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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Lusser
  • 1820
  • 1830
  • 1840
    1. von Josef Lusser, 19. August 1848 Schlagwörter: Sonderbund, Landsgemeinde UR AES B0570
    2. von Josef Lusser, 29. August 1848 Schlagwörter: Sonderbund, Schweizerische Bundesverfassung, Landsgemeinde UR, Landrat UR AES B0573+
    3. von Josef Lusser, 2. November 1848 Schlagwörter: Sonderbund, Landsgemeinde UR, Freischaren, Tagsatzung, Wahlen, Schweizerische Bundesverfassung, Eidgenössischer Bundesvertrag (1815), Nationalrat, Ständerat, Hochverratsprozesse AES B0589
    4. von Josef Lusser, 29. Dezember 1848 Schlagwörter: Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Amtsbürgermeister/Regierungspräsident ZH, Sonderbund, Parteienstreitigkeiten AES B0595
    1. von Josef Lusser, 7. Mai 1849 Schlagwörter: Landsgemeinde UR, Sonderbund, Liberale Presse, Religion, Landrat UR, Hochverratsprozesse, Verfassung UR, Parteienstreitigkeiten AES B0638+
    2. von Josef Lusser, 18. Juli 1849 Schlagwörter: Revolutionen (1848/49), Flüchtlinge (Baden), Sonderbund, Jesuiten, Regierungsrat UR, Flüchtlingspolitik, Konflikte mit Drittstaaten, Bundesrat, Parteienstreitigkeiten, Presse (allgemein), Liberale Presse, Schützenfeste, Religion, Ausländische Einmischungen (Schweiz) AES B0659
    3. von Josef Lusser, 31. Juli 1849 Schlagwörter: Nationalratspräsident, Flüchtlingspolitik, Konflikte mit Drittstaaten, Religion, Sonderbund, Presse (allgemein), Postwesen, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Parteienstreitigkeiten AES B0671
    4. von Josef Lusser, 26. August 1849 Schlagwörter: Revolutionen (1848/49), Sonderbund, Ausländische Einmischungen (Schweiz), Jesuiten, Souveränität (kantonale) AES B0682
    5. von Josef Lusser, [September? 1849] Schlagwörter: Postwesen, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Religion, Jesuiten, Klöster (Aufhebungen), Flüchtlingspolitik, Sonderbund, Liberale Presse, Souveränität (kantonale), Bundesrat, Revolutionen (1848/49), Krankheiten, Parteienstreitigkeiten AES B0601
    6. von Josef Lusser, 12. September 1849 Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B0686
    7. von Josef Lusser, 18. September 1849 Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Religion, Postwesen AES B0690
    8. von Josef Lusser, 22. Oktober 1849 Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Postwesen, Verfassung UR, Regierungsrat UR, Parteienstreitigkeiten AES B0703
    1. von Josef Lusser, 29. März 1850 Schlagwörter: Verfassung UR, Münsinger Versammlungen, Parteienstreitigkeiten, Sonderbund AES B0769+
    2. von Josef Lusser, 22. April 1850 Schlagwörter: Nationalratspräsident, Wahlen, Sonderbund, Parteienstreitigkeiten, Bundesrat AES B0777
    3. von Josef Lusser, 6. Mai 1850 Schlagwörter: Landsgemeinde UR, Sonderbund, Hochverratsprozesse, Vereinheitlichung des Strafrechts, Schweizerische Bundesverfassung, Parteienstreitigkeiten, Wahlen, Regierungsrat UR AES B0787+
    1850
    1. von Josef Lusser, 24. Mai 1851 Schlagwörter: Rechtliches, Bundesjubiläum ZH (1851), Feiern und Anlässe, Krankheiten, Reisen und Ausflüge AES B0889
    2. von Josef Lusser, 11. August 1851 Schlagwörter: Bundesrat, Wahlen, Nationalrat, Parteienstreitigkeiten, Aufstände und Umsturzversuche BE, Presse (allgemein), Ausländische Einmischungen (Schweiz) AES B0914
    3. von Josef Lusser, 13. Oktober 1851 Schlagwörter: Nationalrat, Wahlen, Parteienstreitigkeiten AES B0933
    4. von Josef Lusser, 20. Oktober 1851 Schlagwörter: Wahlen, Nationalrat, Parteienstreitigkeiten, Landsgemeinde UR AES B0936
    5. von Josef Lusser, 29. Oktober 1851 Schlagwörter: Presse (allgemein), Wahlen, Nationalrat, Eidgenössische Universität (Projekt), Landsgemeinde UR, Religion, Parteienstreitigkeiten, Freiburger Konflikte (1848 ff.), Sonderbund, Politische Lage UR AES B0941+
    6. von Josef Lusser, [Dezember? 1851] Schlagwörter: Wahlen, Bundesrat, Rechtliches, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B0845
    7. von Josef Lusser, 3. Dezember 1851 Schlagwörter: Wahlen, Bundesrat, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Parteienstreitigkeiten, Regierungsrat BE AES B0952
    8. von Josef Lusser, 25. Dezember 1851 AES B0967
    1. von Josef Lusser, [1852] Schlagwörter: Freiburger Konflikte (1848 ff.), Nationalrat, Sonderbund, Sonderbundskriegsschuld, Jesuiten, Postwesen, Presse (allgemein), Parteienstreitigkeiten AES B0971
    2. von Josef Lusser, 15. Februar 1852 Schlagwörter: Nationalratspräsident, Bundesrat, Presse (allgemein), Währungssystem, Parteienstreitigkeiten, Religion, Rechtliches, Sonderbund, Konflikte mit Drittstaaten, Ausländische Einmischungen (Schweiz), Flüchtlingspolitik, Eidgenössischer Bundesvertrag (1815), Schweizerische Bundesverfassung AES B0991
    3. von Josef Lusser, 16. April 1852 Schlagwörter: Rechtliches, Vereinheitlichung des Strafrechts, Landsgemeinde UR, Postwesen, Sonderbund AES B1020
    4. von Josef Lusser, 26. Juli 1852 Schlagwörter: Rechtliches, Landsgemeinde UR, Familiäres und Persönliches, Sonderbundskriegsschuld, Schweizerische Bundesverfassung, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B1050
    5. von Josef Lusser, 31. Juli 1852 Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen AES B1053
    6. von Josef Lusser, 15. Dezember 1852 Schlagwörter: Dankesbriefe (diverse), Politische Lage UR, Sonderbundskriegsschuld, Regierungsrat UR, Alpenbahn (allgemein), Bözbergbahnprojekt AES B1133
    1. von Josef Lusser, 1. Januar 1854 Schlagwörter: Eidgenössische Universität (Projekt) AES B1295
    2. von Josef Lusser, 9. Mai 1854 Schlagwörter: Sonderbund, Wahlen, Grosser Rat / Kantonsrat ZH AES B1321
  • von Josef Lusser, 2. Oktober 1855 Schlagwörter: Demissionen, Regierungsrat ZH, Amtsbürgermeister/Regierungspräsident ZH, Krankheiten AES B1465
  • 1860
  • 1870
  • 1880
  • o. J.

