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Korrespondenz: Alfred Escher – Andreas Rudolf von Planta
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • von Andreas Rudolf von Planta, 15. Oktober 1849 Schlagwörter: Kunst und Kultur, Universitäten und Hochschulen (diverse), Personelle Angelegenheiten, Universität Zürich AES B0700
  • 1850
    1. von Andreas Rudolf von Planta, 11. Januar 1852 AES B0974
    2. von Andreas Rudolf von Planta, 23. Februar 1852 Schlagwörter: Staatsverträge, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Lagebeurteilungen (diverse), Mont-Cenis-Bahn, Lukmanierbahnprojekt, Alpenbahn (allgemein), Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Eidgenössische Universität (Projekt), Bundesfinanzen, Familiäres und Persönliches, Flüchtlingspolitik AES B0993+
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 10. September 1852 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Expropriationen, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Eisenbahnen Bau und Technik, Schifffahrt, Grosser Rat GR, Grosser Rat SG, Vereinigte Bundesversammlung, Bundesrat, Schweizerische Nordbahn (NB), Splügenbahnprojekt, Gotthardbahnprojekt AES B1069
    4. von Andreas Rudolf von Planta, 1. Dezember 1852 Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (SGAE), Zürich-Bodensee-Bahn (ZBB), Schweizerische Südostbahn (SOB) AES B1121
    1. von Andreas Rudolf von Planta, 19. Mai 1853 Schlagwörter: Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnen Fusionen, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Tunnelbau, Eisenbahnen Bau und Technik, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Alpenstrassen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Landsgemeinde GL, Grosser Rat SG, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Bözbergbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB) AES B1195+
    2. von Andreas Rudolf von Planta, 17. Juni 1853 Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Alpenbahn (allgemein), Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Fusionen AES B1208+
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 17. August 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Familiäres und Persönliches AES B1230+
    4. an Andreas Rudolf von Planta, 21. August 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat ZH, Grosser Stadtrat Zürich, Staatsverträge, Handelsverträge, Schweizerische Centralbahn (SCB), Grosser Rat SG, St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (SGAE) AES B1231+
    5. von Andreas Rudolf von Planta, 23. August 1853 Schlagwörter: Handelsverträge, Staatsverträge, Splügenbahnprojekt AES B1233+
    6. von Andreas Rudolf von Planta, 26. August 1853 Schlagwörter: Handelsverträge, Staatsverträge, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Fusionen, Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Bau und Technik, Schweizerische Nordbahn (NB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat ZH, Grosser Stadtrat Zürich, Bözbergbahnprojekt AES B1234+
    7. von Andreas Rudolf von Planta, 2. September 1853 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Bau und Technik, Personelle Angelegenheiten, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Schweizerische Centralbahn (SCB), Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnlinie Zürich–Basel, Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS), Regierungsrat GR, Regierungsrat SG, Regierungsrat GL, Bundesrat AES B1243+
    8. von Andreas Rudolf von Planta, 9. September 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Lukmanierbahnprojekt AES B1249+
    9. von Andreas Rudolf von Planta, 23. September 1853 Schlagwörter: Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Eisenbahnen Finanzierung, Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Fusionen, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS) AES B1254+
    10. von Andreas Rudolf von Planta, 3. Oktober 1853 Schlagwörter: Regierungsrat ZH, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Verträge AES B1258
    11. von Andreas Rudolf von Planta, 15. Oktober 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Bau und Technik, Regierungsrat ZH, Postwesen, Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnen Finanzierung, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Wahlen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Vereinigte Bundesversammlung, Personelle Angelegenheiten, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B1264+
    12. von Andreas Rudolf von Planta, 16. Oktober 1853 Schlagwörter: Lukmanierbahnprojekt, Presse (allgemein), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Bözbergbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten AES B1265+
    13. von Andreas Rudolf von Planta, 20. Oktober 1853 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Rechtliches, Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat SG, Grosser Rat SG, Regierungsrat ZH, Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnlinie Zürich–Basel AES B1266
    1. von Andreas Rudolf von Planta, [1855] Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Finanzierung, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Nordbahn (NB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt AES B0048
    2. von Andreas Rudolf von Planta, [1855] Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Compagnie des chemins de fer de l'Est (französische Ostbahn) (EST), Compagnie du chemin de fer de Paris à Lyon (CPL), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Verrièresbahn, Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS) AES B0049
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 11. April 1855 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung AES B0084
    4. von Andreas Rudolf von Planta, 18. Dezember 1855 Schlagwörter: Krankheiten, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Krimkrieg (1853–1856), Lukmanierbahnprojekt AES B1468+
  • von Andreas Rudolf von Planta, 18. Mai 1856 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Fusionen, Presse (allgemein), Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Nordostbahn (NOB) AES B1487+
  • von Andreas Rudolf von Planta, 24. Juni 1860 Schlagwörter: Bittbriefe (diverse), Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Personelle Angelegenheiten AES B1820+
    1860
  • von Andreas Rudolf von Planta, 24. März 1863 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB), Presse (allgemein), Ausländische Einmischungen (Schweiz) AES B1988
  • 1870
  • 1880
  • o. J.

