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Korrespondenz: Alfred Escher – Johannes Honegger

AES B0599 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#274*

Johannes Honegger an Alfred Escher, s.l., Mittwoch, [ 1849 ?]

Schlagwörter: Erziehungsrat ZH, Personelle Angelegenheiten, Universität Zürich

Briefe

Mein Lieber!

Prof. Löwig war so eben bei mir u. hat mir folgende Mittheilungen gemacht.

Das Gutachten der medic. Facultät habe er heute morgen an Zehnder geschickt, ohne es vorher bei dem Senate circuliren zu lassen: er werde dasselbe abschriftlich dem Senate zur Kenntniß bringen u. allfällige Nachträge der Behörde später zustellen.

Das Gutachten sei in der nämlichen gewundenen Weise abgefaßt, wie die frühern dieser Facultät, ohne im Geringsten in die Sache näher einzutreten. In erster Linie wird – ProsectorMeyer vorgeschlagen, in zweiter erst Ludwig, in dritter einer, der weder Anatom noch Physiologe von Fach ist u. nur die pathologische Anatomie vertreten würde: neben diesem dritten wäre dann noch Meyer als Anatom zu wählen. Ludwig habe allerdings als Physiologe Ruf, als Anatom nicht; über seine Lehrgabe sei die Fäcultät noch nicht im Klaren, u. s. w. Im Ganzen findet Löwig das jetzige mit dem frühern Gutachten, in welchem auf Härle angetragen wurde, in Widerspruch. Im jetzigen werde das Hauptgewicht auf die pathologische Anatomie gelegt, während in dem frühern dieses nicht der Fall war u. Hasse sich selbst für dieses Fach erbot.|

Löwig hält es für höchst nothwendig, die Verhandlung dieser Angelegenheit heute wenigstens so weit zu fördern, daß die Berufung Ludwigs über acht Tage Statt finden könnte, damit die Studirenden noch bei Zeiten in Kenntniß davon gesetzt werden können.

Könntest du vielleicht noch eine Stunde vor der Plenarsitzung die Section besammeln, oder ließe sich die Sache in der Plenarsitzung selbst verhandeln?

Sidler zu sprechen fand ich keine Gelegenheit: ich kann mir aber nicht denken, daß er eine der unsrigen entgegengesetzte Ansicht in dem vorliegenden Falle vertreten werde. Ich bin körperlich so schlecht disponirt, daß ich seit Sonntag mein Zimmer nur verlassen habe, um in die Schule zu gehen.

Herzlichst grüßend

Dein

J Honegger.

Mittwoch morgen. 1

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1Datierung gemäss Briefkontext.

Kontexte

  • [ 1849 ?]