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Korrespondenz: Alfred Escher – Albert Hafner

AES B1286 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#243*

Albert Hafner an Alfred Escher, Uster, Montag, 12. Dezember 1853

Schlagwörter: Bittbriefe (diverse), Finanzielle Unterstützungen

Briefe

Uster den 12' December 1853

Hochzuverehrender Herr Präsident!

Vor ungefähr 3 Wochen hatte ich mir die Freiheit erlaubt, eine Bitte an Sie, bezüglich meiner beabsichtigten Rehabilitation, ehrerbietigst zu richten. Seit jener Zeit bin ich, wenn auch inzwischen noch auf mancherlei Verzögerungen und Hinderniße stoßend, doch so weit gelangt, daß ich die Erlangung meines Zwekes als ziemlich gesichert annehmen darf, dennoch fehlt mir immer noch ein Sümmchen, um alle Gläubiger, auch die, welche keine Eingaben im Koncurs haben, befriedigen zu können, was unter allen Umständen nothwendig ist, um endlich doch dahin zu gelangen, meinen Verdienst mit Sicherheit gehörig eintheilen zu können, wodurch ich allein mit einiger Ruhe auf eine zukünftige Existenz bliken darf.

Wenn auch allerdings, wie ich gar nicht verheimlichen will, meine Antezedentien, mit Bezug auf geregelte Sparsamkeit, nicht sehr günstig für mich sprechen werden, so glaube ich doch, daß es ungerecht wäre anzunehmen, daß ein derartiger früherer Fehler zeitlebens unverbesserlich sei & gewiß um so weniger, wenn derselbe von dem Betreffenden| ohne Hehl eingesehen ist.

In dieser Hinsicht glaube ich Ihnen, Hochzuverehrender Herr, ungescheut die Versicherung geben zu dürfen, daß eine allfällige Beihülfe Ihrerseits nicht nur Ihnen nicht verloren wäre, sondern auch bei mir gewiß auf keinen unfruchtbaren Boden fallen würde um in jeder Beziehung nur dankbare Früchte zu tragen.

Indem ich es nun hiemit wage, Sie nochmals um gütige Entsprechung meiner frühern Bitte, wenn auch nur theilweise, auf's herzlichste zu ersuchen, muß ich mir noch, unter höflichster Abbitte für meine Belästigungen, die 2te Bitte erlauben, mir das Ihnen im frühern Schreiben beigelegte Original-Zeugniß gütigst zu übersenden, indem ich dasselbe unverzüglich nach Bern senden sollte.

Mit nochmaliger inniger Bitte um gütige Entschuldigung empfiehlt sich Ihrem geneigten Wohlwollen auf's Angelegentlichste, Ihr mit der vollkommensten Hochachtung ergebenstr

Albt Hafner.

PS. darf ich Sie ersuchen, das Zeugniß unter der Adresse: A H: bei Doktor Hafner, in Uster, hieher zu senden? wo ich mich noch bis Donnerstag aufhalten werde.

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