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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Anton Henne
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  • von Josef Anton Henne, 10. Juli 1847 Schlagwörter: Sonderbund, Schweizerische Bundesverfassung, Jesuiten, Feiern und Anlässe, Tagsatzung AES B0473
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AES B0473 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#260*

Josef Anton Henne an Alfred Escher, Bern, Samstag, 10. Juli 1847

Schlagwörter: Feiern und Anlässe, Jesuiten, Schweizerische Bundesverfassung, Sonderbund, Tagsatzung

Briefe

Der bernische Volksverein an die freisinnigen Eidgenossen aller Kantone.

Tit.

Die von uns unterm 18. des vorigen Monats ausgegangene Einladung zur Gründung eines schweizerischen Volksvereins, der sich die Aufgabe stellt, über die kantonalen Angelegenheiten hinaus gehend, die freisinnigen Schweizer in einem großen Volksvereine zu verbinden, für die Wohlfahrt des schweizerischen Vaterlandes zu wirken und zunächst die Auflösung des Sonderbundes, die Austreibung der Jesuiten und die Umgestaltung unserer Bundesverfassung zu erstreben, hat Anklang gefunden. Ver schiedene, zum Theil sehr zahlreiche freisinnige Vereine haben ihre Brüderhand in die unsrige geschlagen und ihren Beitritt erklärt; von andern Orten her ist uns die Versicherung zugekommen, daß die Idee eines schweizerischen Volksvereins mit Freuden begrüßt werde und daß sofort neue Vereine als Glieder desselben sich bilden.

Wir haben, um dieses große Werk zu fördern, einige Patrioten aus unserer Mitte auf Mittwoch den 21. dieses Monats nach Glarus an das eidgenössische Freischießen abgeordnet, um dort im Ein verständnisse mit der helvetischen Gesellschaft mit unseren Brüdern in der östlichen Schweiz zusammen zutreten und einen allgemeinen schweizerischen Volksverein zu gründen.

Eine schöne Gelegenheit, unsern Zweck auch in der westlichen Schweiz zu verfolgen, bietet uns das Nationalfest dar, das den 26. dieß von vielen Tausenden in Bern wird gefeiert werden. Da lasset uns unter den Augen der Tagsatzung zusammentreten, um unsern Brüdern, die in Glarus tagten, die Hand zur Errichtung des schweizerischen Volksvereins zu reichen.

Wir laden daher alle freisinnigen Männer, die ein Herz haben für die Angelegenheiten unseres schweizerischen Vaterlandes und die es erkennen, daß Einigung aller freisinnigen Kräfte gerade in diesem Augenblicke so Noth thut, und besonders die freisinnigen Vereine ein, Mittwochs den 21. dieses Monats, des Nachmittags 2 Uhr, in der großen Speisehütte auf dem Schießstande zu Glarus sich einzufinden oder Abgeordnete dahin zu senden.

Jetzt ist die Stunde gekommen, die für unsere Zukunft entscheidend ist, eine Stunde, die, wenn sie die Bürger gleichgültig, verblendet und unentschlossen findet, das Volk in Schmach und Schande stürzt, die aber, wenn freiheitliebende, entschlossene, weise Männer sich ihrer bemächtigen, zum Anfangs punkt einer neuen schönern Zeit wird.

Auf, Brüder, Eidgenossen, kommt, es ruft Euch durch unsern Mund das Vaterland!

Bern, den 10. Juli 1847.

Die hiezu beauftragte Kommission:
Niggeler, Fürsprecher.
Jak. Scherz, Fürsprecher.
J. J. Hubler, Amtsgerichtschreiber.

Ich bin gebeten worden, Ihnen Obiges zuzusenden, & benuze den Anlaß, Sie meiner wahresten Achtung zu versichern.

Dr. Henne.

Kontexte