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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Rüttimann

AES B1311 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#422*

Johann Jakob Rüttimann an Alfred Escher, Zürich, Samstag, 8. April 1854

Schlagwörter: Familiäres und Persönliches, Krankheiten, Regierungsrat ZH

Briefe

Zürich 8 April 1854

Mein lieber Freund.

Schreibe mir doch gefälligst mit zwei Worten, ob Du es für passend hältst, daß die Mitglieder des Reg.Rathes, welche in der Stadt wohnen, bei den morgens Statt findenden Gemeindsverhandlungen sich betheiligen. Es ist nähmlich gedenkbar, daß Recurse gegen das Ergebniß einkommen & daß man dann wegen der Theilnahme bei der erstinstanzlichen Verhandlung in Verlegenheit kommen könnte.

Ich wäre persönlich zu Dir gekommen; allein ich schlucke Medicin & muß mich vor Erhitzung & Erkältung in Acht nehmen, wie eine Wöchnerin. Dieses ewige Unwohlsein, das entsetzlich am Arbeiten stört, macht mir fast das Leben zur Last. Ich werde wohl mich gezwungen sehen, jedes Jahr irgend eine Cur zu machen & meinen ganzen Lebensplan wesentlich zu modificiren. Ob es dann hilft, steht dahin! Wenn es Dir nur nicht geht, wie mir. Die gütige Natur hat Dich freilich riesenmäßig ausgestattet in Vergleichung mit mir; aber Du hängst auch ganz andere Gewichtsteine an!

Adieu.

Ganz der Deinige

J Rüttimann

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