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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B1385 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#244*

In: Jung, Aufbruch, S. 886 (auszugsweise)

Franz Hagenbuch an Alfred Escher, s.l., Mittwoch, 13. Dezember 1854

Schlagwörter: Bundesgericht, Eidgenössisches Polytechnikum, Kirchenrat ZH, Regierungsrat ZH, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Vereine und Gesellschaften (allgemein), Wahlen

Briefe

Mein l. Freund!

Da ich das Schreiben an die N.O.Bahndirektion nicht abgehen lassen wollte, bevor es vom Reg.Rathe genehmigt war, so blieb dasselbe bis gestern unausgefertigt. In der Anlage erhältst Du eine Abschrift desselben.

Die Welschen scheinen in Bern allerlei Spuck zu treiben, das Polytechnikum drückt sie wahrscheinlich noch im Magen. Für uns Zürcher geht nicht ganz Alles nach Wunsch, so ärgerte mich die Opposition gegen deine Wahl zum Vizepräsidenten, zum definitiven Siege wünsche ich dir aber Glück. Bedenklich kömmt mir auch die Wahl von Blösch zum Präs. d. Bund.gerichtes vor. Ihr werdet uns nach Euerer Rückkehr über manche Kombinationen interessante, vielleicht nicht erfreuliche Mittheilungen zu machen haben.|

D. Reg.Rath hat gestern den Antrag des Kirchenrathes betr: d. Genehmigung der Liturgie angenommen. Du wurdest natürlich als Referent bezeichnet.

Im Fernern beschloß er, im Frühjahr den bedürftigsten Gemeinden durch Überlassung von Getreide in gleicher Weise an die Hand zu gehen, wie dieses Frühjahr; weiter will man jedoch nicht gehen. Man wird etwa 3000 Zentner Mais ankaufen. Überdieß wird man Gemeinden & gemeinnützigen Vereinen, die Ankäufe von Lebensmitteln machen wollen, gegen hinreichende Garantie, zu ermäßigtem Zinsfuße (3%) auf längstens 6 Monate Geldvorschüsse bewilligen, die jedoch für den Staat im Ganzen 100,000 Frkn nicht übersteigen sollen. Dieser Beschluß scheint mir d. richtige Mitte zu halten.

Mit freundschaftlichem Gruße

Dein

Hagenbuch.

13. XII. 54.

Kontexte