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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B1044 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#244*

Franz Hagenbuch an Alfred Escher, s.l., Samstag, 10. Juli 1852

Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Regierungsrat ZH, Religion

Mein Freund!

Sulzberger ist nun wirklich mit dem Gesuche einge-kommen, es möchte ihm zu Handen der Herren William Thorne & Cie eine Konzession für die Anlegung einer Ei-senbahn von der Kantonsgrenze bei Islikon bis Zürich ertheilt werden.

Die nähern Konzessionsbedingungen würden, so meint er, am besten mündlich mit einer der Direktionen verhandelt werden. Behufs Einziehung von Erkundigun-gen verweist er auf Malles, frères, & Lafitte & Blanc in Paris, ferner auf Glynn & Cie, & die Handelsbank inLondon.

Natürlich zeigte sich im Reg.Rathe gestern Mißtrauen, indessen ging man davon aus, man könne jemanden, dem es einmal per fas aut nefas gelungen sei, mehrere | Konzessionen in der Schweiz auszuwirken, nicht von vorn herein abweisen, indessen beschränkte man sich einstweilen darauf, die Finanzdirektion zu beauftragen, über die Existenz & die Qualität der angeblichen Gesell-schaft Erkundigungen einzuziehen.

Übrigens scheint Monsieur pressirt zu sein, denn er sagt: «Die Herren W. Thorne & Cie haben den Beginn der Thur-gauer Linie – er will nämlich vorerst die Ost-West-Bahn vom Bodensee bis Genf ausführen – zum Theil von dem Erhalt der Zürcher Conzession abhän-gig gemacht, so daß also von Ihrer Schlußnahme die Ausführung auch der Thurgauer Linie mehr oder minder bedingt wird. Es erhält dadurch Ihre Konzession, Verhandlung & Schlußnahme doppelte Wichtigkeit.»

Dann muss er darauf aufmerksam machen, wie groß die technischen Schwierigkeiten auf derWinterthur–Zürcher Linie seien, & wie dadurch | die Hoffnung rege gemacht werde, der Reg.Rath werde das Unternehmen durch eine der Größe der unge-wöhnlichen Schwierigkeiten angemessene Subven-tion unterstützen.

Mit freundschaftlichem Gruße

10. VII. 52.

Dein

Hagenbuch.

D. Jahresbericht betr: d. ref: Kirche in Lu-zern wurde heute genehmigt. Sobald er auto-graphirt ist, wirst du das übliche Schreiben (Einladung zur Veranstaltung einer Kon-ferenz usf.) erhalten.