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Korrespondenz: Alfred Escher – Andreas Rudolf von Planta
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • von Andreas Rudolf von Planta, 15. Oktober 1849 Schlagwörter: Kunst und Kultur, Universitäten und Hochschulen (diverse), Personelle Angelegenheiten, Universität Zürich AES B0700
  • 1850
    1. von Andreas Rudolf von Planta, 11. Januar 1852 AES B0974
    2. von Andreas Rudolf von Planta, 23. Februar 1852 Schlagwörter: Staatsverträge, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Lagebeurteilungen (diverse), Mont-Cenis-Bahn, Lukmanierbahnprojekt, Alpenbahn (allgemein), Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Eidgenössische Universität (Projekt), Bundesfinanzen, Familiäres und Persönliches, Flüchtlingspolitik AES B0993+
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 10. September 1852 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Expropriationen, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Eisenbahnen Bau und Technik, Schifffahrt, Grosser Rat GR, Grosser Rat SG, Vereinigte Bundesversammlung, Bundesrat, Schweizerische Nordbahn (NB), Splügenbahnprojekt, Gotthardbahnprojekt AES B1069
    4. von Andreas Rudolf von Planta, 1. Dezember 1852 Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (SGAE), Zürich-Bodensee-Bahn (ZBB), Schweizerische Südostbahn (SOB) AES B1121
    1. von Andreas Rudolf von Planta, 19. Mai 1853 Schlagwörter: Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnen Fusionen, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Tunnelbau, Eisenbahnen Bau und Technik, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Alpenstrassen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Landsgemeinde GL, Grosser Rat SG, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Bözbergbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB) AES B1195+
    2. von Andreas Rudolf von Planta, 17. Juni 1853 Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Alpenbahn (allgemein), Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Fusionen AES B1208+
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 17. August 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Familiäres und Persönliches AES B1230+
    4. an Andreas Rudolf von Planta, 21. August 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat ZH, Grosser Stadtrat Zürich, Staatsverträge, Handelsverträge, Schweizerische Centralbahn (SCB), Grosser Rat SG, St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (SGAE) AES B1231+
    5. von Andreas Rudolf von Planta, 23. August 1853 Schlagwörter: Handelsverträge, Staatsverträge, Splügenbahnprojekt AES B1233+
    6. von Andreas Rudolf von Planta, 26. August 1853 Schlagwörter: Handelsverträge, Staatsverträge, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Fusionen, Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Bau und Technik, Schweizerische Nordbahn (NB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat ZH, Grosser Stadtrat Zürich, Bözbergbahnprojekt AES B1234+
    7. von Andreas Rudolf von Planta, 2. September 1853 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Bau und Technik, Personelle Angelegenheiten, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Schweizerische Centralbahn (SCB), Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnlinie Zürich–Basel, Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS), Regierungsrat GR, Regierungsrat SG, Regierungsrat GL, Bundesrat AES B1243+
    8. von Andreas Rudolf von Planta, 9. September 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Lukmanierbahnprojekt AES B1249+
    9. von Andreas Rudolf von Planta, 23. September 1853 Schlagwörter: Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Eisenbahnen Finanzierung, Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Fusionen, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS) AES B1254+
    10. von Andreas Rudolf von Planta, 3. Oktober 1853 Schlagwörter: Regierungsrat ZH, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Verträge AES B1258
    11. von Andreas Rudolf von Planta, 15. Oktober 1853 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Bau und Technik, Regierungsrat ZH, Postwesen, Eisenbahnen Verträge, Eisenbahnen Finanzierung, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Wahlen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Vereinigte Bundesversammlung, Personelle Angelegenheiten, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B1264+
    12. von Andreas Rudolf von Planta, 16. Oktober 1853 Schlagwörter: Lukmanierbahnprojekt, Presse (allgemein), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Bözbergbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten AES B1265+
    13. von Andreas Rudolf von Planta, 20. Oktober 1853 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Rechtliches, Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat SG, Grosser Rat SG, Regierungsrat ZH, Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnlinie Zürich–Basel AES B1266
    1. von Andreas Rudolf von Planta, [1855] Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Finanzierung, Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Nordbahn (NB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Lukmanierbahnprojekt AES B0048
    2. von Andreas Rudolf von Planta, [1855] Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Compagnie des chemins de fer de l'Est (französische Ostbahn) (EST), Compagnie du chemin de fer de Paris à Lyon (CPL), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Verrièresbahn, Compagnie de l'Ouest-Suisse (Westbahn) (OS) AES B0049
    3. von Andreas Rudolf von Planta, 11. April 1855 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Eisenbahnanschluss an ausländische Netze, Eisenbahnen Bau und Technik, Bözbergbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung AES B0084
    4. von Andreas Rudolf von Planta, 18. Dezember 1855 Schlagwörter: Krankheiten, Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Finanzierung, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Krimkrieg (1853–1856), Lukmanierbahnprojekt AES B1468+
  • von Andreas Rudolf von Planta, 18. Mai 1856 Schlagwörter: Schweizerische Südostbahn (SOB), Eisenbahnen Fusionen, Presse (allgemein), Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Nordostbahn (NOB) AES B1487+
  • von Andreas Rudolf von Planta, 24. Juni 1860 Schlagwörter: Bittbriefe (diverse), Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Personelle Angelegenheiten AES B1820+
    1860
  • von Andreas Rudolf von Planta, 24. März 1863 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB), Presse (allgemein), Ausländische Einmischungen (Schweiz) AES B1988
  • 1870
  • 1880
  • o. J.

