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Korrespondenz: Alfred Escher – Anton von Salis
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    1. von Anton von Salis, 13. August 1853 Schlagwörter: Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnstrecken Konzessionen, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat TI AES B1228+
    2. von Anton von Salis, 8. September 1853 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Regierungsrat GR, Regierungsrat SG, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Grosser Rat GR, Lukmanierbahnprojekt AES B1247
    3. von Anton von Salis, 18. September 1853 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Schweizerische Südostbahn (SOB), Regierungsrat GR AES B1252
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AES B1228 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#425*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 11

Anton von Salis an Alfred Escher, Chur, Samstag, 13. August 1853

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat TI, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Chur 13. Aug 1853.

Werther Herr & Freund

Wie sieht es denn mit der Staats betheiligung Zürichs an der Südostbahn aus? Weder von Canton noch Stadt erfahren wir das Geringste & doch sollte die Sache wo immer möglich noch vor der Behandlung der Conzessionsfrage im Tessin'schen Großen Rathe abgewickelt werden um auch Ihr Gewicht in die Wagschaale für den Lukmanier legen zu können. Die Sache ist um so dringender als die Berichte aus England sehr günstig lauten. Am 8ten sollte neuerdings in London eine Lukmanier Conferenz abge| halten werden & bereits sind Gurney1 & Hemans2 bezeichnet um der nächsten Comité Sizung3 beizuwohnen.

Der Conzessionsertheilung auf Grund des lezten Turiner Protokolls dürfen wir versichert sein & wie ich höre gedenkt Hungerbühler4 der Schlacht in Bellenz auch beizuwohnen. Ein Zürcher wäre dort auch an seinem Plaze. Sezen Sie bis dahin die Staatsbetheiligung durch & gehen Sie dann nach Bellenz. Die Basler bringen, wie ich glaube, alle Tage neue Pläne aufs Tapet & senden nun LaRoche5 nach Turin um uns die Gewogenheit des sardin. Ministeriums sammt damit zusammen hängenden Millionen abzujagen. | Am Gotthard arbeiten sie Tag & Nacht, ich vermuthe sie schaufeln ihn geradezu weg, aber ihr Geldsack wird von der Sache nicht berührt: bezahlen müssen die Leventiner.6

Lassen Sie recht bald von Ihnen hören. Planta grüßt Sie bestens. Killias wird dieser Tage nach Bellenz abgehen & Torelli soll die Verhandlungen im Tessin im Hofe Ragaz abwarten wollen.

Sobald die Ergebniße der Londner Conferenz vom 8. dieß mitgetheilt werden, seze ich Sie davon in Kenntniß & benuze heute den Anlaß mich in Ihr Gedächtniß wieder zurükzurufen & Sie meiner freundschaftlichen Hochachtung zu versichern.

Ant v Salis.

Kommentareinträge

1 John Gurney (1819–1890), Jurist und Bankier, Bevollmächtigter des englischen Konsortiums.

2 George Willoughby Hemans (1814–1885), irischer Eisenbahningenieur, designierter Oberingenieur der Schweizerischen Südostbahn.

3 Hemans und Gurney wurden auf den 22. August 1853 in Chur erwartet und trafen am 23. August ein. Vgl. Prot. VR/WK SOB, 20. August 1853, S. 120, 25. August 1853, S. 123. – Ob Salis das weitere Komitee der Schweizerischen Südostbahn oder das Lukmanierkomitee meinte, ist nicht klar; ein Protokoll einer gemeinsamen Sitzung konnte nicht ermittelt werden.

4 Johann Matthias Hungerbühler (1805–1884), Nationalrat (SG), Verwaltungsrat der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn.

5 Benedikt La Roche-Stehelin (1802–1876), Grossrat (BS), Mitbegründer der Schweizerischen Centralbahn, vehementer Verfechter der Gotthardlinie.

6Am 30. Juni 1853 begann eine Ingenieurequipe unter der Leitung von Karl Emanuel Müller (1804–1869) auf der Urner Seite des Gotthards mit Vermessungsarbeiten für eine Gotthardbahn. Gleichzeitig meldeten die Zeitungen, dass sich in Faido ein Gotthardkomitee gebildet und auf den 30. Juli eine Bezirksversammlung für die Leventina einberufen habe. Die Untersuchungen waren jedoch von der Schweizerischen Centralbahn veranlasst und bezahlt worden. An der Gotthardkonferenz vom 19. August 1853 konnte Müller erste Ergebnisse präsentieren. Erdarbeiten wurden zu diesem Zeitpunkt noch keine gemacht. Vgl. Prot. Dir. SCB, 13. Juni 1853; Der Bund, 16. Juli 1853, 24. August 1853; Intelligenzblatt für die Stadt Bern, 19. Juli 1853; Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, 26. August [ 1853 ].