AES B0601 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#81*

Josef Lusser an Alfred Escher, s.l., [September 1849 ]

Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Bundesrat, Flüchtlingspolitik, Jesuiten, Klöster (Aufhebungen), Krankheiten, Liberale Presse, Parteienstreitigkeiten, Postwesen, Religion, Revolutionen (1848/49), Sonderbund, Souveränität (kantonale)

Briefe

Hochgeachter Herr Amtsbürgermeister!

Herzlich freute mich Ihr Schreiben vom 12 corrant , & ich beeile mich, Ihnen Titul! meinen innigsten Dank abzustatten, indem Sie die Güte hatten, mich Ihren Freunden im h. Bundesrathe, bezüglich der hiesigen Posthalterei zuempfehlen, & ich hoffe nun auf Ihre Empfehlung hin zu reüsiren!-

Sie glauben es nicht, wie man hier auf diese Wahl gespannt ist & ich darf wohl sagen, daß im Falle ich wieder alles Erwarten nicht reüsiren sollte, die wenigen Liberalen total entmuthigt werden würden, indem sie sich sogar vom Bundes rathe verlaßen & daher ohne alle Hilfe sehen würden. Hier zu Lande haben wir fortwährend eine böße Stellung, & werden von den Geistlichen nachgerade als Ketzer dem dummen Volke denunzirt, damit es uns haße, & bei den nächsten Wahlen verwerfe.|

Sie sagten mir in Ihrem letzten Briefe, ich solle Ihnen fortwährend berichten was hier Interessantes vorfalle. Dieser Auftrag freut mich herzlich, indem es mir beweißt, daß Sie, Verehrtester! sich um uns wenige Liberale doch noch interessiren & sich unser annehmen.