AES B1195 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#395*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 6

Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, Chur, Donnerstag, 19. Mai [ 1853 ]

Schlagwörter: Alpenstrassen, Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Fusionen, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Grosser Rat SG, Landsgemeinde GL, Lukmanierbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Südostbahn (SOB), Tunnelbau, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Chur den 19ten May. 1

Hochverehrter Freund!

Ich schreite zur Beantwortung Ihrer Fragen, wie folgt

1o Das Lukmanierproject hat noch keine bestimmte Abgrenzung, indem die Strecke Locarno Chur auf deren Fusion mit der 1sten Section der Südostbahn abzielt. Vermutlich wird es die ganze sog. Südostbahn in allen Sectionen umfaßen und ist in London2 zunächst auf 100 Mill. veranschlagt. Die Größe dieser Summe allein macht es möglich mit Banquiers ersten Ranges zu unterhandeln. Masterman 3 , Rothschilds4 Gegner bei den Wahlen in London, ist der Hauptpatron. Auch Gladstone 5 und andere Größen sind nicht fern, da der Vermittler eben Herr Brett6 , der große Fertiger der Submarinen Telegraphen ist. – Grundbedingung des Zustandekommens sind aber zur Zeichnung von ca 20 bis 30 Millionen mit zurückstehenden Zinsen.7 2o Die Bergeisenbahn kostet, wenn man den neuen Riesentunnel8 ausführen will 25 Mill., wahrscheinlich beschränckt man sich aber für den Augenblick auf Beschienung des Berges möglichst nahe von beiden Seiten und vorzüglicher Chaussirung desselben. – In diesem Falle kostete die Chaussee 2 Millionen, hätte aber an einigen Stellen höchstens 5%tige Steigungen, sodaß man durch und durch Trapp fahren könnte. – Ohne Berg kostet Locarno Chur 50 Millionen. – | 3o Die sardinischen Kammern haben votirt mit zurückstehenden Zinsen 10 Millionen9 (qua Praemie ) Genua schon früher 14, die Provinzen stellen in Aussicht 6, die Regierung noch 10 als Anlehen oder per Actie, machte zußammen 40 im besten Fall. Statt dessen wird man aber darauf dringen, daß Staat, Genua und Provinzen 25–30 Mill. zeichnen mit zurückstehenden Zinsen. Ist der Riesentunnel gratis erstellt, so rentiren sich die andern Actien dann schon, denn das Unternehmen macht Niemand nach, es ist und bleibt dann die Haupt route nach Italien für beide Meere. –

