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Korrespondenz: Alfred Escher – Friedrich Gustav Ehrhardt

AES B0874 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#183*

Friedrich Gustav Ehrhardt an Alfred Escher, s.l., Mittwoch, 16. April 1851

Schlagwörter: Bundesjubiläum ZH (1851), Feiern und Anlässe, Kommissionen (kantonale), Parteienstreitigkeiten

Briefe

F: G: EHRHARDT
Cantonsfürsprech
ZÜRICH

Lieber Freund!

Noch einen Nachtrag zu meinen schon auf die Post gesendeten Zeilen! Gestern war Festcommission u. Zehnder stellte nicht einen Antrag auf Aufgeben der Beleuchtung, wie Bollier erwartete. Hingegen heute morgen fand sich bei Z. eine Deputation [l.?] Stadt ein (H. Muralt u. Director Escher!!!), um Z. dringend zu bitten, die Illumination aufzugeben. Was Z. antwortete läßt sich nur denken, denn schon Vormittags sendete er ein Circular an die Comm. Mitglieder, um dieselben von den Bitten der Stadt in Kenntniß zu setzen, mit dem Bemerken, daß man wohl wisse, wie er mit Widerstreben für die Beleuchtung seinen Stichentscheid gegeben u. daß er gerne die Ansichten der übrigen Mitglieder hören wolle. B. hat laconisch u. gut, als zuerst Befragter, dem Circular beigefügt «die Sache sei erledigt u. er finde sich zu keiner Bemerkung veranlaßt.» Was die übrigen Mitglieder thun werden, ist uns noch nicht bekannt.

Von Schwyz u. Obwalden sind die Absagebriefe zwar noch nicht eingelaufen, kommen aber bestimmt. | Nach der Aeußerung des in solchen Dingen sehr gut informirten Ed. Meyer zweifelte ich schon ehe vorge-stern nicht mehr daran.

Jetzt sollte die Regierung resp. Festcommission mehr wie je an Allem festhalten, Alles fordern. Je schlechter die Sache durch das Benehmen der Stadt ausfällt, desto besser. Der Schlag, den sie zu führen gedenkt, muß sicherlich auf sie u. ihre Complicen zurückfallen – u wer dann besser steht u. die Rechnung ohne den Wirth machte, sollte sich später zeigen!!

Du solltest aber hier sein, denn Kellers unbegreifliches Benehmen in der Commission macht B. u. D. den Stand in derselben schwer u. auf Z. kann man ja nie rechnen.

Stets Dein

G E

den 16. Nachmittags.