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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B1411 | ZBZ FA Escher vG 207.103

Alfred Escher an Franz Hagenbuch, Belvoir (Enge, Zürich), Dienstag, 27. März 1855

Schlagwörter: Familiäres und Persönliches, Feiern und Anlässe, Krankheiten

Briefe

Mein lieber Freund!

Meine Mutter & ich nehmen, woran Du übrigens wohl nicht zweifelst, den herzlichsten Antheil an dem schweren Leiden, das über Euer Haus gekommen. Wir vermögen in vollem Maaße zu ermessen, wie namentlich der Verlust eines Sohnes dir den herbsten Schmerz bereiten muß. Mögest Du im Schooße Deiner Familie & in dem Kreise Deiner Freunde etwelchen Ersatz für das schwere Unglück finden, das dir widerfahren! Ich sage «etwelchen Ersatz»: denn ich weiß leider nur zu gut, daß es Verlüste gibt, die unersetzlich genannt werden müssen.|

Wenn ich, obgleich ich wieder angefangen habe, einzelne Sitzungen zu besuchen, an dem Leichenbegängnisse, wo man mit entblößtem Haupte im Freien stehen muß, nicht erscheine, so weiß ich, daß Du der erste bist, der mich dazu auffordern würde.

Mit Herz & Hand ganz Dein

A Escher

Belvoir
27. März 1855.

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