AES B1264 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#395*

In: Jung, Escher Briefe, Band 5, Nr. 18

Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, Reichenau, Samstag, 15. Oktober 1853

Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Lukmanierbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten, Postwesen, Regierungsrat ZH, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Vereinigte Bundesversammlung, Wahlen

Briefe

Hochgeehrter Herr & Freund!

Aus einem offiziellen Schreiben1 des Verwaltungsrathes werden Sie entnommen haben, daß wir unser Möglichstes gethan haben, um den Bedingungen Zürichs entgegenzukommen.2

Ich erlaube mir diesfalls nur noch wenige Nachträge. – Die Pestalozzischen3 Rheinwuhrgefahren haben wir ernstlich besprochen und ich glaube nicht daß man dieselben aus den Augen verlieren werde. – Immerhin konnten wir aber jezt nichts Weiteres zur Beruhigung Zürichs thun, als eine Zusicherung unserer Aufmercksamkeit in dieser Beziehung auszustellen.

Die Tracéfrage haben wir auch in der zwischen uns verabredeten Weise behandelt. Von einer Reversertheilung an St. Gallen war nie die Rede und wir waren einig darüber, daß wir solches nie thun werden. – Nur haben wir nicht so in nackten Worten dieses Ihrer Regierung gegenüber erklären können, damit wir nöthigenfalls unsere Erklärung an Zürich auch St Gallen gegenüber vorweisen können.

«Das freie Hand behalten in jeder Richtung» wird Ihnen | aber auch genügen. – Wegen der gleichzeitigen Vollendung der Linthlinie konnten wir auch nicht wohl weiter gehen. Sind Sie mit dem Vorschlag einverstanden, so würden wir dann mit den Engländern uns diesfalls in entsprechender Weise in Verbindung setzen. –

Es bliebe somit nur noch No 1 im Wege, um die zürcherische Einzahlung sofort bewerckstelligen zu können.4 – Es liegt uns, namentlich den Nichtstgallern sehr daran, daß Zürich nun wenigstens von jezt an stets dabei sei. Dies kann ohne Einzahlung nicht der Fall sein. Wenn Sie sich daher im Hinblick auf die abgegebenen Erklärungen und Aufschlüße befriediget fänden und etwa unter der Voraussetzung «daß die mit den Engländern abgeschloßenen Verträge ihre pünctliche Vollziehung finden und jedenfalls die von St. Gallen an die Erstellung der Wallenseebahn geknüpfte Bedingung des Vorhandenseins von 20 Millionen in Erfüllung gehen werde» wircklich einzahlen wollten, so würden Sie dem Unternehmen und namentlich der Stellung Zürichs zu demselben einen wesentlichen Vorschub leisten! | Ich glaube mich nicht zu irren, wenn ich meine, daß man Zürichs Zaudern als Achselträgerei5 deutet und st.gallischer Seits deßen Beitrit nichts weniger als gern sieht. –