Die Engländer verlangen überhaupt, große und ununter brochene Linien, wobei das Land selbst die Hälfte des Capitals heerschaffen müßte, Sardinien überdies wie oben mit zurückstehenden Zinsen wir sollten es demnach auf ca 12½ Mill. bringen. – Ministerium in Turin , Compl Brett in London und Südostbahn durch die bis dato ganz geschickt gerirende Persönlichkeit von Killias stehen in gegenseitiger Verbindung, da neulich zwischen uns und den Lukmanier supporters in Turin auch directe Correspondenz begonnen hat und mein Schwiegervater Oberst Planta-Reichenau10 jüngst in Turin auf einer Durchreise auch mit Cavour 11 conferirte. – | 4o In Turin ist die Stimmung äußerst gut und mein Schwiegervater schreibt, sie seien dort zu ihren premiers amours zum Lukmanier zurückgekehrt und zwar wohl «sans retour». Auch mit uns wollen sie sich sogleich in directe Relationen setzen, sodaß ich eben von ihnen zuerst obigen Brief erhielt, dann wird auch nächstens ein Abgeordneter der Regierungs zu uns, eventuel zu den Kantons regierungen anlangen. – Auch ein englischer Ingenieur12 soll nächstens auf Expertise anlangen. – 5o Killias hat die Instruction auf Grundlage des Programms Geld führ die 1ste Section zu suchen, falls aber solches nicht erhältlich ist ohne Eintreten auf das Ganze, auch darüber zu unterhandeln, jedoch stets mit Sicherstellung der 1sten Section. Die nähern Berichte fehlen noch. Ich stelle mir aber vor, daß wir für die 1ste Section zur Constituirung der Gesellschaft nicht eher Zusage erhalten, bis die Capitalisten sich über die ganze Angelegenheit genügend orientirt haben, indem Banquiers ersten Ranges schwerlich bei 25 Millionen Bagatelchen sich betheiligen, dann aber rasch vorwärts fahren werden mit dem Bau der 1sten Section. – Das Haus Curti & Piccioti 13 sind nur die Makler, nicht die Patrone. | 6. Unterdessen arbeiten wir aber darauf los, als hätten wir diese Aussichten gar nicht, um uns mit der 1sten Section zu constituiren, und die Arbeiten zu beginnen. Hiebei ist es nun möglich, daß das Lukmanier project noch etwas für sich Bestehendes sich bildet oder daß wir uns noch vor der Constituirung oder nachher mit ihm fusioniren. Das ist eine Frage, die eben noch im Fluß ist, wie überhaupt unser ganzes Unternehmen (1sten Section) selbst immer noch in Frage steht. – 7. Umso bedauerlicher ist es, daß wir im Inlande es nicht auf die 12 Mill. bringen. Am allerbärmlichsten zeigt sich Glarus , wo sämmtliche Privatzeichnungen nur 300,000 fr ausmachen und die Landsgemeinde vielleicht auch jeden Staatsbeitrag versagt!14 Dagegen rührt sich jezt das Rheinthal auf einmal mehr, doch unter der Bedingung das15 die Wallensee straße nicht gebaut werde bis 25 Mill. gedeckt sind.16 Auch in St. Gallen ist man noch rasend ver grämmt gegen die Wallenseebahn. Baumgartner17 erhielt jüngst noch Vorwürfe, daß er solch ein allen st. gallischen Interessen widerstrebende Bahn unter stütze. Die Conzessionen haben wir endlich nach langen Nöthen erhalten.18 Die Millionenfrage | kommt aber nochmals zur Behandlung vor dem Großen Rath um diese Beiträge gehörig zu Gunsten des Rheinthals zu verklausuliren. Man wird auch die Fusion der beiden Linien zu hintertreiben suchen. – Man wird umso üppiger sein, als Glarus und Zürich nichts gethan oder höchstens 1 Million bis 1½ aufbrachten, während für das 1ste Project Rorschach Wallenstadt Chur 5 Millionen öffentlicher und ca 1½ bis 2 Mill. Privatactien bereits vorliegen. Ferner tendiren die Genuesen zunächst nach dem Bodensee selbst das Decret lautet so. Auch die Kinzigthal bahn scheint nunmehr beschloßen oder wenigstens sicher zu sein. – Die Engländer endlich haben schon das Hauptinteresse an der Luxemburgerlinie19 . Zu dem Allem kommt die geheime Lust gewisser Coryphäen20 gegen Zürich für Romanshorn wenn möglich revanche zu nehmen! Zürich und Glarus sind daher gewiß bis zu einem gewißen Grade mit Blindheit beschlagen, daß sie die Linthlinie so im Argen belaßen. – Unterstützung derselben wäre für Jona und Glatthal , für den ganzen Kanton Zürich jezt gewiß viel viel wichtiger als die Sicherstellung der Zweig bahn über Uster .21 | Ich weiß nicht, inwiefern der Umweg über Herzogenmühle 22 groß ist oder nicht und ob man die Linie nach Zürich damit verlängert, sodaß eine Seebahn noch vorzuziehen ist oder nicht. – Aber das weiß ich, daß mit dieser Zeichnung unserm Unternehmen gar blutwenig geholfen ist, indem am 24sten d. M.23 deßhalb der Stand unserer inländischen Zeichnungen und namentlich derjenigen für die Südostbahn ganz gleich pitoyabel steht. Hätte man uns dagegen einstweilen eine halbe Million oder eine ganze noch zugeführt so hätte man daran wircklich etwas Reelles gehabt. – Daß beide Seeufer, Winterthur usw auch nicht eine einzige Actie genommen ist nun einmal ein Benehmen, das man sehr zum Nachtheil von Zürich ausbeuten kann. – 7.24 Betreffend den Staatsbeitrag so werden wir nächsten Samstag die Frage behandeln.25 Wir fürchten nur daß wir bei Ihnen nichts bekommen und dafür unsere Stellung in St. Gallen, gerade beim nächsten Großen Rath daselbst wesentlich gefährden. Unsere Position gegenüber St. Gallen ist jedenfalls eine heickle und jedes Liebäugeln mit Zürich macht gewiße Leute wüthend. Wann kommt Ihr Großer Rath zußammen? | 8tens In Betreff des Bötzberges , so glaube ich daß von ihm in London jedenfalls die Rede ist. Man wird die Bedeutung einer directen Linie von Basel nach Zürich jeden falls herausstellen und auf den Bötzberg hinweisen. – Wahrscheinlich wäre ich auch schon im Falle nächstens Einiges über die Aufnahme der directen Verbindung mit Zürich (via Jona & Glatthal ) etwas mitzutheilen. Aber es fehlen eben noch die nähern Berichte. – Übrigens kann Killias ohne Vollmacht, ohne Auftrag, ja & ohne Aussicht auf das Zwischenstück Zürich Brugg den Bötzberg und die Linie Chur Basel nicht anbieten. – Er kann höchstens auf jenes Zwischenglied, das noch zu erstellen wäre aufmercksam machen. Senden Sie uns oder ihm Aufträge und Vollmachten dann kann er eher agiren. – Die Linthlinie und der Bötzberg sind neben dem Lukmanier seine Marotten, daß er den Zweig bis Rapper schwyl (ob bis Zürich ) mit in den großen Plan aufgenommen geht aus dem Capitalbedarf von 100 Millionen hervor. –

