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Korrespondenz: Alfred Escher – Heinrich Zollinger

AES B0992 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#572*

Heinrich Zollinger an Alfred Escher, Küsnacht (ZH), Sonntag, 15. Februar 1852

Schlagwörter: Bildungswesen

Briefe

Küsnach den 15. II. 52

Hochgeehrter Herr!

In Folge von Mittheilungen, die mir von verschiedenen Seiten her u von mehreren Freunden, so von Herr Kägi gemacht worden sind, muß ich schließen daß Sie über meine Gesinnungen u meine Stellung Ansichten hegen, die nach meiner innigsten Ueberzeugung durchaus irrig sind, über die ich daher auch nicht gleichgültig hinweggehen kann. Wodurch auch immerhin die Mißverständnisse in unsern gegenseitigen Beziehungen entstanden sein mögen, sei es durch gewissenlose, unrichtige od: absichtlich entstellte Zwischenträgereien, sei es durch unrichtige Deutung u Auffassung unserer beiderseitigen Handlungsweise: immerhin werde ich mit Freuden Hand dazu bieten, solche Mißverständnisse zu heben. Sie werden mir daher einen wahren Dienst erweisen, wenn Sie mir einmal nach einer Sitzung od: wann Sie es sonst für gut finden ein Stündchen zu einer Unterredung gönnen wollen. Ich werde Ihnen mit der unbedingten Offenheit entgegen kommen, wie ich es nur einem Manne gegenüber vermag, vor dem ich solche Achtung hege, wie vor Ihnen. Mein innigster Wunsch ist nur der, daß ich bei Ihnen auch ein entsprechendes Vertrauen finden möchte.

Mit vollster Hochachtung

Ihr ergebenster

H Zollinger
Seminardirektor

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