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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B1392 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#244*

Franz Hagenbuch an Alfred Escher, s.l., Mittwoch, 17. Januar 1855

Schlagwörter: Bankinstitute, Bankwesen (allgemein), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Verträge, Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Mein Freund!

Um Dir rechten Bescheid geben zu können, habe ich heute die meinem Schwiegervater gehörenden Rathhausobligationen selbst eingezahlt.

Man erhält zunächst nur einen Empfangschein, diesen tauscht man nach ein Paar Wochen aus & erhält dafür eine Interimsaktie. Auf dieser Interimsaktie ist zugleich ein Quittungsbogen (Promisse ) angebracht, der abgeschnitten werden kann. Beide Scheine lauten nicht au porteur, sondern auf den Namen. Die eigentlichen Aktien werden erst im J. 1856 ausgestellt werden.

Was den Kurs betrifft, so sagte mir [Sulzer ?], er schwanke in der letzten Zeit zwischen 15 & 20. Fäsi schreibt, seine Promessen seien zu 20 zu haben, Schultheß Erben anerbieten großmüthig bloß 10. Auf dem Büreau von Leu & Cie sagte man mir, der Kurs sei 20 Frkn.

Da ich wußte, daß Sulzer, der als Mitglied der Direktion 10 ganze Aktien deponiren muß, noch nicht im Be| sitze von solchen ist, so fragte ich ihn, ob er derartige Promessen kaufen wolle. Er ist hiezu bereit & will für das Stück von fl: 100 (oder also von Frs. 250) Frk. 20 bezahlen. Er braucht, wenn ich nicht irre, 20 Stück, wofür er also 200 Frk. zu bezahlen hätte. Wünschest Du, die Promessen des Fräul. Escher an ihn zu verkaufen, so will ich das Geschäft gerne vermitteln.

An Schaffhausen wird wohl gar nicht geschrieben werden. Nach Durchlesung des betreffenden Vertrages habe ich mich überzeugt, daß dieser einen derartigen Schritt nicht nöthig macht.

Mit freundschaftlichem Gruße

Dein

Hagenbuch.

17. I. 55.

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