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Korrespondenz: Alfred Escher – Andreas Rudolf von Planta
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • von Andreas Rudolf von Planta, 15. Oktober 1849 Schlagwörter: Kunst und Kultur, Universitäten und Hochschulen (diverse), Personelle Angelegenheiten, Universität Zürich AES B0700
  • 1850
    1. von Andreas Rudolf von Planta, 11. Januar 1852 AES B0974
    2. von Andreas Rudolf von Planta, 23. Februar 1852 Schlagwörter: Staatsverträge, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Lagebeurteilungen (diverse), Mont-Cenis-Bahn, Lukmanierbahnprojekt, Alpenbahn (allgemein), Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Eidgenössische Universität (Projekt), Bundesfinanzen, Familiäres und Persönliches, Flüchtlingspolitik AES B0993+
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 10. September 1852 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Expropriationen, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Eisenbahnen Bau und Technik, Schifffahrt, Grosser Rat GR, Grosser Rat SG, Vereinigte Bundesversammlung, Bundesrat, Schweizerische Nordbahn (NB), Splügenbahnprojekt, Gotthardbahnprojekt AES B1069
    4. von Andreas Rudolf von Planta, 1. Dezember 1852 Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (SGAE), Zürich-Bodensee-Bahn (ZBB), Schweizerische Südostbahn (SOB) AES B1121
    1. von Andreas Rudolf von Planta, 19. Mai 1853 Schlagwörter: Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnen Fusionen, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Tunnelbau, Eisenbahnen Bau und Technik, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Alpenstrassen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Landsgemeinde GL, Grosser Rat SG, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Bözbergbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB) AES B1195+
    2. von Andreas Rudolf von Planta, 17. Juni 1853 Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Alpenbahn (allgemein), Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Fusionen AES B1208+
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 17. August 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Familiäres und Persönliches AES B1230+
    4. an Andreas Rudolf von Planta, 21. August 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat ZH, Grosser Stadtrat Zürich, Staatsverträge, Handelsverträge, Schweizerische Centralbahn (SCB), Grosser Rat SG, St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (SGAE) AES B1231+
    5. von Andreas Rudolf von Planta, 23. August 1853 Schlagwörter: Handelsverträge, Staatsverträge, Splügenbahnprojekt AES B1233+
    6. von Andreas Rudolf von Planta, 26. August 1853 Schlagwörter: Handelsverträge, Staatsverträge, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Fusionen, Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Bau und Technik, Schweizerische Nordbahn (NB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat ZH, Grosser Stadtrat Zürich, Bözbergbahnprojekt AES B1234+
    7. von Andreas Rudolf von Planta, 2. September 1853 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Bau und Technik, Personelle Angelegenheiten, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Schweizerische Centralbahn (SCB), Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnlinie Zürich–Basel, Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS), Regierungsrat GR, Regierungsrat SG, Regierungsrat GL, Bundesrat AES B1243+
    8. von Andreas Rudolf von Planta, 9. September 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Lukmanierbahnprojekt AES B1249+
    9. von Andreas Rudolf von Planta, 23. September 1853 Schlagwörter: Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Eisenbahnen Finanzierung, Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Fusionen, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS) AES B1254+
    10. von Andreas Rudolf von Planta, 3. Oktober 1853 Schlagwörter: Regierungsrat ZH, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Verträge AES B1258
    11. von Andreas Rudolf von Planta, 15. Oktober 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Bau und Technik, Regierungsrat ZH, Postwesen, Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnen Finanzierung, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Wahlen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Vereinigte Bundesversammlung, Personelle Angelegenheiten, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B1264+
    12. von Andreas Rudolf von Planta, 16. Oktober 1853 Schlagwörter: Lukmanierbahnprojekt, Presse (allgemein), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Bözbergbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten AES B1265+
    13. von Andreas Rudolf von Planta, 20. Oktober 1853 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Rechtliches, Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat SG, Grosser Rat SG, Regierungsrat ZH, Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnlinie Zürich–Basel AES B1266
    1. von Andreas Rudolf von Planta, [1855] Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Finanzierung, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Nordbahn (NB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt AES B0048
    2. von Andreas Rudolf von Planta, [1855] Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Compagnie des chemins de fer de l'Est (französische Ostbahn) (EST), Compagnie du chemin de fer de Paris à Lyon (CPL), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Verrièresbahn, Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS) AES B0049
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 11. April 1855 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung AES B0084
    4. von Andreas Rudolf von Planta, 18. Dezember 1855 Schlagwörter: Krankheiten, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Krimkrieg (1853–1856), Lukmanierbahnprojekt AES B1468+
  • von Andreas Rudolf von Planta, 18. Mai 1856 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Fusionen, Presse (allgemein), Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Nordostbahn (NOB) AES B1487+
  • von Andreas Rudolf von Planta, 24. Juni 1860 Schlagwörter: Bittbriefe (diverse), Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Personelle Angelegenheiten AES B1820+
    1860
  • von Andreas Rudolf von Planta, 24. März 1863 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB), Presse (allgemein), Ausländische Einmischungen (Schweiz) AES B1988
  • 1870
  • 1880
  • o. J.