In meinem Brief an den Abgeordneten Torelli und Cavour habe ich nicht | ermangelt auf die große commerzielle Bedeu tung von Chur Basel für den Lukmanier aufmercksam zu machen. Früher hatte Piemont durchaus nur bis Wallenstadt bauen wollen. – Ich sagte ihnen daher, wir wollten höchstens bis Zürich und die zürcher Gesellschafft werde dann wohl den Bötz berg bauen. – Will Zürich nicht zwischen Centralbahn und Kinzigthal durch fallen, so muß es auf Basel Chur alle Kräfte wenden.26 – Daher schließe ich mit meinem Ceterum censeo 27 , daß man ganz unverantwortlich leichtsinnig handelt am See und auch im Jona & Glatthal etc wenn man die Südostbahn in diesem Moment ignorirt und die Linthlinie im Stiche läßt. – Ich sollte nach dem Thurgau 28 , nach Turin , nach Tessin und nach Samaden , muß aber hier bleiben, da der ganze Verwaltungsrath außer mir auf Reisen ist.29 Von einem Besuch in Zürich kann mithin nicht die Rede sein. Nächstens vielleicht Bestimmteres, für heute schließe ich eiligst grüßend meinen un überlesenen Brief Seitens

Ihres ergebensten

A R v Planta

Wir müßen befürchten im Tessin noch abgesprengt zu werden, weßhalb dorthin jezt sich zunächst die Aufmercksamkeit und der Kampf sich richtet. Pioda schreibt zwar beruhigend, werde von Turin aus Ordres erwircken. –30

Kommentareinträge

1Datierung gemäss Briefkontext.

2Zu diesem Zeitpunkt befand sich Wolfgang Killias in London zu Verhandlungen mit englischen Investoren. Vgl. Prot. VR/WK SOB, 21. Mai 1853 (S. 57); Bänziger-La Nicca, Richard La Nicca, S. 174.

