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Korrespondenz: Alfred Escher – Franz Hagenbuch

AES B0773 | ZBZ FA Escher vG 207.103

In: Jung/Wiederkehr, Escher Briefe, Band 4, Nr. 39 | Gagliardi, Escher, S. 158 (auszugsweise)

Alfred Escher an Franz Hagenbuch, Bern, Samstag, 13. April 1850

Schlagwörter: Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Nationalratspräsident, Parteienstreitigkeiten, Polemiken und Anwürfe (Escher), Rechtliches, Regierungsrat ZH

Briefe

Mein lieber Freund!

Ich ersuche Dich, mir einige Exemplare des regierungsräthlichen Gesetzesentwurfes betreffend regelmäßigern Besuch der Großrathssitzungen1 beförderlichst übersenden zu wollen.

Die aristokratische Presse & diejenige der Apostasie (zu der immer mehr auch der St. Gallische Erzähler gehört) fallen fürchterlich über mich her. Das zwar triviale Sprichwort: «Wenn's den Hund trifft, so billt er» ist hier sehr platzgreiflich! Es gibt Augenblicke, wo man den Muth haben muß im Dienste der guten Sache & in | Hintansetzung persönlicher Interessen – in ein Wespennest zu greifen!2 Nichts leichter als eine Eröffnungsrede, die einem Blumenstrauße ähnlich sieht, in dem für jeden eine Blume enthalten ist. Es gibt aber Umstände – & sie sind gegenwärtig in hohem Grade vorhanden – wo man die Blumensträuße wegwerfen & das Schwert ergreifen muß! Ich habe es ergriffen & werde es in fester Hand behalten.

Herzliche Grüße an Dich & die Deinigen

Ganz Dein

A Escher

Bern
13. April 1850.

Kommentareinträge

1Dokument nicht ermittelt.

2Alfred Escher bezieht sich auf seine Rede zur Eröffnung des Nationalrats am 5. April 1850, für die er von verschiedener Seite heftig kritisiert wurde. Vgl. Escher, Rede NR (5. April 1850); Friedrich Gustav Ehrhardt an Alfred Escher, 14. April 1850; Eduard Suter an Alfred Escher, 2. Mai 1850; Institutionen, Strukturen, Prozesse, Fussnote 113.

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