AES B1254 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#395*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 22

Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, Samedan, Freitag, 23. September [ 1853 ]

Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Fusionen, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochverehrter Herr & Freund!

Wir erwarten täglich sehnsüchtigst einen endlichen Entscheid von Zürich in der Betheiligungsfrage . – Wie sehr eine solche Betheiligung im größten Interesse Zürichs liegt und wie sehr sie beitragen würde, sofort unser Unternehmen ganz zu consolidiren will ich nicht wiederholen. – Wenn auch bis jezt auch keine irgendwie bedeutende Rücktritte statt gefunden haben und durch neue Actienzeichnungen hinlänglich gedeckt sein mochten, so würde es uns den Engländern und diesen ihrem Geldmarkt gegenüber äußerst lieb sein, wenn die 1½ Mill. von Zürich nun auch fest stünden.1 – Gerade der Oltener Generalversammlung2 gegenüber wäre es sehr zweckmäßig sich so lebenskräftig und zukunftsicher zu zeigen. – | Ich halte nämlich dafür, man sollte nun nicht nach dem Sieg3 die Hände falten sondern die neue Position sichern und dann gleich dem Erzgegner offensiv näher auf den Pelz rücken. – Eine ganz offene Entfaltung des Bötzberg paniers4 zur möglichsten Schachmattmachung der Oltener schiefen Idee möchte möglicher Weise beitragen, Basel doch zum Capituliren zu bringen. Den Baslern muß es nun selbst daran liegen möglichst direct mit dem Lukmanier in Verbindung zu stehen, Olten hat für sie nun an Bedeutung verloren. Mir scheint es daher, Sie sollten Ihr Verhältniß zu Hottinger5 schnell benützen, um ihn auf die nunmehrige Realisirung Ihrer Prophezeiungen in Betreff des Hauensteins aufmercksam zu machen und begreiflich zu machen, daß der Lukmanier | verkehr nicht immer den Umweg über Olten nehmen werde. Eine directe schweiz. Linie nach Basel würde nebst der ZürichWaldshut Badenser Bahn gewiß den ganzen Basler Verkehr nach Osten aufnehmen. Noch sei es Zeit, die badische Linie durch Erstellung der Bötzberg bahn zu hintertreiben. Mit Olten sei auch dem Westen nicht gedient und die Zeit werde auch dorten dem Hauenstein natürlichere Linien als kürzere Concurrenten zur Seite stellen.