Ich beeile mich daher, Ihnen zuberichten, was am letzten Sonntag, als am Eidg. Bettag, in den Haupt kirchen unseres armen Kantons geprädigt wurde. Den das ist bezeichnend, da die Geistlichen das arme Volk in ihren Händen haben.

In Bürgeln soll, wie mir mein College Arnold von dort, heute erzählte, der Bischöfliche Commissarius ungefähr folgendes gesagt haben: « «Wir leben in einer sehr bößen Zeit, in einer Zeit, wo der Radickalißmuß alle Autoritäten zu zertrümmern & die hl. Religion zuvernichten sucht. Die Jesuiten sind verjagt, die Klöster aufgehoben worden, & wir Urner haben nun| nichts mehr zubedeuten, seit dem der neue Bund uns die Kantonal Souveränetät entzogen hat. Nicht nur in der Schweiz, sondern auch außert derselben habe der Radickalißmus sein schändliches Spiel getrieben, sei aber in Ungarn geschlagen worden. Eine Masse Flüchtlinge seien in die Schweiz gekommen & haben gute Aufnahme gefunden, wehrend man gerade in der Schweiz, brave Männer in Kerkern schmachten, oder aber in der Verbannung herumirren laße. Gott werde aber seine Strafen nicht außbleiben laßen, schon habe die Cholera auf zwei Punkten die Schweiz betreten &s. w! So in dieser Art sei fortgefahren worden & man habe am Ende dan doch deutlich gesehen, was für Wünsche & Hoffnungen dieser Mensch habe, nemlich die Hoffnung auf – die Großenmächte!» –

So sagte mir mein College Arnold von Bürgeln, der ein gescheider Bauer ist. – |

Hier in Altdorf, prädigte ein erbärmlicher Kaplan unteranderm auch folgendes: «In Ungarn, wo man das Kirchengut raubte, hat die Ordnung Gottlob wieder gesiegt, es herrscht auch in der Schweiz, in einigen Kantonen wenigstens, der Radikalissmus noch gar arg & auch in der Schweiz sind Klöster aufgehoben worden, hoffen wir, daß es auch da wieder beßer werde &s w.» Auch in Flüelen soll auf ähnliche Weise geprädigt worden sein & man kann annehmen überall, da ja der Oberste der Geistlichen so gethan & die andern alle ihm folgen müßen.

Ich kann Ihnen den Aerger, der mich erfüllt, nicht beschreiben, aber traurig, sehr traurig ist es sowas hören zumüßen & doch nichts machen zu können, ohne es offen & geheim seinen Freunden zu klagen! O wäre auch der gar versöhnliche Herr Felber in einer dieser Prädigten gewäßen, damit er sich hätte von der Unversöhnlichkeit dieser Race überzeugen können! –|