3 John Masterman (1781–1862), englischer Bankier, Abgeordneter für London im britischen Unterhaus.

4 Lionel Nathan de Rothschild (1806–1879), englisch-jüdischer Bankier, gelangte erst 1858 als Abgeordneter für London ins britische Unterhaus. Vgl. Jewish Encyclopedia online, Lionel Nathan de Rothschild .

5 Robertson Gladstone (1805–1875), englischer Unternehmer, Direktor der Eisenbahngesellschaft LiverpoolManchester.

6 John Watkins Brett (1805–1863), englischer Telegrapheningenieur, stellte die erste Telegraphenverbindung durch den Ärmelkanal her.

7Gemeint sind nachrangige Aktien: Der Anleger erhält erst dann eine Rendite ausbezahlt, wenn die Ansprüche der anderen Aktionäre befriedigt werden konnten.

8 Richard La Nicca projektierte und veröffentlichte Ende März 1853 zwei neue Varianten der Untertunnelung des Lukmaniers mit je einem langen Tunnel (25,6 bzw. 28,7 km) von Disentis bis nach Camperio bzw. bis nach Olivone. Vgl. La Nicca, Übersteigung; Schmidlin, Ostalpenbahnfrage, S. 38; Caprez, Übersteigung, S. 215; Escher und die Ostalpenbahnfrage, Absatz 9.

9Die Abgeordnetenkammer des Königreichs Sardinien-Piemont sprach sich am 7. Mai 1853 für einen Gesetzesvorschlag zugunsten einer Eisenbahn über den Lukmanier aus, der auch eine Subsidie von 10 Mio. Franken umfasste. Definitiv verabschiedet wurde das Gesetz von beiden Kammern am 5. Juni 1853. Vgl. Liberaler Alpenbote, 14. Mai 1853; Planta, Alpenbahn, S. 26.

10 Ulrich von Planta (Reichenau) (1791–1875), eidg. Oberst, Bündner Politiker, engagierte sich in sozialen und wirtschaftspolitischen Angelegenheiten; Vater von Plantas Ehefrau Maria Ulrica von Planta-von Planta.

11 Camillo Benso di Cavour (1810–1861), Ministerpräsident und Minister für Finanzen, Handel und Landwirtschaft des Königreichs Sardinien-Piemont.

12Vermutlich George Willoughby Hemans (1814–1885), irischer Eisenbahningenieur. Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, 26. August [ 1853 ].

13Gemeint ist die italienisch-englische Firma Curti, Picciotto & Company, deren Mitinhaber Haim Moses Picciotto (1806–1879) Mitglied des englischen Konsortiums war. Zum englischen Konsortium Escher und die Ostalpenbahnfrage, Absatz 12.

14Der Beitrag von Glarner Privatleuten erhöhte sich bis zum Abschluss der Zeichnungen nicht mehr. Hingegen beteiligten sich der Kanton Glarus mit einer halben Million, Gemeinden und Korporationen mit 43 000 Franken. Vgl. Wegmann, Vereinigte Schweizerbahnen, S. 39.

15Verschrieb, wohl gemeint: «daß».

16Gemeint ist nicht die Strasse, sondern die Bahnlinie. Die Bedingung findet sich leicht abgeschwächt auch im Beschluss des St. Galler Grossen Rates: «Für die obgenannten Linien [RorschachChur, SargansWalenstadt] nämlich ist jener Totalbeitrag von Fr. 2,750,000 schon verwendbar, sobald 14 Millionen Fr. gezeichnet sind, (das ganze Aktien-Kapital der Südostbahn ist bekanntlich auf 25 Mill. Fr. festgesetzt); für die Linie WallenstadtWeesen aber, welche für Bünden ohne Vergleich die wichtigste ist, weil wir dort noch nicht einmal eine Straße, überhaupt gar keine gesicherte stetige Verbindung haben, sind die St. Galler Staatsbeiträge erst dann verwendbar, wenn 20 Millionen gezeichnet sein werden.» Liberaler Alpenbote, 25. Juni 1853. – Zur Konkurrenz Rhein- vs. Linthlinie Escher und die Ostalpenbahnfrage, Absatz 17.

17 Gallus Jakob Baumgartner (1797–1869), Grossrat (SG), Mitglied des provisorischen Verwaltungsrates der Schweizerischen Südostbahn.