Das Zweckmäßigste sei also offenbar eine neue Verständigung in der Art, daß die Centralbahn statt über Olten nach Brugg baue und sich mit den Zürcherlinien fusionire wogegen die Nordostbahn den Waldshuterarm aufgeben würde. – Diese vereinigte Nordostbahn hätte dann den Schlüßel zur ganzen Schweiz in der Hand.6 | Von Basel via Bötzberg die Diagonale nach Chur zum Anschluß an den Lukmanier und vom Bodensee nach der Kreutzstraße 7 im Aargau zum Fortführen der Centralbahnconzession bis Bern und Handreichung an die Westbahn. – Das ganze Unternehmen müßte dann brillant ausfallen, während mit dem Hauenstein Basel, Ost und Westschweiz unbefriediget blieben und höchstens der Rheinthaler Bodenseelinie größere Bedeutung verschaffen, schließlich jedenfalls aber doch einer directen Bötzberglinie unterliegen müßte. Diese werde und könne aber nicht ausbleiben. Ergo noch rechtzeitige Verständigung und Fusion mit Nordostbahn via Bötzberg. Diese gewiß nicht ganz grundlose Idee in Paris bei Hottinger und in Basel rechtzeitig angebracht, müßte auf den 29sten gut wircken in unserm Sinne. Für die Banquiers in Paris sollte dieselbe aber einen höchst willkommenen Ausweg bieten, sowie für die zürcher Actien einen neuen Markt und Abfluß, sowie [Hauße?]. | Speiser8 ist nach London, ergo gehen wir nach Paris! Ich würde sogleich schreiben an Ihrer Stelle sowie Escher Bodmer9 per Eilzug sofort abordnen! Meine Parole ist jezt nach der Ertheilung der Lukmanierconzession im Tessin: «Oltener Loch und Waldshut gestopft!» Mir ahnt, im Herzen wären selbst die Basler und Centralbahnisten darob froh. Nur rasch und ohne Zeitverlust operirt und wir müßen ein natürliches Netz noch zu Stande bringen! –

Ceterum censeo10, Zürich sollte um Alles in der Welt ja! bald seine Betheiligung bei der Südostbahn aussprechen! Man wird es gewiß bitter bereuen, wenn man sich thatsächlich indifferent gezeigt, denn beim jetzigen hochen Disconto11 dürften am Ende die Engländer sich einstweilen auf die 2 Sectionen der Südostbahn beschräncken12 um so mehr als der Monte Cenere Tunnel dazu gekommen. Ob sie später dann nicht auf einmal finden werden | daß es convenabler sei eine Kinzigthalbahn zu übernehmen statt zwischen Basel Waldshut und Basel Olten noch Basel Brugg zu bauen, weiß ich nicht?

Aber das sagt mir mein Gefühl, daß Zürich seine [...?] Einflußlosigkeit bei der Südostbahn gewiß noch mannigfach wird bereuen müßen, wenn es nicht Mitactionair ist. Der 1ste Octbr ist nahe und am 10ten senden wir die geschloßenen Verzeichniße nach London!13

Die Stadt Chur hat ja ihre Million wieder ganz einstimmig votirt und dazu noch neue Waßerbauten decretirt;14 wie kann denn Zürich so ängstlich zaudern? – Doch ich schließe in der Zuversicht bald günstige Berichte zu erhalten – freundschaftlichst Sie grüßend

Seitens
Ihres
ergebensten

A R v Planta

Samaden den 23sten Sept.15

Kommentareinträge

1Von Kanton und Stadt Zürich wurde der Südostbahn je eine halbe Million Franken angeboten. Woher die restliche halbe Million in Plantas Berechnung stammt, bleibt unklar. Privatzeichnungen aus dem Kanton Zürich in der Höhe von 412 000 Franken waren bereits früher eingegangen. Bei der frisch fusionierten Schweizerischen Nordostbahn war eine Beteiligung zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema. Vgl. Wegmann, Vereinigte Schweizerbahnen, S. 40–41; Prot. GV NOB, 12. September 1853; Prot. Dir. NOB, 1853; Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, 26. August [ 1853 ].

2Am 29. September 1853 fand in Olten die erste Generalversammlung der Schweizerischen Centralbahn statt. Vgl. Prot. Dir. SCB, 30. September 1853.

3Der Tessiner Grosse Rat hatte die Lukmanierkonzession am 15. September 1853 mit 91 zu 11 Stimmen bewilligt. Vgl. Processi verbali del Gran Consiglio, 15. September 1853 (S. 87); Georg Joseph Sidler an Alfred Escher, 11. September 1853, Fussnote 8.

4Panier: Kriegsbanner.