Andrer Seits müßen wir nun einmal nach England bestimmt melden können, wie viel Capital wir wircklich aufgebracht! – Sie brauchen diese Angaben dort, um in ihrem Prospectus6 und in ihren Operationen sich darnach richten zu können. Wenn das Sprichwort: «Der gibt doppelt, der rasch gibt» im gemeinen Leben schon richtig ist, so gilt das noch in viel größerm Maße bei einem zu accreditirenden Unternehmen. – Mit diesem Zaudern im Einzahlen machen Sie unsre eignen Actionairs stutzig, unsern Verläumdern geben sie die besten Waffen und statt uns zu nützen, schaden Sie uns in der öffentlichen Meinung. – Endlich sagen die Leute nicht mit Unrecht: «Ja! wenn die Zürcher erst warten wollen, bis der Vertrag vollständig erfüllt ist so brauchen wir sie und ihr Geld dann gar nicht mehr, da ihr Geld nicht beßer ist als englisches Geld!» Und wenn St. Gallen, Bünden, Glarus, Chur, Rapperschwyl usw auf den Tag einzahlen, so liegt wahrlich! kein Grund vor, daß Zürich noch besonders zuwarte. Denn am Ende zahlt man auf Grundlage des Programms und des spätern Circulars ein und somit ist die Linth- wie Rheinlinie garantirt! – | Dies sind nicht Äußerungen, die im Verwaltungsrathe gefloßen, sondern wie ich sie allenthalben vernommen. Ich theile sie offen mit, weil ich überzeugt bin, daß ein steifes Festhalten Zürichs an der ersten Bedingung nicht nur den moralischen Eindruck von Zürichs Beitrit ziemlich paralysirt, sondern die ganze Stellung Zürichs zum Unternehmen von vornherein etwas verschiebt. – Eine bestimmte Erklärung, man werde also auf 1sten November die 100 + 100,000 Franken zu unserer Verfügung stellen würde daher umgekehrt äußerst wohlthätig wircken. Für diesen Fall würden wir diese Summe gerade bei Ihrer Bank zu deponiren den Auftrag ertheilen, indem wir ihr bis Februar 200,000 fr. zu 3¼% überlaßen. Sollten wir auf diese Summe, was wir nicht hoffen wollen, per 1sten Novembr nicht rechnen können, so müßten wir für anderweitige Zusendungen sorgen, obschon diese Manipulation höchst einfach wäre und keine Incassoabzüge verursachte!

Da man in St. Gallen die ganze Tracéfrage als eine Conspirition von Glarus mit Zürich ansieht, so glaube ich eine eventuelle Zusammenkunft in Glarus sollte vermieden werden. – Am 27sten d. M komme ich muthmaßlich nach Zürich oder am 28sten. – Vor einer Conferenz in Glarus haben mich sehr wohldenkende St.Galler gewarnt, weil man Weiß der Himmel was dahinter vermuthen und demzufolge schädlichen Allarm schlagen würde. –|

Von Killias bin ich seit acht Tagen ohne Berichte weiß daher nichts aus England. Dagegen schrieb mir unter dem 4ten Octbr Mr Brett7, am 14ten dM werde er von London abreisen nach Turin und auf der Durchreise mit mir mündlich über die Geschäfte reden. – Der kurze Brief8 handelte nur von meinem Avis auf Speiser aufzupaßen. –

Es thut mir Leidt daß Sie Killias recht intereßante Aufsätze9 nicht gelesen. Ich dencke sie werden jezt wohl im «Bund» erscheinen wenn der «Bund» sie liefern darf. Tscharner10 sagte mir jüngst bei unsern zufälligen Begegnen in Rorschach, sie hätten ihren Abonnenten in der Mittelschweiz sehr vor den Kopf gestoßen mit unsern Lukmanierartikeln. – In Bern will Niemand an den Lukmanier glauben. – Auch seien Berufungen an die Bundesversammlung gegen die Conzeßionsgenehmigung möglich. Quant a moi wenn unterdeßen nur einbezahlt ist. – Laut Killias Aufsatz ist die größte Dummheit der Centralbahn die Surseelinie. Somit rennen sich die Herren immer tiefer hinein, während man mir von Genf schreibt, man sollte sich doch in der Schweiz allseitig zu einer Verständigung und einem großen ensemble, wenn auch mittelst verschiedener Gesellschaften, verständigen, um den Schweizern Actien Credit zu verschaffen.|

