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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Rudolf Wunderli

AES B0646 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#557*

Johann Rudolf Wunderli an Alfred Escher, Aussersihl, Sonntag, 10. Juni 1849

Schlagwörter: Bezirksrat Zürich, Gemeinderat Enge, Krankheiten, Wahlen

Briefe

Außersihl den 10 Juni 1849.

Hochgeachteter Herr!

Sie werden gewiß schon vernommen haben, daß Mhhrr Oberrichter Ammann am Mühlebach nicht mehr in Neumünster als Wahlmann gewählt wurde. Da Er – eine Zierde des Richterstandes – nicht im Wahlkollegium fehlen konnte, so bemühte mich in meiner Gemeinde, wo Herr Ammann Bürger ist, daß er gewählt werde. Dieß ist nun erfolgt & zwar geschah seine Wahl mit Einmuth.

Seine Wähler befürchten nun aber, er möchte etwa die Wahl nicht annehmen, da er ausserhalb der Gemeinde wohne und eine Bekleidung der Stelle in solchem Falle nicht zuläßig sei, weßhalb – da namentlich ein Recurs wegen der Wahlverhandlung nicht Statt finden wird, ich die Freiheit nahm, Ihnen Geschehenes zu melden mit der Bitte, in Ihrem und meinem Namen den Gewählten zu ersuchen, die Wahl anzunehmen. Schon die Liebe und Verehrung seiner Heimatsbürger zu ihm, ist ein Grund der hoffen läßt, es werde Hherr Ammann nicht ablehnen.

Die Vorsteherschaft wird dem Gewählten die Ernennungsurkunde an Mühlebach einsenden.

Wahlmänner von Außersihl sind: 1 Schreiber dieses
2 Herr Verwalter Bölsterli,
3 " Oberrchtr Ammann.
4 " Gdammann Gugolz }
5 " Seckelmeister Morf } neue Wahlen; Leute
entschieden liberal und
in der Gemeinde unter den
Ersten.
6 " Gemeindrath Scheller }|

Soviel ich schon von Wahlen hörte, sind selbige gut, ja noch entschiedener als 1846 ausgefallen. Die Mehrheit wird im Wahlkollegium ⅔=⅓ sein. Aus Enge hörte noch nichts als, daß Herr Gmdspräs. Ullmer die Verfügung des Sttthltramtes nicht respectirt habe, nämlich die Gemde im Adler, Statt im Betthaus, und um 1 Uhr statt 10 Uhr, abhalten zu wollen.

Genehmigen Sie Hochgeachteter Herr Bürgermeister! meine Versicherung vollkommenster Hochachtung & Ergebenheit

Wunderli

P. S.

Da Mhherr Obr. Ammann wie ich letzter Tage vernehme unpäßlich sein soll, so möchte, falls Sie diese Zeilen ihm nicht zur Einsicht behändigen wollten, Sie angelegentlich ersuchen, ihm meine besten Wünsche für Erholung und Gesundheit melden.