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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B1333 | ZBZ FA Escher vG 207.103

Alfred Escher an Franz Hagenbuch, Bern, Freitag, 7. Juli 1854

Schlagwörter: Eidgenössisches Polytechnikum, Familiäres und Persönliches, Nationalrat, Rollmaterial, Vereine und Gesellschaften (allgemein), Vereinigte Bundesversammlung, Zollwesen

Briefe

SCHWEIZERISCHE
BUNDESCANZLEI

Mein lieber Franz!

Am Sontage wird das Leichenbegängniß von Snell in Küsnacht Statt finden. Es scheint mir sehr wünschbar zu sein, daß unsere Partei zahlreich bei demselben vertreten sei: denn gewiß kann nicht geläugnet werden, daß Snell sich große Verdienste um den Ctn. Zürich, namentlich in den 30ger Jahren, erworben hat. Es ist daher sehr wünschbar, daß Du in der Samstaggesellschaft eine dießfällige Anregung machest & sonst noch etwa Angehörige unserer Partei, die Du|

siehst, zur Theilnahme an dem Leichenbegängnisse ermunterst. In einer Conferenz der liberalen Zürcherschen Mitglieder der Bundesversammlung, die eben in dieser Angelegenheit gehalten wurde & in der beschlossen ward, durch eine Abordnung Herrn Stämpfli zu Handen der Familie das Beileid zu bezeugen, wurde im fernern gewünscht, daß ich in der Weise, wie es nun geschehen ist, an dich schreibe.

Ich glaube mit Sicherheit annehmen zu können, daß die Sitzung des Nationalrathes nicht länger als 3 Wochen dauern wird, obgleich noch eine Reihe wichtiger Gegenstände zur Behandlung|

kommen werden, die nicht auf dem Tractandencirculare stehen. Die Ausdehnung der Zollbegünstigungen für die Eisenbahnmaterialien & der Credit für die erste Einrichtung der polytechnischen Schule – die beiden mich am meisten interessirenden Gegenstände – sind hoffentlich auf gutem Pfade.

Lebe wohl! Mache mitunter Deine ländlichen Spaziergänge & gedenke dann in Liebe

Deines

A Escher

Bern
7 Juli 1854.

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