5 Jean-Henri Hottinguer (1803–1866), Patron des Bankhauses Hottinguer in Paris.

6Das Bankhaus Hottinguer in Paris bemühte sich seit längerer Zeit um eine Vernetzung der Schweizer Eisenbahngesellschaften, um so durchgehende Schienenverbindungen zwischen dem Genfer- und dem Bodensee zu ermöglichen. Die ersten Angriffspunkte bildeten die Schweizerische Centralbahn und die Compagnie de l'Ouest-Suisse. Vgl. NZZ, 15. Februar 1853; Jung, Aufbruch, S. 426; Jakob Dubs an Alfred Escher, 12. Juni 1853; Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, 17. Juni [ 1853 ].

7Kreuzstrasse, heute Ortsteil der Gemeinde Oftringen: Kreuzung der wichtigsten Strassenverbindungen der Schweiz von Zürich nach Bern und von Basel nach Luzern.

8 Johann Jakob Speiser (1813–1856), Direktionspräsident der Schweizerischen Centralbahn.

9 Johann Conrad Escher-Bodmer (1812–1871), Zürcher Unternehmer und Jurist. – Escher-Bodmer unterzeichnete als Direktionsmitglied der Schweizerischen Nordostbahn im Mai 1856 entgegen den Instruktionen der übrigen Schweizerische Nordostbahn-Direktoren den Fusionsvertrag zu den Vereinigten Schweizerbahnen. Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, 27. Mai 1856; Escher und die Ostalpenbahnfrage, Absatz 25.

10Ceterum censeo (lat.): im übrigen meine ich.

11Die namentlich wegen des drohenden Krimkrieges angespannte Börsenlage veranlasste die Bank of England, den Diskontsatz kontinuierlich zu erhöhen. Im Juni 1853 betrug er noch 3½%, am 1. September bereits 4%, zwei Wochen später sogar 4½%; eine weitere Erhöhung auf 5% wurde Ende September allgemein erwartet. Für das englische Konsortium gestaltete sich in dieser Situation die Emission der übernommenen Aktien sehr schwierig. Vgl. NZZ, 6. Juni 1853, 4. September 1853, 18. September 1853, 25. September 1853, 2. Oktober 1853, 26. Oktober 1853; Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, 22. Oktober 1853; Johann Jakob Blumer an Alfred Escher, 7. November 1853.

12Neben der ersten (ChurRorschach bzw. Rapperswil) und der zweiten Sektion (ChurLocarno) waren als dritte Sektion die Verbindungslinien zwischen den Endpunkten der anderen beiden Sektionen und den schweizerischen, deutschen und italienischen Bahnlinien vorgesehen. In den provisorischen Statuten ist diese dritte Sektion erwähnt; in den definitiven Statuten vom 1. September 1853 fehlt sie hingegen. Vgl. Prot. VR/WK SOB, 13. Februar 1853 S. 4–5.

13Gemäss Vertrag mit dem englischen Konsortium eröffnete der Verwaltungsrat der Schweizerischen Südostbahn eine letzte Aktienzeichnung mit Schlusstermin am 1. Oktober 1853 und placierte zu diesem Zweck Bekanntmachungen in verschiedenen Zeitungen. Vgl. Konvention Gründung Gesellschaft, Art. 10, S. 11; Liberaler Alpenbote, 6. September 1853.

14Stadtrat und Bürgerversammlung von Chur hatten beschlossen, von ihrem Rücktrittsrecht von der Aktienzeichnung in der Höhe von 1 Mio. Franken keinen Gebrauch zu machen, sondern die Zeichnung auf das neue, mit dem englischen Konsortium vereinigte Unternehmen Schweizerische Südostbahn mit den Linien ChurRorschach bzw. Rapperswil und Option auf Fortsetzung über den Lukmanier zu übertragen. Zur gleichen Zeit mussten weitere teure Infrastrukturprojekte – die Reparatur von zerstörten Rheinwuhren sowie die Wasserversorgung von Brambrüesch nach Chur – mit städtischen Geldern finanziert werden. Vgl. Bündner Zeitung, 15. September 1853; Liberaler Alpenbote, 22. September 1853; Kreisschreiben SOB 1853; Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, 9. September [ 1853 ].

15Datierung gemäss Briefkontext.