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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Huggenberg

AES B0568 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#280*

Johann Jakob Huggenberg an Alfred Escher, Winterthur, Dienstag, 15. August 1848

Schlagwörter: Finanzielle Unterstützungen, Wahlen

Briefe

Mein Hochgeachteter Herr u. Freund!

In Angelegenheiten unsers sel. Freundes hab ich Ihnen zu berichten, daß Hr Statth. Müller heute bey Creditor Bühler war, daß er zwar einige Hoffnung zurükbrachte, es werde derselbe vielleicht mit diesen u. jenen Anhängen die Proposition annehmen, doch gewiß sey es keineswegs. Das Gleiche hab ich von Herrn Bader zu sagen, bey dem nun freylich Hr Gujer vielleicht etwas ausrichtet. – Fest u. immer fester bin ich der Meynung, daß die Wittwe durchaus nicht weiter gehen kann. – Es hat also wirklich den Anschein, daß die Sache auf die Spize getrieben werden soll u. auf diesen Fall hin werden wir uns vorsehen u. uns namentlich auch auf den Punkt stellen sollen, daß wir nicht gefährden, in allen Bezirken, kurz im Land herum angegriffen zu werden, zumal Bühler schon ziemlich herum gereist ist. Es wird daher wohl zwekmäßig seyn, wenn wir eine Zusammen kunft von Freunden auf nächsten Sonntag den 20. dieß veranstalten, ihnen den Sachverhalt mittheilen u. von ihnen vernehmen: ob der eine oder andere gewillt sey, an die Schulden, oder aber nicht vielmehr an den hinterlaßenen Sohn u. die Wittwe etwas bey zutragen; hat dann jemand Lust, den Creditoren unter die Arme zu greifen, so mag ichs diesen am Ende wohl gönnen, obschon ich finde, sie dürften sich sämtlich füglich mit dem Anerbotenen begnügen. – Da muß ich Sie aber, auch Hr Statth. Müller stimmt vollkommen bey, schon in Ihrer Stellung als Vormund des Sohnes dringendst er suchen, Ort u. Zeit zu bestimmen u. die Ein ladung u. Leitung zu übernehmen; die Freunde in hier u. der Umgegend würden wir gerne in Ihrem Namen einladen. – Unmaßgeblich glaubten wir, folgende Männer wären zu berufen: die Herren R.R. Wieland, Oberst Fierz, Dr Rüegg in Zürich, alt R.R. Krauer, Dr Weidmann, Gujer in Fehraltorf,| Wolfensperger in Rußikon, alt Statth. Zangger in Uster, CantR. Arbenz in Andelfingen , [ BrunnerAberli ?] in Winterthur, alt Erz.Rath Rüegg, Fürspr Surber , Dr Pestaluz, Geilinger zur Arche, Statth. Müller, Bez.Richter Furrer u. CantRath Stahel in der Rämismühle. Natürlich aber überlaßen wir Ihnen gänzlich zu handeln u. einzuladen, wie u. wen Sie gut finden. Kommen entferntere Freunde, so müßte man sich, denk ich wohl, in Balten schweil besammeln; sonst wäre es allerdings am besten hier u. ich würde Sie dann zum Voraus aufs Freundlichste zu uns einladen. – Für Entferntere wird es immerhin ungelegen seyn zu erscheinen, wenn man es mit diesen nur schriftlich behandeln könnte; nur fürchte ich, man erreicht den Zwek nicht vollständig. – Ich will nun gerne von Ihnen vernehmen: wen von hier u. wohin wir einladen sollen. Länger als nächsten Sonntag kann die Sache nicht verschoben werden, weil Frau Weiß die nächste Woche eine definitive Er klärung den Waisenbeh. resp. dem Gerichte abgeben muß.

Heute war unser Bezirkswahlcollegium be sammelt u. wählte zum Bezirksrichter, für Herrn Weiß, Herrn Proc. Spiller; die Elgger Wahlmänner bezeugten darüber große Freude; ich hoffe auch, die Wahl sey eine gute.

Noch muß ich bemerken, daß Bühler eigentlich gar nichts erhalten sollte, denn sein Drängen u. Treiben ist, auch dem Emil gegenüber, ein Absurdes.

Unveränderlich mit gleicher Hochachtung u. Freundschaft.

Huggenberger.

W. 15. August 48.