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Korrespondenz: Alfred Escher – Eduard Häberlin

AES B1073 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#591*

Eduard Häberlin an Alfred Escher, Weinfelden, Montag, 4. Oktober 1852

Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Grosser Rat TG, Schweizerische Nordbahn (NB), Zürich-Bodensee-Bahn (ZBB)

Briefe

Mein lieber Freund!

Unsere Eisenbahnbeschlüße wirst Du in der N.Z.Z. gelesen haben. Nach dem Stadium, in welchem sich am 23 Sept. die Angelegenheit befand, darf man mit dem Gr. Rathe zufrieden sein; es ist ein ernstlicher und energischer Wille vorhanden.

Mir will aber, offen gesprochen, scheinen, daß die Zeit der Diplomatie auch bei Euch in Z. vorüber sein sollte &. daß die zürcher. Gesellschaft sich zum Anschluße oder doch zu vorbereitenden Unterhandlungen mit Thurgau entschließen sollte. Dadurch würde der Muth &. der Unternehmungsgeist in beiden Kantonen gesteigert; die Privatthätigkeit auf die Bühne gerufen &. alles käme in Bewegung und Strebsamkeit, während die Unsicherheit lähmt.

Meine Bitte geht dießmal übrigens lediglich dahin, daß Du mich gef. von den morgenden Beschlüßen in Balterswyl &. von dem Stand der Dinge in fortwährender Kenntniß erhalten möchtest. Es läßt sich nicht verhüten, daß das Beispiel an dem einen Orte auf die Nachahmung an andern zurückwirkt zB. in der Frage, zu welchem Maaß &. in welcher Weise die Gemeinden in Anspruch zu nehmen sind – gewiß ein Punkt, der reifliches Nachdencken erfordert. |

Wäre man der Festsetzung von Islikon nach Zürich gewiß, in Würtenberg zB. würden viele Acktien genommen. Nun ist auch die Entwicklung der Sache sehr gespannt. Nächsten Sonntag findet hier, in W., eine zahlreiche Versammlung Statt. Wie, wenn Ihr (Du, Dubs, Brändli) gelegenheitlich in unsere Gegend einen Ausflug machen &. Euch von der Situation selbst überzeugen würdet?

Grüße mir die «Genoßen des Jugendbundes».
Mit herzl. Umarmung
Dein

E. H

Weinf. d. 4 Octob 52.
I. E.