, Zürich), Donnerstag, 2. August 1855

Schlagwörter: Erziehungsrat ZH, Personelle Angelegenheiten, Universität Zürich

Briefe

Mein theurer Freund!

Es ist Mitternacht vorbei & ich bin noch mitten im Briefschreiben, um vor meiner Abreise möglichst vollständig zu liquidiren. Diese Zeilen an dich sind mir ein freundlicher Lichtpunct in dem Dickicht unerquicklicher Geschäftsabhaspelei!

Beiliegend der Brief von Kölliker & ein Schreiben von Dr. Billeter, das ich dir darum zur Einsicht zustelle, weil der letztere noch Hoffnung hegen zu können glaubt, den Sinn der Mutter Köllikers durch Einwirkung eines, wie es scheint, besonders viel über sie | vermögenden zu wenden.

Mit H. Zehnder habe ich in der Angelegenheit der Wiederbesetzung der Obergärtnerstelle gesprochen. Er geht ganz mit uns einig, die Aufsichtscommission des botanischen Gartens ist jetzt zur Hinterbringung eines sachbezüglichen Vorschlages eingeladen. – Kern wird, wie ich höre, auf nächsten Montag nach Zürich zurückkehren & Du wirst dann gewiß nicht unterlassen, ihn über diese Angelegenheit zu verständigen, damit er, wenn die Anfrage der hiesigen Direction des Erziehungswesens an ihn gelangt, beförderlich præsidialiter seine Zustimmung ertheilt. | Regel ist bereits wieder im Besitze seiner Russischen Ernennungsurkunde.

Das beiliegende Gesuch des Lehrer Dietrich übermittle ich dir, damit diesem entsprochen werde, wenn Du es für thunlich hältst.

Und nun lebe wohl! Ich brauche Dir während meiner Abwesenheit meine Mutter nicht zu empfehlen. Wer wäre ihr anhänglicher als Du?

Mit den herzlichsten Wünschen für Deiner l. Frau völlige Wiederherstellung & mit den freundschaftlichsten Grüßen

ganz Dein

A Escher

Belvoir
2 Aug. 1855.