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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Jakob Huggenberg

AES B0429 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#280*

Johann Jakob Huggenberg an Alfred Escher, Winterthur, Montag, 18. Mai 1846

Schlagwörter: Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Wahlen

Briefe

Hochgeachteter Herr u. Freund!

Wir theilten hier unsere Lieste der indirecten von Baltenschweil für die indirecten Wahlen einigen Freunden mit, z. B. den Herren Reg.R. R. Sulzer, Statth. Müller, Brunner-Aberli, Geilinger &ca (die Herren Weiß u. Rüegg waren natürlich auch dabey;); allein sie wollte nicht durchweg Anklang finden, sondern man glaubte, es sollten die Herren Pfarrer Waser, Brändli u. Daverio weggelaßen u. dafür die Herren Hptmann Wehrli Ed. Sulzer (!) u. Hptmann Frey von Andelfingen aufgenommen werden. Auch die Reyhenfolge wünschte man anders u. zwar folgender Maaßen:

1° Oberst Orell. 7. Präs Orelli
2° Wäffler. 8. Landschr. Brunner
3° Bollier. 9. Ed. Billeter
4° Melch. Sulzer. 10. Hptmann Wehrli
5. Surber 11. Ed. Sulzer.
6. Gerichtsschr. Huber. 12. Hptm. Frey.

Ich erhielt den Auftrag, Sie mit diesen in gedachtem Kreise theils mit Einmuth, theils mit Mehrheit ausgesprochenen Ansichten bekannt zu machen, was ich mit dem Bemerken thue, daß ich mich, wie Sie leicht begreifen, im höchsten Grade gegen die Aufnahme von Ed. Sulzer sperrte u. auch von anderer Seite unterstüzt wurde, allein vergeblich. – Gegen Herrn Pfr Waser galten die gleichen Einsprachen, wie in Baltenschweil: es sey nicht nöthig Geistliche zu wählen &ca; gegen Herrn Brändli sagte mann: er sey noch jung u. könne bis zu einer nächsten Vacanz warten u. es sey nicht am Plaz, noch einen Anwalt neben Herrn Surber auf die Leiste zu nehmen; bey Herrn Daverio wollte es wie in Baltensweil nicht recht ziehen. – Es werden sich ganz gewiß auch bey der Vorberathung auf der Platte abweichende Vorschläge dieser u. jener Art – u. es dürfte wohl das Beste seyn, wenn die Vorschläge gemacht sind, ohne große Disens, oder lieber ohne gar keine, zur Abstimmung zu schreiten.|

Auch Hr Oberst Weiß wird dieser Wahl wegen noch an Herrn Bürgermstr Furrer schreiben.

Der Canzley wegen kamen wir auf einen Mann, den Sie auch kennen u. dem es ohne Zweifel Freude machen würde, als einer der Secretairs ernannt zu werden, namlich Hr J. Sulzer, Philolog von Winterthur. -

Es freut mich recht den neuen Großrath bald beaugapfeln zu können; also auf baldiges Wiedersehen.

Mit unveränderlicher Hochachtung u. freundschaftl. Ergebenheit.

Huggenberger

Winterthur den 18. Mai 1846