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Korrespondenz: Alfred Escher – Johannes Wild

AES B1303 | ETH-Bibliothek Hs 371

Alfred Escher an Johannes Wild, Bern, Donnerstag, 2. Februar 1854

Schlagwörter: Eisenbahngesetze, Expropriationen, Nationalrat, Rollmaterial, Zollwesen

Briefe

SCHWEIZERISCHE
BUNDESCANZLEI

Hochgeehrter Herr!

Ich habe im Sinne, im Nationalrathe auf einen niedrigern Zollsatz für die Einsenbahnwag gons hinzuarbeiten.

Bei diesem Anlasse könnte vielleicht auch folgender Punct in Anregung gebracht wer den: das Bundeseisenbahngesetz befreit von Eingangszoll: «Schienen, Schienenstühle, Drehschei ben, Räder, Achsen, Locomotiven & Coke.» Es hat mir nun seit Erlassung jenes Gesetzes scheinen wollen, es seien in dieser Aufzählung mehrere Gegenstände übergangen, die ebensogut vom Eingangszolle befreit werden könnten, wie die im Gesetze aufgezählten. Ich erwähne beispielsweise Laschen, Laschenbolzen, Unterlags platten usf. Ich möchte Sie nun bitten mir mit gef. Beförderung, wo möglich umgehend, ein genaues Verzeichniß der für die Eisen | bahnen erforderlichen Materialien, die noch vom Zolle befreit werden könnten, übersen den zu wollen. Ich denke, Sie werden Hrn Paulus bei Anfertigung dieses Verzeichnisses zu Rathe ziehen.

So eben sagte mir Herr Wäffler, man wun dere sich in Winterthur über die große Entschä digungssumme, welche Hrn. Landschreiber Knüsli ab Seiten der Eisenbahndirection angeboten worden sei; es heiße, Herr Landschreiber K. sei eben gut angeschrieben usf. Wollen Sie Hrn. Oberst Pestalozzi davon Mittheilung machen. Wenn im allgemeinen schon die Expropriationsfor derungen, die in Winterthur gestellt wer den, als unverschämt erscheinen, so muß ge wiß die Direction bei den ersten Käufen, beziehungsweise Entschädigungsverträgen, die sie abschließt, mit der größten Vorsicht zu Werke gehen.

Mit freundschaftlicher Hochachtung

Ihr ergebenste

Dr A Escher

Bern
2 Febrr 1854.

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