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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B1157 | ZBZ FA Escher vG 207.103

Alfred Escher an Franz Hagenbuch, Bern, Dienstag, 11. Januar 1853

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Grosser Rat SH, Regierungsrat SH, Regierungsrat ZH, St. Gallisch-Appenzellische Eisenbahn (SGAE)

Briefe

Mein lieber Freund!

Mit Beziehung auf die WinterthurElgg Conzession ist die Sache nun in Ordnung. Näff hat geglaubt, weil dem Schreiben der Regierung v. Zürich kein Exemplar der fraglichen Conzession beigelegt war, die gedruckten Exemplare seien gar nicht nach Bern gekommen. Sie befinden sich aber auf der Bundescanzlei. Eine amtliche Ausfertigung der Conzession hat die St. Gallisch-Appenzellsche Gesellschaft eingeschickt. Es ist somit alles nöthige vorhanden.

Nun die Redaction der SchaffhausenWinterthur-Conzession. Diese würde ich fassen: «nachdem der Gr. Rath des Ctn. Schaffhausen unter dem 6ten seinerseits eine Conzession in der Fassung ertheilt hat, wie sie gemäß | Zuschrift des Regierungsrathes des h. Standes Schaffhausen v...... zwischen dem letztern & dem provisorischen Ausschusse für die SchaffhausenWinterthur Bahn vereinbart worden ist & da der Gr. Rath des Ctn. Schaffhausen unterm gleichen Datum dem Vertrage usf.» (nach Deinem Vorschlag.)

Ich wünsche, daß die Redaction deutlicher herausstelle, daß der Gr. Rath v. Zürich die Conzession ertheilt habe unter der Voraussetzung, daß die Schaffhausische Conzession so laute, wie es uns mitgetheilt worden ist. Ich habe hiefür meine guten Gründe. Der Ausschluß einer Concurrenzbahn nach Frauenfeld ist nicht durch einen Staatsvertrag zwischen Zürich & Schaffhausen regulirt. Wir müssen aber Werth darauf setzen, daß eine solche Bahn auch dann nicht zu Stande komme, wenn die Behörden v. Schaffhausen & die Gesellschaft über ihre Herstellung einig gehen sollten. In dieser Richtung sichert uns die von mir vor| geschlagene Redaction etwas mehr usf. Hinwieder sehe ich in der letztern Redaction nicht die mindeste Gefahr. Die deinige & die meinige lauten auch abgesehen von dieser Nüance übereinstimmend. – Kannst Du dich nicht beruhigen, so schreibe mir wieder.

Mit herzlichem Gruße
Dein

A Escher

Bern
11. 1. 53.