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Korrespondenz: Alfred Escher – Rudolf Eduard Ullmer

AES B1043 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#510*

Rudolf Eduard Ullmer an Alfred Escher, Zürich, Mittwoch, 7. Juli 1852

Schlagwörter: Bezirksrat Zürich, Wahlen

Briefe

Lieber Freund.

So gut es mir möglich ist, während der Gerichtssitzung zu schreiben theile ich Dir das Resultat der so eben vollendeten Bezirkswahlversammlung mit.

Anwesend waren im Anfang 165. Ca 15 Städter waren abwesend, einige wegen des im Rennweg ausgebrochenen aber bald wieder gelöschten Brandes.

Zum Secretär wurde Hr. Schuldenschrbr. Weber mit 113 Stimmen gewählt a. G.A. Guzolg in Außersihl von Bez.Rath Wydler (der entschieden & zwar schon gestern abgelehnt hatte) vorgeschlagen bekam 44 Stimmen.

Als Stimmenzähler wurden gewählt Bzr.Statthalter Hotz (einmüthig auf den Vorschlag von Bez.R. Wydler) 2. Hr BezR Wunderli , 3. Stadtammann Fäsi 4. Pestalozzi–Waser (von O.Richter Dürr vorgeschlagen. NB. Pestalozzi war früher schon gegenüber Herrn eWunderli vorgeschlagen worden von OGPräs. Dr Finsler, er bekam aber blos 68 Stimmen, Dürr hatte dann den Tact ihn nochmals (in Anfrage gestellt) vorzuschlagen – Hr. Zangger kam nicht, sonst wäre er als erster Stimmen zähler vorgeschlagen worden & Hr. Honegger v. Wollishofen lehnte ab. Als Vice-Stimmenzähler wurde später noch gewählt Hr. G.A. Frymann in Fluntern.

Als Präs. des Wahlcollegiums wurdest Du gewählt mit 89 von 168 Stimmen im 1. Scr. Ich zweifle nicht daran, daß Du bedeutend mehr Stimmen erhalten hättest, wenn Du anwesend gewesen wärest, denn es mochten Viele glauben, Du seiest als nicht anwesend in der ersten Versammlung auch nicht wählbar. StadtPräs. Heß hatte 54 St.
Als Bezirksrichter wurden (wie bei allen Wahlen im 1. Srut.) wieder gewählt:
Meier mit 155 von 165., Rahn mit 129 von 142 Pfenninger mit 145 von 150 Stimmen
Ersatzmänner: Landschr. Schneider mit 104 von 121 Dr Aloys v. Orelli mit 67 von 107
Bezirksschulpfleger Hr. Goßauer-Thurnheer mit 79 von 89
Bezirkskirchenpfleger: " ZGPräs. Hausheer " 92 " 98.

Die Vorversammlung (gestern Abend bei Guggenbühl) war schwach besucht v. ca 12 Mann, was hauptsächlich daher kam, daß keine gehörigen Einladungen erlassen werden konnten. Hr. Zangger kam am Samstag nicht auf die Platte; am Sonntag gab sich Hr. Bürgi alle Mühe, ihn aufzufinden, was aber nicht gelang & am Montag hieß es, Hr. Z. sei verreist, am Abend kam dann eine schriftliche Mittheilung von ihm, er könne am Mittwoch nicht erscheinen. So blieb nichts anderes übrig, als am Abend in der Landtöchtergesellschaft die anwesenden Wahlmänner zu einer solchen Versammlung einzu laden & sie zu ersuchen, diesen Beschluß möglichst zu verbreiten, was auch ich nach Kräften gethan habe. Die Versammlung selbst lief ruhig ab, man war allgemein mit der Bestätigung einverstanden, nur hin sichtlich der Secretärstelle verblieb Wydler auf s. Vorschlag & auch an die erledigte Ersatzmannstelle wollte er meinen Audienzsecretär Bachmann gewählt wissen, mit welchem Erfolg ist oben angegeben.

Ich schließe meinen Bericht mit herzlichen Grüßen an Dich & meine übrigen Freunde in Bern.

Ganz Dein

R E Ullmer

Z. den 7. VII. 52