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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Rüttimann

AES B1018 | ZBZ Ms Z II 308

Alfred Escher an Johann Jakob Rüttimann, Bern, Mittwoch, 14. April 1852

Schlagwörter: Bildungswesen, Bundesrat, Eidgenössische Universität (Projekt), Eisenbahngesetze, Kommissionen (eidgenössische), Nationalrat, Personelle Angelegenheiten, Rechtliches, Telegraphenwesen

Briefe

SCHWEIZERISCHE
BUNDESCANZLEI

Mein lieber Freund!

In Eile unmittelbar vor Postabgang habe ich das Vergnügen, Dir noch zu melden, daß H Näff heute Nachmittag Herr Hartung dem Bundesrathe zu einem Telegrapheninspector vorgeschlagen haben wird. Furrer sagte mir, der Vorschlag des H. Näff werde in dem Bundesrathe von überwiegendem Einflusse sein. Ich habe es darum für um so nothwendiger angesehen, noch mit H. Näff Rücksprache zu nehmen. Es werden bloß 4 Inspectoren vorgeschlagen:

Lausanne Curchod
Zofingen Hartung
St. Gallen Merian
Bellenz Beroldingen |

Ich glaube nun die Wahl H Hartungs als gesichert ansehen zu dürfen.

Die Hochschulcommission hat heute Nachmittag die allgemeine Berathung geschlossen. 6 Mitglieder sprachen sich in einem für die Errichtung einer Hochschule & eines Polytechnicums günstigen Sinne aus (Trog, Pioda, Blancheney, Stämpfli, Kern & ich). Camperio will bloß die polytechnische Schule. Hungerbühler ist für Verschiebung der Frage. Dr. Steiger ist der Commission beizuwohnen verhindert. Die Mehrheit der Commission will zwar die Vorschläge ganz fertig berathen, sie aber erst nach Erledigung der Eisenbahnangelegenheit dem Nationalrathe vorlegen. Da die letztere so viel als sicher im Sinne des Privatbaues entschieden werden dürfte, so habe ich selbst | diesen Antrag gestellt. Kern ist Berichterstatter. Ich habe als Zürcher die Berichterstattung ablehnen zu sollen geglaubt.

Mit herzlichen Grüßen

Dein

A Escher

Bern,
14.IV.52.