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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B0921 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#244*

Franz Hagenbuch an Alfred Escher, s.l., Samstag, 30. August 1851

Schlagwörter: Bundesrat, Rechtliches

Briefe

Mein Freund!

Das Auslieferungsbegehren wurde durch Vermittlung des Bundesrathes gestellt. Aus dem beiliegenden Protokollbrouillon ersiehst du, daß das Schreiben am 1. August nach Bern abgegangen ist.

Die Zuschrift des badischen Hofgerichtes des Seekreises an das hiesige Kriminalgericht wurde durch einen Bericht des Bezirksamtes Blumenfeld vom 14. August veranlaßt, nun läßt sich wohl denken, daß bei dem weitläufigen Verfahren bis zum 14. Aug. das Bez.amt Bl. noch keine Kenntniß von dem wirklich erfolgten Auslieferungsbegehren erhalten hat, denn der Bundesrath pflegt sich zunächst an den Ministerresidenten & dieser an das Ministerium, von dem dann die Sache erst an die untern Behörden geht, zu wenden.

Wenn man daher nicht vorzieht, dem Kriminalgerichte mitzutheilen, es sei der Bundesrath schon unterm 1 um Stellung des Auslieferungsbegehrens ersucht worden & es werde | daher dem Kriminalgerichte überlassen, hievon das Hofgericht zu benachrichtigen, so müßte man den Bundesrath von dem Sachverhalte in Kenntniß setzen, & ihn ersuchen, bei den badischen Behörden die geeigneten Schritte zu thun.

Dein

Hagenbuch.

30. VIII. 51.