St. Gallen Wyl steckt überall die Linie aus. – Mein Gut11 wird nach neustem Tracé ganz jämmerlich zertheilt, während das frühere noch ziemlich anging. Ich unterhandle wegen Beibehaltung des frühern, sonst schraube ich alle meine Forderungen möglichst hoch. Aadorf soll lieber einen Bahnhof bei Taenikon wünschen, sowie die andern Dörfer, anstatt soweit gegen Elgg hin. Wenn nun auch Elgg lieber den Bahnhof näher und mehr gegen Winterthur hin haben wollte, namentlich des Turbenthals wegen, so ließe sich die Sache vielleicht leicht machen, besonders wenn Thurgau statt bei Sirnach und Eschlikon nur Eschlikon und dann Taenikon als Haltpuncte bestimmte und dann Elgg und Zürich für sich einen ganz geeigneten Punct wollten. – Aadorf hatte solche Beschlüße vor meiner Ankunft von sich aus gefaßt. Am Ende ließe sich die Sache auch gegen Rickenbach abmachen; also Sirnach, Eschlikon, Taenikon -Aadorf und ganz nahe an Elgg. statt unten bei der Glashütte. Damit wäre glaube ich Jedermann befriediget, besonders Gunters- Meyers-12 Iltis-Ettenhausen Tuttwyl, Wengi, Bichelsee und Aadorf -Taenikon.|

Wenn Herr Schweizer seinen Posten in Bern wircklich verläßt, so hätte der drittbeste Beamte der Schweiz mein Landsmann Romedy13 Anwartschaft auf diese Stelle. – Bleibt Munzinger14 dabei, so wird er wohl auch gewählt, ob sonst, ist die Frage.15 An Rechtschaffenheit kriegt die Eidgenoßenschaft an einem solchen Posten, wo mit Verträgen soviel Geheimes geschehen kann, keinen solidern. – Kopf und Sprachkenntniße sind gehörig vorhanden und zum Befehlen ist der Mann vielmehr von der Natur geschaffen, als zur untergeordneten Rolle. – Am Commando würde er erst seine wahre Fähigkeit bezeugen können. – Es wäre daher in dieser, einer etwas militärischen Hand bedürftigen Stelle schade, sehr schade, wenn statt eines ehrlichen Ostschweizers ein beliebiger Berner oder sonstiger Centralbeamte gewählt würde! Ein Franzose, der mit der übrigen Schweiz nicht correspondiren kann, paßte auch schlecht. – Somit darf ich Ihnen mit gutem Gewißen meinen werthen Freund Romedy recht sehr Ihrer Beachtung emphelen. – Mit Herrn Schweizer war er nicht immer d'accord, aber wie gesagt, zum Unteroffizier taugt er entschieden weniger als auf einem verantwortlichen, sein point d'honneur spornenden Posten! Dabei ehrlich und honorig, wie Gold!|

Mit Herrn Höfliger16 habe ich die Weesener Frage17 auch besprochen, sowie bei Curti18 sie angezogen. Curti ist hierin der Hitzigste. – Aber ich glaube, daß wenn von st.gallischen Gemeinden her z. B. von Schaenis gegen solche Umwege und für Verlegung des Knotenpunctes der Südost und Glarner bahn gearbeitet würde, man in St. Gallen, Weesen fallen laßen dürfte. Die Glarner sollten sich daher hinter Schaenis stecken, den Bahnhof dorthinüber verlegen und dafür die Zweigbahn nach der Ziegelbrücke hinunterziehen. – Von Rapperschwyl bis Schmerikon ist nur ein tracé möglich und von da nach Schaenis zwei voneinander unbedeutend an Laenge abweichende, wovon die innere Linie Uznach und das Toggenburg weit mehr berücksichtigen würde. Diese Einmündung Toggenburgs ist aber auch für den Zürcherischen Verkehr nicht gleichgültig da Zürich fast so nahe als St. Gallen diesem industriellen Ländchen zu stehen kommen dürfte. –

Doch für heute habe ich Sie nun schon zu lange in Anspruch genommen. Ich schließe daher mit den freundschaftlichsten Emphelungen

Ihres
ergebensten

A R v Planta

Reichenau den 15ten Octbr
1853

Kommentareinträge

1Schreiben nicht ermittelt.