18Die Konzessionen für die Schweizerische Südostbahn wurden von der Legislative der beteiligten Kantone alle bereits im Januar 1853 genehmigt, die Konzessionsakte dem Verwaltungsrat der Schweizerischen Südostbahn jedoch erst im Mai durch den jeweiligen Kleinen Rat ausgehändigt. Vgl. Konzessionsakt Walenstadt–Weesen–Rapperswil 1853; Konzessionsakt des Kleinen Rathes des Kantons St. Gallen, betreffend Erstellung einer Eisenbahn von Rorschach nach Ragatz und von Sargans nach Wallenstadt (vom 15. Januar / 6. Mai 1853) (SBB Historic VGB_GEM_SBBZH104_001); Concessionsact des Cantons Graubünden betreffend Erstellung einer Eisenbahn von der Kantonsgränze bei Ragatz bis Chur, als Theil der Bahn von Rorschach nach Chur und von Sargans nach Wallenstadt (vom 13. Mai 1853) (SBB Historic VGB_GEM_SBBZH104_001 ).

19Gemeint ist wahrscheinlich die Verbindung BaselStrassburgMetzLuxemburgNamurLüttichOstende(–Dover). Davon fehlte bis anhin das Bindeglied MetzLuxemburgNamur; diese Strecke wurde erst 1859 eröffnet. Vgl. Putzger, Historischer Atlas, S. 96.

20Gemeint sind St. Galler Persönlichkeiten wie Baumgartner und Johann Matthias Hungerbühler. Andreas Rudolf von Planta an Alfred Escher, 17. August [ 1853 ].

21Gemeint ist die Glattalbahn, welche später von Wallisellen (an der Linie der ursprünglichen Zürich-Bodensee-Bahn gelegen) über Uster und Rüti nach Rapperswil führte.

22 Herzogenmühle: Weiler, heute auf dem Gemeindegebiet von Wallisellen gelegen.

23Der 24. Mai 1853 war der Schlusstag für die Aktienzeichnung der Schweizerischen Südostbahn. Die Zeichnungsfrist wurde allerdings stillschweigend bis Ende Mai 1853 verlängert. Vgl. NZZ, 12. Mai 1853; Prot. VR/WK SOB, 21. Mai 1853 (S. 58).

24Fehler in der Aufzählung, gemeint: «8.».

25Am 21. Mai 1853 fand eine Sitzung des Verwaltungsrates der Schweizerischen Südostbahn statt. «Gleich nach Aufhebung der vormittäglichen Sitzung ist eine telegraphische Depesche von Hrn. Bürgermeister Escher in Zürich an Hrn. Nationalrath v. Planta eingelangt, in welcher derselbe ein Ansuchen um eine Staatsbetheiligung an den Rath Zürich's, der sich Mitte Juni oder gegen Ende Juni versammeln wird, anräth.» Darauf wird beschlossen, um eine Staatsbeteiligung «in schicklicher Zeit einzukommen» . Prot. VR/WK SOB, 21. Mai 1853 (S. 58–59). – Telegramm nicht ermittelt. – Mit «Bürgermeister» wurde in Zürich vor 1850 der Regierungspräsident bezeichnet. Joachim Heer an Alfred Escher, 21. Juni 1860, Fussnote 1.

26 Zürich fand den Anschluss ans süddeutsche Bahnnetz schliesslich 1856/57 über Schaffhausen durch die Fusion der Nordostbahn mit der Rheinfallbahn. Ursprünglich war jedoch vorgesehen, die Fortsetzung der Kinzigtalbahn über Schaffhausen und Rorschach Richtung Lukmanier zu führen. Vgl. Jung, Aufbruch, S. 484–485; Wegmann, Vereinigte Schweizerbahnen, S. 42; Escher und die Ostalpenbahnfrage, Absatz 29.

27Ceterum censeo (lat.): im übrigen meine ich.

28Plantas Familie besass Güter im Thurgau. Vgl. Gruner, Bundesversammlung I, S. 622; Johann Baptista Bavier an Alfred Escher, 13. März 1850.

29Die Verwaltungsräte befanden sich auf «Missionen» für die Schweizerische Südostbahn in München, Mailand, Wien und London. Vgl. Prot. VR/WK SOB, 21. Mai 1853 (S. 56–57).

30Ergänzung am Rand der letzten Seite.

Kontexte