Fortsetzung. 2 Es muß in der That jeden Menschen tief schmerzen, wenn er sieht, wie gewiße Leute stets bemühet sind alles was von der Eidgenossenschaft gemacht wird zuverdächtigen, dagegen was Oesterreich thut zubeloben, so z. B. hat noch vor kaum einigen Tagen, als die Oesterreichische-Prügelei in Mailand bekannt geworden ist, ein hiesiger Magnat auf offenem Platze gesagt: «das sei recht, so sollte man es dem Radikalen-Gesindel überall machen» &s. w. Kurz, diese Race von Menschen ist viel Oesterreichischer als die Oester reicher selbsten, und ich wünschte nur, daß alle Zeitungsschreiber, welche da glauben, der Eidgenössische Geist habe in den Urkantonen Wurzel gefaßt, blos 8 Tage hier wären damit ihnen der Staar gestochen würde. Es war wirklich traurig zulesen was Herr Felber vor einiger Zeit, in der früher so liberalen N.Z.Z., behauptete, als er sagte: « «Es ist gleich, wer in den kleinen Kantonen regiert, wenn nur in Administrativer Beziehung gut regiert wird.» Das ist zum mindesten gesagt,| ein unvernünftiges Raesonement. Den wenn die kleinen Kantone auch nicht viel zubedeuten haben, so soll doch jeder wahre Patriot von Herzen wünschen, daß dort Männer an der Spitze seien die sich bemühen, wahre schweizerische Gesinnungen zu hegen & zu pflegen, damit das sonst brave, aber von Pfaffen & Aristokraten systematisch irre geführte Bergvolk, für wahre Freiheit & Kultur gewonnen werde, & nicht ferner zum Stützpunkt der Reacktion diene, was bestimmt der Fall sein wird, sofern die alten Magnaten vollends die Oberhand in allen Sachen erhalten werden. Verachte man den Feind nicht & bedenke man wohl, daß schon zwei Mal gerade auß den Urkantonen der Feind der Freiheit starke Außfälle gemacht hat & bei einem günstigen Anlaße! zum dritten Male & vielleicht stärker den je, machen wird, den vor blos 3 Tagen sagte ein hiesiger Aristokrat zu einem furchtsamen Liberalen: «Glauben Sie mir, es bleibt nicht lange mehr so, den bei der ersten beßten Gelegenheit werden wir das Joch (der neue | Bund) abschütteln!» Vergleicht man diese Rede mit den benannten Bettagsprädigten, so kann man mit aller Bestimmtheit sagen: es lauren diese Elenden nur auf eine Gelegenheit um loßschlagen zukönnen. Mögen die sich sicher fühlenden Liberalen in den großen Kantonen, nur wohl auf der Hut sein & nicht zu gut dem Feinde trauen, den er ist gewiß viel thätiger als Viele es glauben. Ich fürchte sehr, die Zukunft werde beweißen, daß ich mich nicht umsonst fürchtete! Noch erlaube ich mir, Ihnen, mein Verehrtester, einige Gründe anzuführen, warum ich es so gerne gesehen hätte wenn Männer aus, wenn immer möglich, allen Kantonen sich zu einer geheimen Gesellschaft constituirt hätten. Ich finde man ist sich noch zufremd, & wirkt daher zuwenig einträchtig für die gute Sache, während unsere Feinde engverbunden sind & viel fester zusammen halten, was uns mit der Zeit verderblich werden könnte. Jeder stark alleine, doch stärker im im – Vereine, | sagt ein altes, aber wahres Sprichwort! –

Daher bitte ich Sie, den von mir gemachten Vorschlag nochmals zu prüfen, er kommt aus einem redlichen, aber etwas beklommenen Herzen! Ich theilte derselbe im Vertrauen auch Herrn Jauch & einem Freunde in Luzern mit & diesen zwei Herrn hat er sehr wohl gefallen. Wir hier in den Sonderbunds Kantonen befinden uns eben in einer ganz andern Lage, als Sie in Ihrem glücklichen Zürich, wir fühlen das Bedürfniß, uns mit Freunden in den liberalen Kantonen enger zuverbinden, damit wir in den Tagen des Sturms fester dastehen & auch ohne Sturm, doch immer in einer edlen Verbindung wären, welche gewiß nicht wenig zur weitern Centrali sation der Schweiz beitragen würde. Diese Gesellschaft sollte nicht viele Mitglieder haben, höchstens 30 a 40 & nur lauter biederbe Männer dern Präsident Sie sein sollten. Ich gebe mich der angenehmen hin, daß Sie sich mit diesen Gedanken doch noch befreunden werden & würde mich glücklich schätzen, wenn Sie ihm hold werden würden! –

Kommentareinträge

Datierung gemäss Briefkontext. – Nachträgliche Notiz oben links auf Seite 1 von dritter Hand mit Bleistift: «(Lusser in Altdorf)» . – Unvollständig überlieferter Brief.

Kontexte

  • [September 1849 ]