2Gemeint ist die Frage der finanziellen Beteiligung des Kantons Zürich bei der Südostbahn. Vgl. Escher und die Ostalpenbahnfrage, Absatz 17; Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, 29. April 1853.

3Vermutlich Heinrich Pestalozzi (1790–1857), Grossrat (ZH), Strassen- und Wasserbauinspektor des Kantons Zürich, Direktionsmitglied der Nordostbahn.

4Der Kanton Zürich wollte die Einzahlung der zugesagten Aktienübernahme erst leisten, wenn die Südostbahn den Nachweis erbracht hatte, dass bereits 4 Mio. Franken von anderen Beteiligten eingezahlt seien. Vgl. Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, 22. Oktober 1853; Wegmann, Vereinigte Schweizerbahnen, S. 40.

5Achselträgerei: [den Mantel] auf beiden Schultern tragen; sich für beide Parteien einsetzen, sich mal der einen, dann der anderen Partei zuwenden; heuchlerisch handeln.

6 Vgl. Prospectus South-Eastern Railway of Switzerland; Programm SOB.

7 John Watkins Brett (1805–1863), englischer Telegrapheningenieur, stellte die erste Telegraphenverbindung durch den Ärmelkanal her; Mitglied des englischen Konsortiums für die Südostbahn.

8Brief nicht ermittelt.

9Gemeint ist eine Abhandlung von Killias, die unter dem Titel «Freimüthige Gedanken über ein rationelles schweizerisches Eisenbahnnetz» als Serie von 16 Artikeln über 15 Ausgaben hinweg im Oktober 1853 im «Bund» publiziert wurde. Vgl. Killias, Gedanken.

10 Johann Karl von Tscharner (1812–1879), Chefredaktor des «Bundes».

11Planta erwarb 1850 im Namen seiner Mutter Nina von Planta das ehemalige Klostergut Tänikon (Gemeinde Aadorf, TG) und wandelte es in den folgenden Jahrzehnten zu einem landwirtschaftlichen Musterbetrieb um. Vgl. Planta, Tänikon, S. 3–4; Zehnder, Tänikon, S. 55–58.

12Gemeint ist Meistershausen; dieses entspricht der Ortschaft Maischhausen.Vgl. Neues Vollständiges Ortslexikon, S. 353.

13 Johann Albert Romedi (1819–1876), Adjunkt des Kursinspektors der Schweizerischen Generalpostdirektion, Georg Friedrich Schweizer.

14 Josef Munzinger (1791–1855), Bundesrat (SO).

15 Romedi wurde vom Bundesrat am 2. Januar 1854 zum neuen Kursinspektor gewählt. Vgl. Prot. BR, 2. Januar 1854.

16 Anton Höfliger (1811–1886), Grossrat (SG), Mitglied des provisorischen Verwaltungsrats der Südostbahn.

17Die Konzessionen der Kantone Glarus, Graubünden bzw. St. Gallen für die Südostbahn sahen vor, dass eine Linie entlang dem linken Ufer des Walensees erstellt werde, die im weiteren Verlauf von Weesen über sankt-gallisches Gebiet nach Rapperswil geführt werden sollte. Zugleich sollte eine Zweigbahn nach Glarus auf Glarner Kantonsgebiet in diese Linie einmünden.Vgl. Beschluß der Landesgemeinde des Kantons Glarus, betreffend Ertheilung einer Konzession für Erstellung einer Eisenbahn von Wallenstadt bis Glarus (vom 2. Januar 1853), in: BBl 1853 I, S. 119–123; Konzessionsakt des Großen Rathes von Graubünden (vom 8. Januar 1853), in: BBl 1853 I, S. 128–134; Konzessionsakt für Erstellung einer Eisenbahn von Wallenstadt nach Weesen, und von Weesen durch das Gaster und den Seebezirk nach Rapperschwyl (vom 19. Januar 1853), in: BBl 1853 I, S. 150–156.

18 Basil Ferdinand Curti (1804–1888), Grossrat und Regierungsrat (SG), Mitglied des weiteren Komitees der Südostbahn.